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Kommentar

Teilumzug der Redaktion der «Appenzeller Zeitung» nach St.Gallen: Schmerzlich, aber unumgänglich

Seit rund 40 Jahren hat die Redaktion der «Appenzeller Zeitung» ihren Sitz an der Kasernenstrasse in Herisau. Der Standort wird nun redimensioniert. Das ist bedauerlich, am Bekenntnis zum Appenzellerland von CH Media ändert sich aber nichts. Der Teilumzug bringt auch Vorteile.
David Scarano
David Scarano, Redaktionsleiter der «Appenzeller Zeitung» .(TAGBLATT/Benjamin Manser)

David Scarano, Redaktionsleiter der «Appenzeller Zeitung» .(TAGBLATT/Benjamin Manser)


Für viele Menschen in Ausser- und Innerrhoden ist die «Appenzeller Zeitung» eine wichtige und treue Begleiterin. Täglich informiert und orientiert sie Print wie Online umfassend über das Lokal- und Regionalgeschehen sowie über Inland-, Wirtschaft-, Kultur-, Sport- und Weltthemen. Sie bietet zudem Unterhaltung und Service. Das alles wird sie weiterhin tun, doch der Wandel in der Medienbranche geht nicht spurlos an ihr vorbei. Auch die «Appenzeller Zeitung» muss sparen.

Seit rund 40 Jahren hat die Redaktion ihren Sitz an der Kasernenstrasse in Herisau. Nun wird dieser Standort redimensioniert. Ab April des kommenden Jahres wird die Mehrheit der Redaktorinnen und Redaktoren der «Appenzeller Zeitung» von der St. Galler Fürstenlandstrasse aus arbeiten. Diese liegt sieben Kilometer Luftlinie vom bisherigen Standort in Herisau entfernt. In der Stadt St. Gallen entsteht mit dem für November geplanten Umzug von TVO und Radio FM1 zusammen mit der bereits ansässigen «Tagblatt»-Zentralredaktion das grösste Ostschweizer Medienhaus. Dennoch bleibt die «Appenzeller Zeitung» in Ausserrhoden präsent. In Herisau steht unseren Journalistinnen und Journalisten weiterhin ein verkleinertes Büro zur Verfügung.

Die Zentralisierung von Redaktionen, von der auch Standorte in der Zentral- und Nordwestschweiz betroffen sind, ist dem Verwaltungsrat von CH Media, zu der die «Appenzeller Zeitung» gehört, schwergefallen. Dieser ist sich deren tiefen Verwurzelung im Kanton, der identitätsstiftenden Wirkung sowie der historischen und gegenwärtigen Bedeutung bewusst. Das ehemalige liberale Kampfblatt mit nationaler Ausstrahlung ist nach über 190-jähriger wechselvoller Geschichte weiterhin einer der wichtigsten Informationsvermittler in Innerrhoden und Ausserrhoden.

Eine Delegation von CH Media hat die Ausserrhoder Regierung vor dem definitiven Entscheid über die Beweggründe informiert. Der Regierungsrat hat am Donnerstag sein Bedauern für die Redimensionierung ausgedrückt. Er hat aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Medienbranche aber auch Verständnis für den unternehmerischen Entscheid gezeigt. Denn der Schritt ist letztlich unumgänglich. Die Digitalisierung verändert nicht nur das Nutzerverhalten, auch Inserenten suchen neue Wege. Vermehrt fliessen die Mittel in die Onlinemärkte ab. Mit Folgen für alle gedruckten Zeitungen in der Schweiz: Die Einnahmen aus dem Werbemarkt sind rückläufig.

Um die Zukunftsfähigkeit der «Appenzeller Zeitung» und des gesamten Unternehmens zu sichern, sind Sparmassnahmen deshalb zwingend. Insgesamt 15 redaktionelle Stellen werden schweizweit abgebaut und mehrere Standorte von CH Media geschlossen. Die Unternehmensleitung hatte vorgängig alle Niederlassungen überprüft, um die Reduktion des Personalbestandes so gering wie möglich zu halten. Durch die Redimensionierung des Standorts in Ausserrhoden konnte sie den Personalabbau in der Herisauer Redaktion auf ein Minimum reduzieren. Dieser beläuft sich auf 20 Stellenprozente.

So bedauerlich die Verlagerung von Teilen der Arbeitsplätze in die Zentralredaktion des «Tagblatts» an der Fürstenlandstrasse ist, sie bringt auch Vorteile: So sind die meisten Ausserrhoder Ortschaften von St. Gallen aus besser und schneller erreichbar. Dank modernster Infrastruktur werden zudem die Arbeitsbedingungen für die Redaktorinnen und Redaktoren deutlich besser. Und nicht zuletzt können wir interne Abläufe und Kooperationen etwa mit der Online-Redaktion oder dem Ostschweizer Fernsehen TVO künftig optimieren.

Klar ist: Trotz Teilumzug und Sparmassnahmen ändert sich nichts am Bekenntnis von CH Media zu Ausser- und Innerrhoden. Die Redaktion der «Appenzeller Zeitung» bleibt innerhalb des «Tagblatt»-Verbundes eigenständig und schlagkräftig. Wir werden täglich daran arbeiten, die Qualität der Print- und Online-Berichterstattung hoch zu halten. Die «Appenzeller Zeitung» soll auch in Zukunft eine der wichtigsten Publikationen für das Appenzellerland sein.

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