SVP legt in Ausserrhoden zu

Verglichen mit den Wahlen im 2011 holt die SVP zwei zusätzliche Sitze im Ausserrhoder Kantonsrat, die FDP kann ihre Sitzzahl halten. Die SP gewinnt ein Mandat hinzu, dennoch spricht der Parteipräsident von einer Niederlage.

Bruno Eisenhut
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HERISAU. Nach den Gesamterneuerungswahlen des Ausserrhoder Kantonsrats darf sich die SVP als Wahlsiegerin bezeichnen. Im 65köpfigen Rat konnte sie ihren Anteil verglichen mit dem Ergebnis aus 2011 um zwei Sitze von zehn auf zwölf erweitern. Insbesondere in Herisau gelang der Partei mit zwei zusätzlichen Sitzen ein Wahlerfolg. So schafften nebst dem Herisauer Gemeindepräsident Renzo Andreani (neu) und den bisherigen David Zuberbühler, Florian Hunziker und Michel Fuhrer zwei weitere SVP-Politiker den Sprung in das Kantonsparlament. Die SVP zog somit Nutzen aus der Neuverteilung der Kantonsratssitze. Von den vier zusätzlichen Sitzen welche Herisau künftig zustehen, sicherte sich die SVP deren zwei. Erst im zweiten Wahlgang wird der zweite Sitz in Stein vergeben. Auch dort befindet sich der SVP-Kandidat bei den nicht gewählten an der Spitze. Ohne Sitzverlust kam die FDP über die Runden. Die Partei bleibt mit 24 zwar immer noch stärkste Partei im Rat, konnte aber nicht von den zusätzlichen Sitzen in Herisau profitieren. Anders als die SP (+1) und die CVP (+1) vermochte die FDP im Ausserrhoder Hauptort die Sitzzahl lediglich zu halten.

SP und Frauen verlieren

Als Verlierer stehen die SP und die Vereinigung der Parteiunabhängigen da. Insbesondere in der Mittelländer Gemeinde Speicher gelang es den Sozialdemokraten trotz einem zusätzlichen Sitz für die Gemeinde den Sitz des verstorbenen Ivo Müller nicht zu verteidigen. Zwar verfügt die SP künftig über einen Sitz mehr als bei den Wahlen im 2011. Da die Partei während der Legislatur durch Ersatzwahlen bis auf sieben Sitze zulegen konnte, sprach Parteipräsident Yves Noël Balmer gestern dennoch von einer Niederlage. Während die SP künftig also noch sechs statt sieben Personen stellt, müssen die Parteiunabhängigen zum 2011 gleich fünf Sitzverluste (17 statt 22) hinnehmen. Dieser Verlust ist auf die Neuverteilung der Kantonsratssitze zurückzuführen. Mit der Sitz-Umverteilung von den kleinen Gemeinden, welche im Majorzsystem wählen, zu Herisau, welches im Proporzsystem wählt, waren Sitzverluste für die Parteiunabhängigen zu erwarten. Die CVP (4) und die EVP (1) sicherten sich ihre bisherigen Anteile in etwa wieder. Die Frauen werden ab dem 1. Juni weniger stark vertreten sein. Bisher gehörten 17 Frauen dem Kantonsrat an, künftig sind es noch deren 15.

Gemeindepräsident abgewählt

Gleich in sechs der zwanzig Ausserrhoder Gemeinden hatten die Stimmberechtigten ein neues Gemeindeoberhaupt zu wählen. Zu einer Abwahl kam es in Wald. Die abtretende und parteiunabhängige Kantonsrätin Edith Beeler stösst den wiederkandidierenden Jakob Egli vom Präsidentenstuhl. Zur Abwahl mögen die Querelen um ein Bauprojekt der Gemeinde geführt haben, für welches sich Egli engagiert einsetzte. In Heiden setzte sich der parteiunabhängige Gallus Pfister gegen drei weitere Kandidaten durch. Mit Dorothea Altherr setzte sich zudem in Trogen eine Parteiunabhängige gegen FDP-Kantonsrat René Langenegger durch. In den Gemeinden Stein, Schönengrund und Grub wurden die alleinigen Kandidatin oder Kandidaten diskussionslos gewählt.

Wahlplakate auf dem Herisauer Obstmarkt. (Bild: pf)

Wahlplakate auf dem Herisauer Obstmarkt. (Bild: pf)

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