Tanzen als «unanständige Freüden»

Tanzanlässe sind etwas gewesen, das – wie auch andere Volksbelustigungen und Bräuche – «als den Christen unanständige Freüden» gegolten hat und darum von Kirche und Obrigkeit lange bekämpft worden ist.

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Tanzanlässe sind etwas gewesen, das – wie auch andere Volksbelustigungen und Bräuche – «als den Christen unanständige Freüden» gegolten hat und darum von Kirche und Obrigkeit lange bekämpft worden ist. Tanzen ist als üppig (= unsittlich, überflüssig), unnötig und leichtfertig qualifiziert worden. Im Verlaufe des 17. und 18. Jahrhunderts hat man zunehmend auf der Durchsetzung von entsprechenden Sittengesetzen (Reglementierungen) bestanden, und dies in ganz Europa. Nach dem Prinzip «Bete und arbeite» wurde alles auf den regelmässigen Gottesdienstbesuch fokussiert und jeglicher sonstiger Lebensgenuss eng eingeschränkt oder verboten: Wirtshausbesuche, übermässiger Alkoholkonsum, Tanzen, Spielen, Tabak trinken (=rauchen), Schmuck etc. Besonders streng sind die reformierten Städte gewesen, in unserer Gegend die Stadt St. Gallen.

Dies erinnert alles doch ein wenig an heutige Diskussionen um Botellons, Littering, Rauchen und ähnliche Verhaltensweisen.

Aus dem Vortrag des Herisauer Historikers Thomas Fuchs im Rahmen des Europäischen Tags des Denkmals zum Thema «Ein Tag zum Geniessen» im Tanz- und Festsaal «Sonne» in Urnäsch.

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