Terrorangst? Nicht bei uns

Besinnlichkeit

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Schwere Betonquader bei der Zufahrt zum Berner Zibelemärit, Eisenzäune und ebenso schwere Betonklötze in Wil an den Feierlichkeiten für Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter. In Zürich und in Basel wird die Polizeipräsenz an Weihnachtsmärkten im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Fazit: Schweizer Städte rüsten ihr Sicherheitsdispositiv für Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen auf. Ereignisse wie der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt vor Jahresfrist sollen sich in der Schweiz nicht wiederholen.

«Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben!», sagt man sich aber im Appenzellerland. Die Organisatoren der bevorstehenden grossen Advents- oder Weihnachtsmärkte haben die Situation analysiert, und sind zum Schluss gekommen, dass die bisherigen Sicherheitskonzepte ihren Dienst erfüllen. Mit Recht bilanzieren die Organisatoren so. Das Appenzellerland gehört glücklicherweise noch nicht zu den Hochrisikogebieten. Bei uns ist die Welt noch in Ordnung, «bhäbig» ist sie. Ein Segen, wenn die Beschaulichkeit gegen die negativen Ereignisse obsiegt.

Beratend steht die Ausserrhoder Kantonspolizei den Organisatoren zur Verfügung. Soll niemand denken, dass das Thema «Sicherheit» verdrängt wird. Statt aber hysterisch alle Veranstalter aufzuscheuchen, setzt die Polizei auf Pragmatismus. Mit Recht. Sind die Betonquader noch so schwer, oder die Eisenabsperrungen noch so hoch, ein Restrisiko bleibt bestehen. Schlimmer noch: Neue Probleme würden geschaffen. Beispielsweise verhindern Verbauungen nicht nur die unerwünschte Einfahrt von grossen Fahrzeugen, sondern sie sperren auch Rettungsfahrzeuge aus. Die Sanität könnte im Notfall ebenso wenig passieren wie die Feuerwehr im Falle eines (Kerzen)- Brandes. Wer Verbauungen erstellt, muss gleichzeitig also für den raschen Abbau sorgen. Kosten fallen an, man vergesse nicht!

Das Restrisiko kann auf verschiedene Arten verstanden werden. Wo sich viele Menschen tummeln, kann nichts ausgeschlossen werden. Und wo viel Glühwein getrunken wird, und ohne Unterbruch «O du Fröhliche» gesungen wird, nimmt nicht immer alles seinen geplanten Lauf. Aber das soll es ja auch nicht. Schätzen wir uns glücklich, dass das Appenzellerland noch ohne stimmungsknickende Anti-Terrormassnahmen auskommt.

Bruno Eisenhut

bruno.eisenhut@appenzellerzeitung.ch