Vier Jugendliche aus dem Appenzellerland gründen ein Teeunternehmen

Im Rahmen eines Schulprojekts haben vier Lernende der Kantonsschule Trogen ein eigenes Start-up gegründet. Nun wollen sie mit ihrem Produkt expandieren.

Nadine Küng
Drucken
Teilen
Fabio Brocker, Anna Frehner, Tino Rüsch und Sascha Blankenhorn verkaufen «Alpstein aus der Tasse».

Fabio Brocker, Anna Frehner, Tino Rüsch und Sascha Blankenhorn verkaufen «Alpstein aus der Tasse».

Bild: Nadine Küng

Regional, nachhaltig und einzigartig im Geschmack – das sagen die Gründer des Start-up-Unternehmens «Bergluft Tee» über ihr Produkt. Gestartet haben die vier Jugendlichen in Form eines Schulprojekts. Doch für sie ist daraus längst mehr entstanden.

Im Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht erhalten die Lernenden der Kantonsschule Trogen im Unterricht Zeit und wenn nötig theoretische Ratschläge für die Gründung ihres eigenen Unternehmens. Praxisbezogene Unterstützung bekommen die Lernenden von «YES». Die Non-Profit-Organisation betreut Start-up-Unternehmen in der Schweiz.

Die Entscheidung fiel nicht grundlos auf Tee, wie Gründer Sascha Blankenhorn sagt:

«Wir haben uns für Tee entschieden, da es ein universales und lange haltbares Produkt ist, das bei den Konsumenten gut ankommt.»

Eine grosse Schwierigkeit sei, sich von anderen Teesorten abzugrenzen. Sie sind jedoch überzeugt, dass dies gelungen ist. Anna Frehner: «Unser Produkt ist regional, wir unterstützen damit eine soziale Institution. Ausserdem setzen wir auf eine Mischung, die es so bisher noch nicht gab.»

Probieren und Tüfteln für die perfekte Mischung

Für die perfekte Mischung probierten die Gründer viel aus und erkundigten sich dafür bei einem Teehändler. Sie wollten einen Tee produzieren, der nicht nur bei Krankheit getrunken wird. Einen, den man geniesst. Passend dazu sei auch die Etikette gestaltet.

Nachhaltigkeit wird bei den Unternehmern gross geschrieben. Für die Biokräuter vom Hof Baldenwil in Herisau sind Personen mit Beeinträchtigung von der Stiftung Tosam zuständig. Tino Rüsch sagt:

«Die Verpackung ist kompostierbar.»

Abgepackt wurde anfangs in Appenzell, momentan laufen jedoch Abklärungen, wo dies alternativ geschehen kann.

«Bergluft Tee» sei nicht einfach nur ein Name. «Er beschreibt das Produkt sehr passend», sagt Fabio Brocker.

«Die vier verschiedenen Teemischungen sind nach Gipfeln im Alpstein benannt: Säntis, Hoher Kasten, Schäfler und Altmann.»

Sie hätten versucht, bei jeder Sorte einen Bezug zwischen dem Namen und dem Inhalt herzustellen. «Beim Altmann kreierten wir beispielsweise eine Mischung mit Brennnessel. Diese ist gerade im Appenzellerland schon seit langem für ihre heilende Wirkung bekannt. Ich stelle mir einen alten, bodenständigen Mann vor, wenn ich ihn trinke.» Da die Sorten regionale Bergnamen tragen, werde auch der Tourismus angesprochen.

Onlineshop im Aufbau

«Bisher haben wir den Tee hauptsächlich an Märkten verkauft, ausserdem in der Poststrasse 22, einem Geschäft in Heiden», sagt Tino Rüsch. In Zukunft sollen weitere Detailhandelsgeschäfte und Tourismusshops im Appenzellerland hinzukommen. Auch ein Onlineshop entstehe. Das Sortiment soll ebenfalls ausgebaut werden. Sie hätten festgestellt, dass eine der Sorten auch kalt sehr geniessbar sei. Daran haben sie weitergearbeitet, bis sie zu einem Produkt gelangten, welches sie voraussichtlich im Frühling aufnehmen werden. Es seien zudem weitere Ideen vorhanden, die nicht nur den Bereich Tee betreffen.

Sparen für zukünftige Investitionen

Ein Teil der Einnahmen muss zurückgezahlt werden, ein anderer kommt der Organisation «YES» zu. Der Rest bleibe für zukünftige Investitionen im Unternehmen. Fabian Brocker:

«Wir sehen das Unternehmen schon lange nicht mehr als Schulprojekt an.»

Er zweifelt nicht daran, dass sie auch nach ihrer gemeinsamen Schulzeit Spass am Unternehmen haben werden. «Wir brauchen sowohl jetzt als auch in Zukunft eine klare Rollenverteilung. Das Interesse ist da, also werden wir es auch genügend ernstnehmen.»

Die Gründer sind zufrieden mit der Entwicklung, sie kommen gut voran und freuen sich, dass sie manchmal bereits wiedererkannt werden.