Synode beschliesst Nichteintreten

Noch immer verfügt die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Appenzell über kein Kirchenreglement. Die Pendenz, die Kirchenratspräsident Kurt Kägi von seinem Vorgänger übernahm, erbt nun sein Nachfolger.

Ueli Abt
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Kirchgemeindehaus Appenzell. (Bild: Archiv)

Kirchgemeindehaus Appenzell. (Bild: Archiv)

WALDSTATT. Eigentlich hätte der Kirchenrat der Synode an der gestrigen Versammlung in Waldstatt die Kirchenreglements-Frage zur Diskussion vorlegen wollen. Auch eine Konsultativabstimmung zum weiteren Vorgehen wäre vorgesehen gewesen – wozu es dann aber nicht kam.

Als letzte der 20 Appenzeller Kirchgemeinden ist Appenzell noch immer ohne einen solchen Erlass. Wie der abtretende Kirchenratspräsident Kurt Kägi an der gestrigen Synode bemerkte, hatte er 2007 die Bewilligung des Reglements als Pendenz von seinem Vorgänger übernommen. Dass das Geschäft auch sein Nachfolger Koni Bruderer erben würde, war absehbar. Dass die Synode aber zu dem Traktandum Nichteintreten beschliessen würde, kam für Kägi nach seiner Aussage überraschend.

Wie er eingangs ausführlich dargestellt hatte, gehen die Schwierigkeiten des Kirchenrates, das Reglement zu bewilligen, auf Widersprüche zwischen der Innerrhoder Gesetzgebung und jener der evangelisch-reformierten Landeskirche zurück. Diese bestehen namentlich in den Bereichen Stimmrechtsalter, Ausländerstimmrecht, Amtszwang und Beschwerderecht.

Um in der Sache weiterzukommen, hatte Kägi folgende drei Verfahrensvarianten vorgeschlagen: Der Kirchenrat beschreitet den Rechtsweg, um endlich zu klären, welches Recht gilt; die Kirchenverfassung wird dahingehend geändert, dass die notwendigen Ausnahmen für die Kirchgemeinde Appenzell festgelegt werden. Als dritte Variante schlug er vor, den Ist-Zustand ohne Reglement einfach beizubehalten.

Susann Inauen plädierte in ihrem Votum dafür, dass die Synode das Geschäft an den Kirchenrat zurückweist. Sie verband den Antrag mit der Hoffnung, dass es in dieser Sache endlich vorwärts gehen werde – der Kirchenrat müsse nun eine Lösung finden; wie sie vorschlug, beispielsweise über die Definition der nötigen Ausnahmen. Der Zusammenhalt innerhalb der reformierten Kirche zwischen Ausser- und Innerrhoden klappe bereits sehr gut, dies dürfe man nicht mit einer allfälligen legalen Auseinandersetzung aufs Spiel setzen. Nachdem die Mehrheit der Synodalen dem Nichteintretensantrag zugestimmt hatte, erübrigte sich vorerst jede weitere Diskussion.

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