TEUFEN: Lauter Punktlandungen

Die Evangelische Kirchgemeinde hat dank höherer Steuererträge und Neumitgliedern ein gutes Jahr hinter sich.

Margrith Widmer
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Einen Rückblick mochte die neue Präsidentin Marion Schmidgall-Mäder nicht geben – sie ist erst seit dem 1. Januar im Amt. Während andere Kirchen Mitgliederschwund zu verzeichnen hätten, habe die Evangelische Kirchgemeinde Teufen jedoch Neuzugänge erlebt. Die Reformation vor 500 Jahren habe einen starken Umbruch gebracht: Die heutige Gesellschaft, das Rechtswesen seien davon geprägt; Untertanen seien als Bürger anerkannt worden; statt Herrschaft habe sich Demokratie durchgesetzt; die Ökumene erfahre stärkere Bedeutung. «Es geht nicht um Profit. Es geht um Glaube, Liebe, Hoffnung», sagte Marion Schmidgall. Weil die Arbeit im seelsorgerischen Sektor stark wachse, habe die Kirchenvorsteherschaft (Kivo) beschlossen, Alexandra Grüter-Axthammer als Diakonin anzustellen. Sie wird eine 30-Prozent-Stelle innehaben und sich um die Koordination der Lieferanten und Mitarbeitenden sowie um die Jugendarbeit kümmern.

Aus der Kivo tritt Monika Hauri zurück. Bisher konnte noch kein Ersatz gefunden werden. Die Suche gehe weiter, so Marion Schmidgall. Monika Hauri werde kürzer treten, aber 2017 noch Ansprechperson im Ressort Senioren bleiben. Da am Sonntag Landsgemeindesonntag war, sangen die Kirchenmitglieder das Landsgemeindelied.

Erwartungen übertroffen

2016 lagen die Steuererträge gut 167000 Franken über dem Budget – bereits zum zweiten Mal. Schon 2015 hatten die Steuererträge die Erwartungen übertroffen. Demnach sei dies kein einmaliger positiver Effekt gewesen: «Wir werden trotzdem weiterhin haushälterisch mit unseren Ressourcen umgehen», sagte Kassier Hansueli Sutter. Der totale Aufwand von knapp 1,5 Millionen Franken lag um 56000 Franken oder 3,7 Prozent unter dem Budget. Das sei der sehr ­guten Kosteneinhaltung der Verantwortlichen zu verdanken, so Sutter. Auch bei den Kosten der Renovationsarbeiten am Kirchgemeindehaus und der Remise Hörli sowie in Niederteufen (Dachrenovation wegen Asbestbelastung) resultierten absolute Punktlandungen.

Der einzige Wermutstropfen: Beim «gebundenen Aufwand» gab es eine regelrechte Kostenexplosion. Die Zahlungen lagen mit 416000 um 44000 Franken über dem Budget und rund 82000 Franken höher als im Vorjahr. Die Gründe sind der hohe Steuereingang 2015 und daher die Aufhebung des zwanzigprozentigen Rabatts auf den Beiträgen für den Finanzausgleich an die Landeskirche. Die Kirchgemeindeversammlung stimmte der Verwaltungsrechnung mit einem Ertragsüberschuss von gut 241000 Franken einstimmig zu und genehmigte einmütig dessen Verwendung: 100000 Franken für ausserordentliche Abschreibungen, 10000 Franken werden dem Kirchenmusik-Fonds und gut 11000 Franken dem Eigenkapital zugeschrieben.

Neue Revisorin gewählt

Die Revisoren, die zugleich die Geschäftsprüfungskommission bilden, seien sehr zufrieden mit der Kivo, sagte Hans Heierli. Kassier Hansueli Sutter sei auch ein wunderbarer Vertreter in der Landeskirche. Die Buchhaltung sei sehr sauber geführt. Als Revisorin tritt Barbara Ehrbar-Sutter zurück. An ihrer Stelle wurde die Treuhänderin Catrina Hackenberg, Niederteufen, gewählt.

Kritisiert wurde in der Umfrage, der letzte Sonntag im April sei ein denkbar unglücklicher Termin für die Kirchgemeindeversammlung. Die Kivo nahm diesen Punkt auf.

Margrith Widmer

redaktion@appenzellerzeitung.ch