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TEUFEN: Diskussion um «Unteres Gremm»

Am Donnerstagabend informierten Gemeinde, Raumplaner und Architekt über die geplante Überbauung des ehemaligen Thürer-Parks. Das neun Mehrfamilienhäuser umfassende Projekt überzeugt nicht alle.
Margrith Widmer
Im Innern des Areals verbindet ein Fusswegnetz die Häuser. (Bild: PD)

Im Innern des Areals verbindet ein Fusswegnetz die Häuser. (Bild: PD)

Margrith Widmer

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Dort, wo der Thürer-Park in Teufen mit seinem zum Teil 140 Jahre alten Baumbestand 2014 abgeholzt wurde, soll auf 13338 Quadratmetern eine Überbauung mit rund 70 Wohnungen in neun Mehrfamilienhäusern und 150 unterirdischen Parkplätzen entstehen. Am Donnerstagabend informierten Gemeinde, Raumplaner und Architekt über den Gestaltungsplan «Unteres Gremm».

Die beiden Parzellen zwischen Krankenhaus- und Gremmstrasse befinden sich seit 40 Jahren in der Bauzone W2b; sie sind eines der letzten Baugebiete in Teufen, so Gemeindepräsident Reto Altherr an der öffentlichen Informationsveranstaltung. Der westliche Teil befindet sich in der Ortsbildschutzzone und unterliegt der Quartierplanpflicht.

Die Agwar AG erwarb das frühere Areal des Historikers Georg Thürer vor drei Jahren. Sie schrieb einen anonymen Wettbewerb aus, den das Team von Thomas Schregenberger GmbH, Zürich, mit dem Projekt «Strasse, Haus, Garten» gewann, wie Beat Rey von der ERR Raumplaner AT, St. Gallen/Herisau, sagte.

Erschliessung von drei Seiten her

Gemeindeschreiberstellvertreter Markus Peter erläuterte die Erschiessung: Laut Richtplan war sie von der Krankenhausstrasse vorgesehen. Jetzt ist eine Y-Erschliessung mit drei Zufahrten zu drei Parkhäusern vorgesehen: Eine im Osten von der Krankenhausstrasse mit Perimetern für die Grundeigentümer, im Westen von der Gremmstrasse her – und eine vom Bahnhofskreisel über den Postplatz direkt in die Tiefgarage. Für den Bau der Erschliessungsstrassen ist die Gemeinde zuständig.

Im Innern des Areals verbindet ein Fusswegnetz die Häuser. Dazu kommen Spielplatz, Gemeinschaftsgarten, Quartierplatz und «Kanzel». Zwischen Alters- und Pflegeheim und Dorfkern wird eine öffentliche Langsamverkehrsverbindung entstehen. Der Architekt des Siegerprojekts, Thomas Schregenberger, orientierte sich bei den Bauten an der traditionellen Appenzeller Baukultur; Vorbild waren ehemalige Fabrikantenhäuser mit Gärten, direkt an der Strasse, neoklassizistisch, symmetrisch, klar. Die Gremm-Häuser erhalten ein ziemlich flaches, rechteckiges Walmdach, zentrale Kubatur, einen zentrierten Grundriss, nach vorn ein wenig verjüngt: Die Hauptfassade erinnert an ein Appenzellerhaus – allerdings mit Loggias über die ganze Breite der Fassade – mit Blick auf den Säntis. Die Häuser seien sich alle ähnlich, aber nicht gleich, sagt Schregenberger.

Mit einem Gestaltungsplan könne von Zonenvorschriften ­abgewichen werden, aber der Zweck der Zone – Wohnzone – müsse beibehalten werden, erläuterte Katharina Jutz von der ERR Raumplaner AG. Mit einem Gestaltungsplan sind ein zusätzliches Vollgeschoss möglich und eine um maximal zehn Prozent höhere Ausnützung – analog etwa dem Gestaltungsplan der Überbauung Migros in Teufen.

Vorbauten auf der gesamten Fassadenlänge sind zulässig; in der Wohnzone W2b sind sie auf einen Drittel der Fassadenlänge beschränkt. Und es sind gerin­gere Gebäudeabstände zu Nachbarn möglich. Geplant sei die Pflanzung von Baumgruppen einheimischer Hochstammbäume und verschiedene kleiner bis mittelgrosser, so Jutz.

Wie geht es weiter mit dem Projekt?

Der Gestaltungsplan unterliegt bis Ende Juli einem Einwendeverfahren der Bevölkerung. Dann wird er vom Gemeinderat verabschiedet und öffentlich aufgelegt. Es folgt ein Einsprache­verfahren. Die Vorlage unterliegt dem fakultativen Referendum. Wird es ergriffen, kommt es zur Volksabstimmung. Schliesslich müsse der Gestaltungsplan noch vom Departement Bau und Volkswirtschaft genehmigt werden, wie Reto Altherr an diesem Abend erklärte.

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