«Tarife immer noch sehr niedrig»

Curaviva Appenzell – der Verband für Heime und Institutionen – bemängelte schon seit längerer Zeit sowohl die ungenügende Kostendeckung der geltenden Höchstsätze für die Pflege als auch die Bindung der Betreuungstarife an die Pflegesätze, schreibt Christoph Fuhrer, Curaviva-Präsident

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Curaviva Appenzell – der Verband für Heime und Institutionen – bemängelte schon seit längerer Zeit sowohl die ungenügende Kostendeckung der geltenden Höchstsätze für die Pflege als auch die Bindung der Betreuungstarife an die Pflegesätze, schreibt Christoph Fuhrer, Curaviva-Präsident und Leiter des Alters- und Pflegeheims Büel in Stein, in einer Mitteilung. Um diesen Mangel zu beheben, hat das Departement Gesundheit 2013 eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Curaviva und des Amts für Soziale Einrichtungen eingesetzt.

Betreuungssätze freigegeben

Der Regierungsrat hat für das Jahr 2016 die Höchstsätze für die Pflege neu festgelegt (s. Text oben). Laut Mitteilung decken diese Tarife die Vollkosten der Pflegeleistungen von knapp 50 Prozent aller Appenzeller Heime. Trotz dieser Steigerung seien die Tarife im Vergleich zu anderen Kantonen immer noch sehr niedrig. Die bisherige Fixierung der Betreuungstarife auf 20 Prozent der Pflegekosten habe sich nicht bewährt. Bewohnende in tiefen Pflegestufen beanspruchen demnach vielfältige Betreuungsleistungen und nehmen oftmals auch an den Aktivitäten teil. Um dem gerecht zu werden, habe der Regierungsrat beschlossen, dass die Alters- und Pflegeheime ab 1. Januar 2016 die Berechnung der Betreuungs-Tarife individuell auf der Basis ihrer Kostenrechnung festlegen können. «Heute kann festgehalten werden, dass die Betreuungskosten in den Pflegestufen 0 bis 5 steigen, in den Stufen 6 bis 12 sinken werden», heisst es in der Mitteilung.

Vielschichtige Auswirkungen

Für die Krankenversicherungen ändert sich nichts, deren Anteil an den Pflegekosten bleibt gleich. Eindeutig mehr bezahlen müssen in Zukunft die Gemeinden, dies vor allem in den Stufen 3 bis 6. Die Bewohnerinnen und Bewohner müssen für die Betreuung bis zur mittleren Pflegestufe teilweise deutlich mehr bezahlen, wobei die Sätze ab Stufe 5 und darüber in der Betreuung für die Bewohnenden eher kostengünstiger werden. Die Alters- und Pflegeheime dürfen mit diesen Änderungen aufatmen, denn damit sollten ab Januar 2016 die tatsächlichen Pflege- und Betreuungskosten endlich gedeckt sein. (pd)