TEUFEN: Kirche soll mehr Geschichten erzählen

Öffentlichkeitsarbeit und der neue Finanzausgleich – das waren die Themen der Präsidienkonferenz der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinden beider Appenzell.

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An der Herbstkonferenz der Präsidien der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinden beider Appenzell im Kirchgemeindehaus Teufen gab Andreas Ackermann Tipps für eine wirkungs­volle Öffentlichkeitsarbeit der Kirchgemeinden, und Kirchenrat Thomas Gugger informierte über den neuen Finanzausgleich. Ackermann ist Kommunikationsbeauftragter der Evangelisch-­reformierten Kirche des Kantons St. Gallen und gilt als ehemali­ger Redaktionsleiter des Appenzeller Kirchenblatts «Magnet» als Fachmann in Sachen kirchliche Kommunikation.

Ackermann sah in seinem Referat den Tatsachen ins Auge: Die Zahl der Kirchenmitglieder, die man mit «kirchennah» bezeichne, nehme ständig ab. Die christliche Identität bröckle, die Kirche werde von den meisten Mitgliedern als Dienstleistungsunternehmen betrachtet, dessen Leistungen für Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten, Beerdigungen und vielleicht noch in schwie­rigen Lebenssituationen beansprucht würden. Trotzdem sei Öffentlichkeitsarbeit wichtig, so Ackermann. Dabei müsse man sich allerdings bewusst sein, dass einem riesigen Informations­angebot nur sehr wenig Auf­merksamkeit gegenüberstehe. Ackermann hatte die Öffent­lichkeitsarbeit der Appenzeller Kirchgemeinden unter die Lupe genommen und dabei viel Gutes gefunden. Ihm sei allerdings aufgefallen, dass alle Kirchgemeinden vor allem angebotsorientiert informierten. Er regte an, den Fokus zu öffnen und breiter zu informieren. Das heisse, nicht nur für bevorstehende Anlässe zu werben, sondern auch Geschichten aus den Kirchgemeinden zu erzählen. Beispielsweise in Form von Porträts von Mitarbeitenden, in denen die Leserin und der Leser erfahre, weshalb sich diese Person in der Kirche engagiere.

Neuer Finanzausgleich in der Pipeline

Kirchenratspräsident Koni Bruderer informierte anschliessend die Präsidentinnen und Präsidenten der Kirchgemeinden über die neue Ressortverteilung des Kirchenrats, und Kirchenrat Thomas Gugger skizzierte die Eckpunkte des neuen Finanzausgleichs, der in der kommenden Novembersitzung von der Synode in erster Lesung beraten wird. Der Reglementsentwurf sieht vor, dass der neue Finanzausgleich nur noch die Steuerkraft der Kirchgemeinden ausgleicht. Bisherige Instrumente wie Investitionshilfen oder Pro-Kopf-Beiträge für kleine Gemeinden fallen weg.

Präsidienkonferenz ist kein kirchliches Gremium

Die Präsidienkonferenz besteht seit fünf Jahren und ist das Netzwerk der evangelischen Kirchgemeindepräsidien. Die Konferenz ist kein kirchliches Beschluss­gremium, sondern dient in erster Linie dem Informations- und Erfahrungsaustausch. (pd)