TEUFEN: Jeder kann Steve Jobs sein

Im Zeichen des Anlasses «Unternehmensspiegel Ostschweiz Appenzellerland» stehen innovative Firmen. Die Unternehmer Markus Wetter und Hannes Nägeli äussern sich zu ihren Erfolgsprinzipien.

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Mit einigen Mythen zum Thema Innovation räumte Roland Waibel, Leiter des Instituts für Unternehmensführung an der Fachhochschule St. Gallen (FHS), gleich zu Beginn des «Unternehmensspiegels Ostschweiz Appenzellerland» in der «Linde», Teufen, auf. Es genüge nicht, bestehende Produkte einfach zu verbessern, sagte er den rund 250 Zuhörern an der durch die FHS organisierten Veranstaltung. «Um Erfolg zu haben, müssen idealerweise neue und andere Nischen besetzt werden.» Gerade für KMU seien oft Prozess- und Geschäftsmodellinnovationen besonders wichtig, sagte Waibel. Der Betriebswirtschaftsprofessor empfahl den Gewerblern zudem die Etablierung einer offenen Fehlerkultur. «Innovation ist ein Mannschaftssport, dazu braucht es Vernetzung innerhalb und ausserhalb der Firma.» Damit widerlegte er die Ansicht, wonach geniale Tüftler wie Apple-Gründer Steve Jobs den Unterschied ausmachten.

In der anschliessenden Diskussionsrunde sprachen zwei Unternehmer über ihre Erfolgsprinzipien. «Es braucht Mut, etwas Neues auszuprobieren», sagte Markus Wetter, Inhaber der Spezialitäten Metzg Wetter in Gonten. Ideen hätten viele. Gerade der jungen Generation fehle oft die Beharrlichkeit bei der Umsetzung, sagte Wetter. Dank Innovationen auf der Erfolgsspur ist auch das Unternehmen Holz- und Innenausbau Nägeli AG aus Gais. Dessen Inhaber Hannes Nägeli betonte die Bedeutung der Mitarbeitenden. «Wir mussten noch nie ein Inserat schalten, um eine offene Stelle zu besetzen.»

Neue Arbeitsmodelle gefragt

Im weiteren Verlauf des Abends referierte FHS-Rektor Sebastian Wörwag über die Frage, wie flexible Arbeitszeitmodelle die Zukunft prägen werden. Dazu stellte er eine Studie der FHS St. Gallen vor. Darin wurde untersucht, unter welchen Bedingungen ältere Menschen bis zur Pensionierung und darüber hinaus im Arbeitsprozess bleiben würden. Entscheidende Faktoren sind demnach die Möglichkeit, das Arbeitspensum reduzieren zu können, eine sinnvolle Tätigkeit und längere Auszeiten.

Jesko Calderara

jesko.calderara

@appenzellerzeitung.ch