Tageszentrum feiert Jubiläum

Mit dem Tageszentrum Gontenbad entlastet die Pro Senectute Appenzell Innerrhoden Angehörige älterer Menschen. Das Angebot schliesst die Lücke zwischen der Betreuung zu Hause und der Pflege im Altersheim.

Michael Genova
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Tag der offenen Tür im Tageszentrum Gontenbad: Frau Statthalter Antonia Fässler, Edi Ritter, Geschäftsleiter der Pro Senectute Appenzell Innerrhoden, und Erika Hollenstein, Leiterin des Tageszentrums. (Bild: mge)

Tag der offenen Tür im Tageszentrum Gontenbad: Frau Statthalter Antonia Fässler, Edi Ritter, Geschäftsleiter der Pro Senectute Appenzell Innerrhoden, und Erika Hollenstein, Leiterin des Tageszentrums. (Bild: mge)

GONTENBAD. Ins Tageszentrum nach Gontenbad kommen ältere Menschen, die bereits auf Hilfe angewiesen sind, aber noch zu Hause wohnen. «So können die Angehörigen einen Tag lang durchatmen», sagt Leiterin Erika Hollenstein. Das Tageszentrum wurde vor 15 Jahren von der Pro Senectute Appenzell Innerrhoden ins Leben gerufen. Am Samstag öffnete die Institution anlässlich ihres Jubiläums der Bevölkerung ihre Türen.

Angebot schliesst eine Lücke

Edi Ritter, Geschäftsleiter der Pro Senectute, spricht von einem Innerrhoder Pionierprojekt. «Es gibt wenige Tageszentren, die es schon so lange gibt.» Das Angebot füllt die Lücke zwischen der Pflege zu Hause und der Pflege im Altersheim. Laut Ritter stehen die verschiedenen Betreuungsangebote nicht in Konkurrenz zueinander, sondern erfüllen jeweils eine spezifische Aufgabe. «Die Vernetzung von Tageszentren, ambulanten und stationären Angeboten muss noch intensiviert werden.»

Seit seiner Gründung im Mai verzeichnete das Tageszentrum rund 900 Gästetage pro Jahr. Im Durchschnitt besuchten 20 Frauen und Männer pro Jahr die Institution. Das Zentrum ist im Altersheim Gontenbad eingemietet und kann tageweise oder an maximal vier Tagen pro Woche besucht werden.

Ein anregender Tag

Das Zentrum will seinen Besuchern eine Tagesstruktur bieten. Nach einem gemeinsamen Kaffee am Morgen bieten drei feste Mitarbeiterinnen und freiwillige Helferinnen verschiedene Aktivitäten an. Spiele sollen das Gedächtnis der Seniorinnen und Senioren unterstützen. Erika Hollenstein zeigt eine Tastkiste mit Laub und anderen Materialien. «Wir wollen alle Sinne anregen», sagt sie. In der Gymnastikstunde wappnen sich die Besucher mit Übungen vor den Folgen von Stürzen. Das Trainieren der Beweglichkeit soll aber auch helfen, den Alltag besser zu bewältigen. Für die Zukunft wünscht sich Erika Hollenstein weitere Besucher. «Das Bedürfnis wäre da, aber viele Angehörige haben ein schlechtes Gewissen und scheuen sich, den ersten Schritt zu machen.»