«Tanneck» setzt auf Wohnungen

HERISAU. Die Stiftung Altersbetreuung Herisau hat bekanntlich für das Neubauprojekt Tanneck vor einigen Wochen einen Marschhalt beschlossen, obwohl für das Bauprojekt eine Baubewilligung vorliegt und auch die Finanzierung gesichert ist.

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HERISAU. Die Stiftung Altersbetreuung Herisau hat bekanntlich für das Neubauprojekt Tanneck vor einigen Wochen einen Marschhalt beschlossen, obwohl für das Bauprojekt eine Baubewilligung vorliegt und auch die Finanzierung gesichert ist. Wie es in einer Mitteilung heisst, habe der Stiftungsrat zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich in der stationären Alterspflege grundlegende Veränderungen in der Nachfrage abzeichnen. Deshalb wolle er das Projekt Tanneck noch einmal überarbeiten lassen.

46 Prozent Nichtpflegefälle

«Die Nachfrage nach Pflegeplätzen hat sich in den letzten Monaten deutlich verändert», sagt Stiftungsratspräsident Max Nadig. Und: «Die neue Finanzierung für Nichtpflegefälle – und davon beherbergen wir 46 Prozent – wird teurer. Das wird sich in den Belegungszahlen auswirken.» Der Stiftungsrat stelle zudem fest, dass die Bevölkerung auch im Falle von Pflegebedürftigkeit möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben wolle. So haben die Wartelisten in den letzten Jahren ständig abgenommen. Schliesslich sei davon auszugehen, dass in der Bettenplanung des Kantons gemäss neuesten Erkenntnissen Anpassungen nach unten notwendig seien: Der Bedarf an Pflegebetten steige nicht so schnell an, wie dies bis vor wenigen Wochen angenommen wurde. Im weiteren zeichne sich in der Preisstruktur eine grundlegende Änderung ab. Dies treffe insbesondere das Kundensegment mit tieferem Pflegebedarf.

Wohnungen statt Zimmer

Unbestritten bleiben laut Max Nadig die Demenzplätze, welche in jedem Falle ersetzt werden. Verzichtet wird aber auf den Bau von konventionellen Langzeitpflegezimmern. Stattdessen will die Stiftung Wohnungen erstellen, in denen bei Bedarf gepflegt werden oder auch Dienstleistungen eingekauft werden können. Dieses Angebot fehle in Herisau und entspreche einem Bedürfnis.

Auslaufmodell

Andreas Büchler als Geschäftsführer der Stiftung Altersbetreuung Herisau kann dieses Bedürfnis an Wohnungen bestätigen. Immer wieder werde danach gefragt. Für ihn ist unbestritten, dass das heutige Modell mit dem relativ frühen Heimeintritt mit der kommenden Generation auslaufen wird. «Je länger, je häufiger werden die Heimeintritte erst dann erfolgen, wenn der Pflegebedarf relativ hoch ist.» Diese Tendenz sei bereits im Gange. «Nebst finanziellen Änderungen und statistischen Erhebungen ist dies für mich der Hauptgrund, im <Tanneck> auf Wohnungen zu setzen.»

Der Baubeginn erfolgt voraussichtlich 2016. (pd)