Teufen
Corona macht erfinderisch: Mehr Besucher am Streaming-Gottesdienst als in der Kirche

Die Coronapandemie war 2020 auch für die Katholische Pfarrei Teufen Bühler Stein prägend. Das digitale Angebot war ein grosser Erfolg. Die Zahl der Benutzer des Streaming-Gottesdienste lag deutlich über der durchschnittlichen Besucherzahl in der Kirche.

Charlotte Kehl
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Rückblick auf ein herausfordendes Jahr in der Kirche Teufen.

Rückblick auf ein herausfordendes Jahr in der Kirche Teufen.

Bild: CK

Veränderungen finden in der Katholischen Kirche nur langsam statt ‒ dies war der Tenor der Eröffnungsrede von Seelsorger Stefan Staub an der kürzlich durchgeführten Kirchgemeindeversammlung der Katholischen Pfarrei Teufen Bühler Stein. «Zu spät», zitiert er in der Kirche Teufen den ehemaligen Abt des Klosters Einsiedeln Martin Werlen. Für Veränderungen sei es eher fünf nach zwölf.

Es brauche nicht nur Traditionen, die Verbindung zwischen Gott und Mensch müsse tief verankert sein, sonst wird sie stillgelegt, wie eine nicht mehr gebrauchte Eisenbahnstrecke. «Jesus hat die Welt ja auch aus den Angeln gehoben!», gab sich Staub kämpferisch.

Corona bedingte neue Lösungen

Aus den Angeln gehoben hat die Gesellschaft letztes Jahr vor allem das Coronavirus. «Erstens kommt es anders als man denkt», scheint das Motto für das letzte Kirchenjahr gewesen zu sein, meinte der Präsident des Kirchenverwaltungsrats, Alfons Angehrn. Es gab viel zu bewältigen und er dankte dem Pfarreirat, den Seelsorgern, dem Verwaltungsrat und vor allem den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer für die grosse Bereitschaft, andere Lösungen zu finden. Die letztjährige Versammlung konnte im August doch noch durchgeführt werden. Die Übertragung der Gottesdienste mit nur 50 Teilnehmenden in den angrenzenden Saal ermöglichte weiteren 50 Personen die Teilnahme. Später verlegte man sich ganz auf das Streaming – mit grossem Erfolg. Die Zahl der Benutzer lag deutlich über der durchschnittlichen Besucherzahl in der Kirche.

Tiefere Steuereinnahmen und eine Kündigung

Kassierin Vreni Gmünder präsentierte eine Jahresrechnung mit einem Rückschlag von 32‘000 Franken, das sind 13‘000 weniger als budgetiert. Dieses Ergebnis resultierte aus einem deutlichen Rückgang der Steuereinnahmen, aber auch aus Ersparnissen bei Veranstaltungen, von denen erfreulicherweise wenigstens zwei stattfinden konnten. Der Steuersatz von 0,5 Einheiten bleibt unverändert.

Veränderungen ergaben sich auch beim Personal. So musste Angehrn mit grossem Bedauern die Demission von Seelsorgerin Annemarie Angele, Bühler, bekanntgeben, die sich durch ihre Nähe zu den Pfarreiangehörigen grosser Beliebtheit erfreute. Für das neugeschaffene Ressort Öffentlichkeitsarbeit/Medien/IT wurde Margrit Bumann-Stadelmann in den Kirchenverwaltungsrat gewählt. Urs Moser, seit 1997 Revisor in der Geschäftsprüfungskommission, wird für den scheidenden Franz Broger zum Präsidenten gewählt. Neu nimmt Peter Eschler in die GPK Einsitz. Die beiden Delegierten für den Zweckverband SE Gäbris, Waltraud Schirmer und Richard Wiesli stellten sich ein weiteres Jahr zur Verfügung. Fredy Manser, Bühler, hatte bereits von Therese Graf das Ressort Finanzen im Pfarreirat übernommen.

Diverse Ehrungen

Geehrt wurden Kassierin Vreni Gmünder für 30 Jahre Arbeit in der GPK und als Kassierin, Franz Broger, der seit 1994 sein Fachwissen als Mitglied der GPK zur Verfügung gestellt hat, sowie Mesmer Peter Inauen, der in seinem zehnjährigen Dienst für Teufen und Bühler viel Flexibilität bewies. Die rund 40 Anwesenden folgten der Einladung zum anschliessenden Apéro.