Teufen
Infoanlass des Vereins Energie AR/AI: Publikum zeigte Interesse an Fakten zur Windenergie

Im Mittelpunkt des Anlasses in Teufen standen die Einbettung der Windenergienutzung in die Energie- und Klimapolitik der Schweiz, die Technik der Windkraftnutzung, die Einflüsse auf Vögel und Fledermäuse sowie die Planungs- und Bewilligungsverfahren von Windprojekten.

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In Teufen wurde über die Vorteile der Windenergie informiert.

In Teufen wurde über die Vorteile der Windenergie informiert.

Tali Aiona / Eyeem

(pd) Kurt Egger, Leiter der Geschäftsstelle des Vereins Energie AR/AI, führte am Montag durch den Anlass, moderierte die Referate der Expertin und der Experten sowie die Fragen aus dem Publikum im Lindensaal in Teufen. «Die Schweiz kann sich zukünftig praktisch zu 100 Prozent selbst mit Energie versorgen, wenn wir ein effizientes Energiesystem bilden. Dieses besteht aus verschiedenen erneuerbaren Energiequellen wie Solarstrom, Holz, Biomethan, synthetische Gase und Windkraft», war die Kernaussage von Professor Jürg Rohrer, dem Leiter der Forschungsgruppe Erneuerbar an der ZHAW Winterthur.

Windkraftwerke würden sich optimal mit Solarstromanlagen ergänzen, da sie in der Nacht und im Winter mehr Strom erzeugten, heisst es in einer Mitteilung des Vereins Energie AR/AI. Dadurch reduzierten Windkraftwerke den Bedarf an Stromspeichern. Sarah Barber, Programmleiterin Windenergie der Ostschweizer Fachhochschule Rapperswil, strich die niedrigen Kosten der Windenergie pro produzierte Energiemenge hervor. Die Produktionskosten von Windstrom sind zurzeit deutlich tiefer als Kohlestrom und betragen rund einen Drittel jener von Solar- oder Kernkraftstrom. Sarah Barber erläuterte zudem die Funktion einer Windkraftanlage und informierte über Eiswurf, Schall und Infraschall.

Konflikte mit Tieren lassen sich vermeiden

«Durch geschickte Standortwahl können Konflikte von Windenergieanlagen mit der Vogelwelt reduziert werden», betonte Stefan Werner von der Vogelwarte Sempach. Bereits in einer frühen Planungsphase werden Windenergie-Standorte aufgrund der bestehenden Kartierung auf allfällige Konflikte geprüft. Um Kollisionen zu vermeiden, lassen sich Windanlagen abschalten. Dabei können Radarmessungen einen Vogelzug erfassen. Nach Ausführungen von Hubert Krättli, Geschäftsführer der Stiftung Fledermausschutz, gelte Gleiches auch für Fledermäuse, sowohl in Bezug auf die Prüfung der Standorte als auch auf die Abschaltung der Windanlagen zu gewissen Tageszeiten.

Stimmvolk der Standortgemeinden entscheidet

Patrick Schenk, Projektleiter des Windenergieprojektes Chroobach im Kanton Schaffhausen, stellte die notwendigen Schritte für die Planung und Bewilligung einer Windkraftanlage dar. Er machte darauf aufmerksam, dass in beiden Appenzeller Kantonen wie auch im Kanton Schaffhausen das Stimmvolk der Standortgemeinden von Windanlagen das letzte Wort hat. Gleichzeitig zeigte er auch auf, wie diese Gemeinden finanziell von den Windkraftanlagen profitieren können.

Die Veranstaltung konnte dank der Genehmigung des Arbeitsinspektorats vor Ort stattfinden, was 15 Personen für einen Besuch nutzten, so die Mitteilung weiter. Gleichzeitig erreichte die Übertragung per Livestream weitere 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.