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Temperament an Orgel und Flöte

NESSLAU/KRINAU. Zwei Frauen, drei Konzerte an zwei Tagen und viel Abwechslung an Piccolo, Flöte und Orgel boten die Toggenburger Orgeltage, die in die Webstube Bühl und in die evangelische Kirche Nesslau sowie in die evangelische Kirche Krinau lockten.
Nadine Rydzyk
Gleich zweimal Ursula und eine mitreissende Musikalität entzückten bei den Toggenburger Orgeltagen 2013 in Nesslau und Krinau. (Bild: Thomas Geissler)

Gleich zweimal Ursula und eine mitreissende Musikalität entzückten bei den Toggenburger Orgeltagen 2013 in Nesslau und Krinau. (Bild: Thomas Geissler)

Ursula und Ursula, unterwegs mit ihrer «leichten Muse… Piccolo, Flöte und Orgel spielen Melodien aus längst vergangenen Tagen» – so war im Vorfeld zu den Toggenburger Orgeltagen zu lesen. Die Rede war hier von der Organistin Ursula Hauser und der Flötistin Ursula Bosshardt, die gemeinsam drei Konzerte oder vielmehr musikalische Entdeckungsreisen in Nesslau und Krinau boten.

Entdeckungsreisen

Die drei Orgeln spiegelten wider, wie vielfältig und individuell diese Instrumente sind, die alle unter dem gleichen Namen bekannt sind. Für Ursula Hauser ist dies gerade die grosse Faszination: «Man muss mit einer Orgel immer den Kontakt und Dialog suchen, bevor man sie wirklich so spielen kann, dass sich der gewünschte Klang ergibt.» Jede Orgel ist also eigen und eine neue Entdeckung für Musiker und Zuhörer. Und genau deshalb liefen die diesjährigen Toggenburger Orgeltage auch unter dem trefflichen Titel «Ein Sommer der Entdeckungen», denn ebendiese hielten sie bereit.

Oder wer hat gedacht, dass die so unscheinbar und klein wirkende Orgel in der reformierten Kirche Krinau mit ihren gerade einmal neun Registern ein Instrument ist, das eine Organistin wie Ursula Hauser, die schon auf so vielen und auch spektakulär erscheinenden Instrumenten im In- und Ausland gespielt hat, zum Schwärmen bringt? Doch genau so ist es. «Diese im Jahre 1889 von Max Klingler, Rorschach, erbaute Orgel fasziniert mich nach wie vor», erklärt die Organistin. Vor rund zwei Jahren hat sie aus einer spontanen Idee heraus das erste Mal an der Krinauer Orgel gesessen, die sie mit ihrer Farbigkeit überraschte. «Eigentlich wollte ich ins Kino gehen, doch lief kein spannender Film», erzählt sie. Hier traf sie zwei Frauen aus Krinau, die zum gleichen Urteil und mit ihr ins Gespräch kamen. Als man hörte, dass sie Organistin ist, war die Idee zu einem unvermittelten Abend in der Kirche geboren. Die Musik zog noch weitere Krinauer spontan an. Dies sollte nicht das letzte Mal bleiben, dass Ursula Hauser die Krinauer Orgel spielte. Auch für die Toggenburger Orgeltage 2013 kam sie am Sonntagabend mit Ursula Bosshardt wieder nach Krinau.

Ein eingespieltes Team

Zuvor waren die beiden Frauen an der Toggenburger Hausorgel in der Webstube Bühl zu hören. Doch brachte Ursula Hauser das mittlerweile fast berühmte Instrument nicht einfach in gewohnter Form zum Klingen, sondern kombinierte ihre eigenen Arrangements im Zusammenspiel mit Piccolo und Flöte von Ursula Bosshardt. «Da die historisch äusserst interessante Hausorgel besonders bei den hohen Registern ein eingeschränktes Instrument ist, haben wir eigene Arrangements zusammen mit der Flöte entwickelt», erklärt Ursula Hauser. In Ursula Bosshardt, mit der sie seit 25 Jahren gemeinsam musiziert, hat die experimentierfreudige Organistin eine ebenbürtige Partnerin gefunden. Und dies, obgleich die beiden Frauen einen so unterschiedlichen Hintergrund haben: Während Ursula Hauser im Gasthaus Kreuz in Hütten aufwuchs und hier manche Nacht in der Ländlerkapelle ihres Vaters Tanzmusik spielte, wuchs die Stadtzürcherin Ursula Bosshardt in einem rein klassischen Umfeld auf. «Als Kind bin ich ausgerissen und einer Musikgesellschaft hinterhergelaufen. Das hat mich magisch angezogen», erzählt sie lachend.

Wie gut die beiden harmonieren, bewiesen sie am Samstagabend auch in der reformierten Kirche Nesslau. «Die Kuhn-Orgel in der reformierten Kirche ist wiederum ein sehr vielfältiges Instrument mit grosser Beweglichkeit und reichen Registriermöglichkeiten», schwärmt Ursula Hauser. Deshalb hatten sich die zwei Frauen, die erst kürzlich ihre dritte gemeinsame CD eingespielt haben, hierfür auch einen bunten Strauss an Stücken zusammengestellt und brachten auch Salonmusik zu Gehör. «Mir gefällt das Spezielle», liess Ursula Hauser wissen und bot gemeinsam mit Ursula Bosshardt genau dies. Dieser hatte es besonders der «Spanische Marsch» von Josef Rixner angetan, sowie das «Leuchtkäferchens Stelldichein» von Ludwig Siede – nur zwei der vielen Stücke, die bei den Toggenburger Orgeltagen drei völlig unterschiedliche Konzerte hervorbrachten, die viele Überraschungen und damit auch die angekündigten Entdeckungen boten. Es wurde nicht zu viel versprochen und bereits jetzt der Appetit auf die Orgeltage 2014 geweckt.

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