Teufen erzielte 2019 einen hohen Überschuss von 7,8 Millionen Franken ++ Sondersteuern schenken ein

Die Jahresrechnung der Mittelländer Gemeinde schliesst mit einem Gewinn von 7,8 Millionen Franken ab - auch dank eines Sondereffekts. 

Jesko Calderara
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Wie andere Gemeinden profitierte 2019 auch Teufen von Mehreinnahmen bei den Sondersteuern.

Wie andere Gemeinden profitierte 2019 auch Teufen von Mehreinnahmen bei den Sondersteuern.

Bild: Benjamin Manser, Samuel Schalch (21. September 2016)

Sprudelnde Steuereinnahmen, ein Millionengewinn und ein steigendes Eigenkapital: Die gestern veröffentlichten Zahlen der Gemeinde Teufen lassen wohl so manchen Finanzverwalter vor Neid erblassen. Konkret schliesst die Jahresrechnung 2019 bei Ausgaben von knapp 47,7 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss ab. Auf Stufe 2 der Erfolgsrechnung beträgt dieser 7,8 Millionen Franken. Demgegenüber sah der Voranschlag eine «schwarze Null» vor. Das Resultat vor der Ergebnisverwendung liegt rund 0,4 Millionen Franken über dem Vorjahresergebnis.

Reto Altherr zeigte sich an einer Telefonkonferenz zufrieden mit dem Ergebnis. Der Gemeindepräsident sagte:

«Teuften hat in guten Zeiten eine nachhaltige Finanzpolitik betrieben»
Reto Altherr, Gemeindepräsident Teufen

Reto Altherr, Gemeindepräsident Teufen

Dadurch verfüge die Gemeinde nun über ein finanzielles Polster für die anstehenden Herausforderungen.

Mehreinnahmen bei den Sondersteuern

Zum Besserabschluss beigetragen hat ein Einmaleffekt. So führte die Neubewertung der Liegenschaften und Grundstücke im Finanzvermögen zu einem Buchgewinn von 2,6 Millionen Franken. Zudem flossen 2,2 Millionen Franken mehr Steuereinnahmen als budgetiert in die Gemeindekasse. Hohe Mehreinnahmen von 1,4 Millionen Franken gab es bei den Sondersteuern (insbesondere Grundstücksgewinn-, Handänderungs- sowie Erbschafts- und Schenkungssteuern). Bei den juristischen Personen nahm Teufen 0,8 Millionen Franken mehr ein als erwartet. Die Steuererträge der natürlichen Personen betrugen 27,1 Millionen Franken, was dem budgetierten Wert entspricht. Auf der Ausgabenseite fällt der Sach- und übrige Betriebsaufwand im Vergleich zum Voranschlag um fast 2,9 Millionen Franken tiefer aus. Bei mehreren Bauvorhaben verzögerte sich gemäss Gemeinderat Urs Spielmann, Leiter Ressort Finanzen, der geplante bauliche Unterhalt aufgrund hängiger Rechtsverfahren. In einigen Fällen wiederum konnten vorgesehene Ausgaben für den Beizug von externen Dienstleistungen dank vermehrter interner Bearbeitung eingespart werden. Der Minderaufwand bei den Personalkosten ist insbesondere auf tiefer ausgefallene Lohnkosten der Lehrpersonen zurückzuführen.

Weitere Steuersenkung möglich

Aufgrund des hohen Überschusses von 7,8 Millionen Franken hat der Gemeinderat beschlossen, Zusatzabschreibungen in der Höhe von 1,1 Millionen Franken auf Sachanlagen und Investitionsbeiträge vorzunehmen. Der verbleibende Ertragsüberschuss von 6,7 Millionen Franken wird dem Eigenkapital zugewiesen. Ob die Gemeinde Teufen ein weiteres Mal den Steuerfuss senken wird, liess Reto Altherr offen. Der Gemeinderat werde sich bei der Erarbeitung des Voranschlages 2021 damit beschäftigen. Mit 2,8 Einheiten hat die finanzstarke Mittelländer Gemeinde den tiefsten Steuerfuss in Ausserrhoden.

Ein weiteres Thema an der Medienorientierung war die Coronakrise. Urs Spielmann erwartet mit Verzögerung negative Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen. «Wie hoch diese dereinst ausfallen werden, lässt sich heute noch kaum abschätzen», sagte Spielmann. Der Gemeinderat Teufen hat abgesehen davon diskutiert, wie er die Gewerbebetriebe und Bürger in der momentan schwierigen Situation unterstützen kann. Spielmann nannte als Beispiel antizyklisches Handeln. Demnach sollen falls immer möglich geplante Investitionen realisiert werden. Die Gemeinde kündigte zudem an, Rechnungen so rasch als möglich zu begleichen. Weitere Hilfeleistungen sind gemäss Spielmann denkbar.