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TEUFEN: Investoren erstaunt über Kritik

An der geplanten Überbauung «Unteres Gremm» wurde Kritik laut. Die Investoren Peter Mettler und Rolf Schubiger stehen nach wie vor hinter dem Projekt und stellen ihre Sicht dar.
Patrik Kobler
Die Investoren Peter Mettler und Rolf Schubiger. (Bild: Patrik Kobler)

Die Investoren Peter Mettler und Rolf Schubiger. (Bild: Patrik Kobler)

Patrik Kobler

patrik.kobler@appenzellerzeitung.ch

Die ehemalige Obfrau des Heimatschutzes, Rosmarie Nüesch, sowie alt Baudirektor Jakob ­Brunnschweiler haben kürzlich in unserer Zeitung sowie im Lokalfernsehen Kritik an der geplanten Überbauung «Unteres Gremm» in Teufen geübt. Dass man über Geschmack streiten kann, sind sich die Investoren Peter Mettler und Rolf Schubiger bewusst. Überrascht sind sie hingegen über die Art und Weise der Kritik. «Mehrere Behauptungen sind schlicht falsch», sagt Mettler.

Anonymen Wettbewerb durchgeführt

Zur Vorgeschichte: Im Frühjahr 2014 haben die beiden Teufner Unternehmer das Thürer-Areal mit rund 14 600 Quadratmetern erworben. Es ist eines der letzten Baugebiete in der Gemeinde und liegt grösstenteils in der Ortsbildschutzzone. Die Behörden haben mit einer Konzeptstudie die Rahmenbedingungen vorgegeben. Anschliessend ermittelten die Investoren auf eigene Kosten, aber unter Einbezug der Gemeinde, im Wettbewerbsverfahren ein geeignetes Überbauungskonzept. «Wir setzten auf dieses Verfahren, weil wir etwas Schönes ­bauen wollen», sagt Rolf Schubiger. Sechs Architekturbüros reichten auf Einladung ihre Ideen ein. Beurteilt wurden diese von einer Jury, welcher neben den beiden Investoren auch folgende Architekten angehörten: Dani Ménard (Präsident), Ingemar Vollenweider und Paul Knill, Vertreter des Fachgremiums für Architektur und Ortsbildberatung Teufen. Als Experten ohne Stimmrecht wirkten ferner Landschaftsarchitekt Martin Klauser, Raumplaner Beat Rey und Pius Neuländner, Leiter Baubewilligungen Teufen, im Gremium mit.

Zum Siegerprojekt kürte die Jury den Vorschlag der Thomas Schregenberger GmbH, Zürich, «Strasse, Haus und Garten». Er orientiert sich an den klassizistischen Fa­brikantenhäusern des 18. und 19. Jahrhunderts. «Die Volumen der Neubauten sind nicht nur sorgfältig dimensioniert, sondern auch in ihrer Detailausformulierung geschickt entworfen», heisst es im Jurybericht. An der öffentlichen Präsentation des Siegerprojekts im März 2016 sprach Jurypräsident Dani Ménard gar von einem grossen Wurf. Und auch die Gemeinde nennt das Projekt «in architektonischer Sicht überzeugend». Nach der öffentlichen Präsentation habe es keine Opposition gegen das Projekt gegeben, sagt Peter Mettler. Im nächsten Schritt erstellte die Gemeinde den Gestaltungsplan. Am 29. Juni fand eine öffentliche Informationsveranstaltung statt, danach hatte die Bevölkerung vier Wochen lang Zeit, Einwendungen zu machen.

«Gezielte Falschaussagen, um Leute zu verunsichern»

Rosmarie Nüesch beanstandet, dass im Gegensatz zum Wettbewerb im Gestaltungsplan die einzelnen Bauten «den hochgelobten Charakter» der historischen Fabrikantenhäuser total verloren hätten. Ausser der Symmetrie sei nichts übrig geblieben. Diese Kritik können die beiden Investoren nicht nachvollziehen. Sie sprechen von Falschaussagen, mit welchen die Leute verunsichert werden sollen. Am Charakter habe sich nichts geändert, sagen sie. Es seien nur kleine Anpassungen aufgrund des Juryberichts vorgenommen worden. Gefordert wurde etwa eine grössere Vielfalt beim Wohnungsmix, was zu Änderungen bei den Kuben geführt habe. Die Ausnutzung habe sich gegenüber dem Siegerprojekt aber nicht verändert.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das «sehr flache Blech-Walmdach». Die beiden Investoren betonen jedoch, dass die Materialisierung noch gar nicht festgelegt sei. «Es war nie die Rede von einem Blechdach. Wahrscheinlich setzen wir auf Ziegel.» Im Gestaltungsplan der Gemeinde festgelegt ist, dass nur symmetrische Walmdächer zulässig sind. «Die Materialisierung des Daches muss einem dunklen, korrosionsbeständigen und nicht reflektierenden Material entsprechen.» Als Nächstes wertet die Gemeinde die Beiträge aus dem Einwendungsverfahren aus. Später erfolgt die öffentliche Planauf­lage, während welcher Einsprachen gemacht werden können. Ausserdem könnte es eine Volksabstimmung geben. Denn neu kann das Volk über Sondernutzungspläne abstimmen, wenn 100 Stimmberechtigte das verlangen. Rolf Schubiger und Peter Mettler stehen hinter ihrem Projekt. Es sei das Resultat eines aufwendigen Prozesses. Bestärkt fühlen sie sich auch durch viele positive Rückmeldungen. Sie hätten auch schon erste Anfragen von Interessenten erhalten.

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