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TEUFEN: Das Dorfbild verändern

Wie soll das Dorf künftig gestaltet werden? Um Ideen für die einzelnen Dorfteile zu entwickeln, wird ein sogenanntes Baumemorandum als Leitfaden entwickelt.
Alte Bilder liefern Ideen, wie sich das Dorf weiterentwickeln kann. Auf dem Foto zu sehen: AR Mittelland um 1900. (Bild: PD)

Alte Bilder liefern Ideen, wie sich das Dorf weiterentwickeln kann. Auf dem Foto zu sehen: AR Mittelland um 1900. (Bild: PD)

Das Baumemorandum bietet die Gelegenheit, Teufen als Ganzes zu analysieren und nicht nur Teilbereiche, wie das bis jetzt geschehen ist. Gemäss einer Mitteilung der Gemeinde wird ein solches Memorandum derzeit entwickelt. Laut Sascha Koller, Architekt und Mitglied der Arbeitsgruppe «Gestaltung Dorfzentrum Teufen», ist die Idee, eine architektonische Analyse der Quartiere und Weiler insbesondere im Hinblick auf vertraute Bilder, Formen, Farben und Materialien zu erstellen. Es biete zudem die Gelegenheit, festzustellen, welcher Bestand damals vorhanden war. Der grosse Vorteil eines Baumemorandums bestehe jedoch gemäss Mitteilung darin, allfällige Entwicklungsszenarien abzuleiten. Als Beispiel führt Koller das Zentrum von Teufen an. Früher gab es einen richtigen Dorfplatz. Dieser wurde im Laufe der Zeit durch die Infrastrukturbauten aufgehoben. Solche Hinweise können auch Ideen darüber liefern, wie das Zentrum in Zukunft aussehen könnte.

Ein Baumemorandum ist aber keineswegs nur für Spezialisten. Es ist vor allem für Laien gedacht, da es in einer verständlichen Sprache abgefasst ist. «Wichtig in diesem Zusammenhang ist zu wissen, dass ein Baumemorandum kein Gesetz ist. Es soll Chancen aufzeigen und ein Leitfaden für die bauliche Entwicklung sein», sagt Koller. Im Übrigen ist das Baumemorandum ein unverzichtbares Instrument für die Arbeitsgruppe, sowie auch für die Planungs- und Baubewilligungskommission. Aufgezeigt soll werden, was für die nächsten dreissig bis fünfzig Jahre alles möglich ist.

Der Auftrag für ein solches Baumemorandum wurde Prof. Christian Wagner in Chur erteilt. Es geht vor allem darum, die vorhandenen historischen und neuzeitlichen Merkmale mit siedlungsprägendem Charakter in den einzelnen Weilern zu ermitteln und die gestalterischen Eigenschaften des Siedlungsgebietes und die spezifischen Besonderheiten innerhalb des Parameters zu analysieren. Dazu gehören auch Fotoaufnahmen und die Auswertung der Bilder mit den historischen Strassenzügen und die Analyse der Baukörper und der Fassaden.

Parkierung als zentrales Thema

Mit dem Potenzial einer möglichen Entwicklung in Teufen beschäftigt sich mit den Landschaftsarchitekten von «Kollektiv Nordost» noch ein weiteres Büro. Neben den klassischen Disziplinen wie Städtebau, Objektplanung und Gartenkunst geht es hier um die eigentliche Landschaft und den Aussenraum. Dieses Büro hat gemäss Koller die Aufgabe, den Teilbereich im Dorfzentrum zu analysieren. Die Ergebnisse daraus bilden die Grundlage für das weitere Vorgehen. «Eine solche Analyse braucht es, um zu verhindern, dass bei einem Varianzverfahren später zu viele Lösungen präsentiert werden, welche sich grundsätzlich unterscheiden», ist Koller überzeugt. Er wehrt sich gegen den Eindruck, dass vieles durch viele Personen analysiert wird, ohne dabei konkrete Ergebnisse auf dem Tisch zu haben. Neben dem erwähnten Dorfzentrum gilt es, in Teufen auch die Parkierungsthematik anzugehen. «Wenn wir im Dorf etwas Neues gestalten wollen, müssen zwangsläufig Parkplätze verschoben werden. Deshalb gilt es nach Ersatzlösungen zu suchen», meint Koller weiter. Diese Aufgabe haben Studenten der HTW Chur übernommen. Mit wenig Finanzaufwand können innert relativ kurzer Zeit entsprechende Lösungsansätze präsentiert werden, die dann weiter verfolgt werden. Nach Koller besteht die Gefahr nicht, dass die Ergebnisse in einer Schublade verschwinden. Zu ehrgeizig und anspruchsvoll sei das Projekt der Neugestaltung des Dorfzentrums. (gk)

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