Tabellenletzter nur für eine Nacht

Der UHC Herisau bleibt Spezialist für knappe Resultate: In der 1.-Liga-Doppelrunde verlor er zuerst bei Verbano Gordola unglücklich 6:7, gestern Sonntag lag er gegen Jump Dübendorf nie im Rückstand und siegte 6:5.

Lukas Pfiffner
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Herisaus Philipp Gemperle (rechts) erzielt in der 52. Minute im Powerplay das 5:4. (Bild: mc)

Herisaus Philipp Gemperle (rechts) erzielt in der 52. Minute im Powerplay das 5:4. (Bild: mc)

UNIHOCKEY. Im siebten Anlauf hat es geklappt: Der UHC Herisau holte gegen Jump Dübendorf den ersten «Dreier» der Saison. An der Basis standen eine starke Torhüterleistung und ein überzeugendes Startdrittel. Silvan Stern umarmte nach der Sirene Adrian Knecht, den zweiten Herisauer Captain, und meinte: «Wir sind schon erleichtert.»

Samstags eine Ehrenmeldung

Als Tabellenletzter war Herisau ins gestrige Heimspiel gegangen. 6:7 hatten die Ausserrhoder am Vortag bei Verbano Gordola verloren. Dass sie dabei im zweiten Drittel ein deutliches Chancenplus erspielt und spät ein 3:6 aufgeholt hatten, konnte als Ehrenmeldung für das Gastspiel beim Leader gelten – weil Herisau zehn Sekunden vor Schluss aber einen der für Coach Ruben Baumgartner zu zahlreichen individuellen Fehler beging, blieb es ohne Punkt.

Tempo und Auge

Unterschiedliche Phasen verzeichnete Herisau auch gestern gegen den 1.-Liga-Aufsteiger aus dem Kanton Zürich. Die Einheimischen gingen in jener Besetzung in die Partie, mit der sie im Tessin nahe an einer Überraschung gewesen waren. Einen Wechsel gab es nur auf der Goalieposition (Käser für Holenstein). Das Tor zum 2:0, durch Blaser in die hohe linke Ecke erzielt, stand für das hohe Tempo, das gute Auge und die wirksame Kommunikation nach vorne und nach hinten: Die Zweitoreführung zur ersten Pause war verdient – angesichts von Chläus Meiers penaltyähnlicher Chance (20.) sogar eher zu knapp. «Im mittleren Abschnitt spielten wir etwas zu wenig konsequent», blickte Silvan Stern zurück. Die Abstimmung in der Offensive wie in der Defensive war nicht mehr so gut: Die «Kängurus» aus Dübendorf schafften den Ausgleich, was die Befürchtung aufkommen liess, Herisau würde die geistige und körperliche Frische fehlen. Die Leistung im dritten Abschnitt fiel wieder besser aus. Die Einheimischen waren mehr im Ballbesitz, zeigten sich (abendfüllend) disziplinierter als die Zürcher. 57 Sekunden nach dem 4:3 musste Herisau aber den Gleichstand entgegennehmen, 66 Sekunden nach dem 5:4 wiederum. Bei Herisaus 6:5-Führung spielte der Gast in Überzahl und mit einem zusätzlichen Feldspieler. «Eine gewisse Anspannung war schon da…», sagte Silvan Stern schmunzelnd. Der Vorsprung wurde gehalten – und der letzte Platz wieder abgegeben.

Herisau – Jump Dübendorf 6:5 (3:1, 0:2, 3:2) Sportzentrum. – 125 Zuschauer. – Sr. Brander/Schwarzwälder. Tore: 3. Gemperle 1:0. 6. Blaser (Knecht) 2:0. 13. Bätschi (Jezler, Ausschluss Zellweger) 2:1. 16. Hug (Ausschluss Zellweger und Imper) 3:1. 24. Bötschi (Auer) 3:2. 28. Auer (Bötschi, Ausschluss Solenthaler) 3:3. 48. Stern 4:3. 49. C. Zeier 4:4. 52. Gemperle (A. Rüesch, Ausschluss Jezler) 5:4. 53. Auer (Jezler, Ausschluss Gemperle) 5:5. 56. Zellweger (Chl. Meier) 6:5. Herisau: Käser; Zellweger, Schwarz; Brunner, Solenthaler; Jucker, Wyss; Chl. Meier, Hess, Gemperle; Blaser, Knecht, A. Rüesch; L. Rüesch, Stern, Hug; Wetter. Strafen: 3mal 2 Minuten und 1mal 5 Minuten (Zellweger) gegen Herisau, 6mal 2 Minuten gegen Dübendorf. Regazzi Verbano Gordola – Herisau 7:6 (2:0, 2:3, 3:3) Caserma, Losone. – 100 Zuschauer. Sr. Nöthlich/Scherrer. Tore: 8. Nordh 1:0. 10. Nordh (Castellani) 2:0. 28. Hug (Hess) 2:1. 31. Stern 2:2. 32. Zalesny (Losa) 3:2. 34. Jucker (Wetter) 3:3. 40. Frapolli (Mocettini) 4:3. 49. Nordh (Pellegrini) 5:3. 51. Zalesny (Bosia) 6:3. 51. Rüesch (Blaser) 6:4. 56. Gemperle (Meier) 6:5. 57. Chl. Meier (Gemperle) 6:6. 60. Zalesny (Losa) 7:6.