SVP legt auch im Toggenburg zu

Das Toggenburg bestätigt seinen Ruf als Hochburg der SVP. Die CVP, die SP, die Grünen und die Mitteparteien verlieren bei den Nationalratswahlen 2015 im Vergleich zu 2011. Die FDP verbessert sich. Lütisburg verzeichnet die dritthöchste Stimmbeteiligung im Kanton.

Martin Knoepfel
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TOGGENBURG. Die SVP bleibt die mit Abstand stärkste Partei im Toggenburg. Zugleich erzielt sie im Toggenburg höhere Stimmenanteile als in anderen Regionen des Kantons. Das zeigt sich anhand der provisorischen Endergebnisse der Nationalratswahlen 2015, wie sie Statistik St. Gallen bereitgestellt hat.

Im ganzen Kanton erreicht die SVP dieses Jahr einen Stimmenanteil von 35,8 Prozent. Im Toggenburg sind es hingegen 41,0 Prozent. Damit legte die SVP im Toggenburg gegenüber den Wahlen 2011 zu, als sie 35,8 Prozent erreicht hat, und übertrifft ebenfalls das Ergebnis von 2007. 2007 sind es 38,5 Prozent.

Abwärtstrend fortgesetzt

Die Nummer zwei im Toggenburg ist die CVP mit einem Stimmenanteil von 17,8 Prozent. Vor vier Jahren hat die CVP im Toggenburg 22 Prozent der Stimmen erhalten, womit sich der rückläufige Trend von 2007 (23 Prozent) bestätigt und beschleunigt. Auch die Grünen fallen im Toggenburg zurück – von 5,7 auf 5,0 Prozent Stimmenanteil – und setzen damit den seit 2007 anhaltenden Sinkflug fort.

Die BDP und die Grünliberalen gehen Hand in Hand und müssen sich mit je 3,2 Prozent der Stimmen begnügen. 2011 sind es noch je 3,9 Prozent gewesen. Die EVP und die EDU schneiden mit 1,9 beziehungsweise 1,8 Prozent der Stimmen genau gleich ab wie bei der Wahl von 2011.

FDP mit Stimmengewinn

Einen Stimmenanteil von 13,9 Prozent verbucht die FDP. Das sind 1,5 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2011. Damit hat die FDP im Toggenburg fast wieder das Niveau von 2007 – 14,1 Prozent – erreicht.

Die SP kommt im Toggenburg dieses Jahr noch auf 9,9 Prozent der Stimmen. Sie fällt damit noch hinter das Ergebnis von 2007 zurück und verliert gegenüber der Nationalratswahl 2011 fast drei Prozentpunkte.

Die EVP und die Grünen sind im Toggenburg etwa gleich stark wie im kantonalen Mittel. Die EDU und die SVP schneiden hier deutlich besser ab als auf kantonaler Ebene. Mit Abstrichen gilt das auch für die CVP. Die BDP, die FDP, die Grünliberalen und die SP liegen im Toggenburg unter dem Stimmenanteil, welchen sie auf kantonaler Ebene erzielen.

Stimmfleissige Lütisburger

Die Stimmbeteiligung erreicht im kantonalen Mittel bei der Nationalratswahl 46,5 Prozent und bei der Ständeratswahl 49,4 Prozent. Die Toggenburger gehen etwas häufiger zur Urne als die Mitbürger in anderen Wahlkreisen: 51,1 und 52,5 Prozent lauten die Werte.

Am höchsten ist die Stimmbeteiligung bei der Nationalratswahl in Lütisburg mit 58,2 Prozent. Es folgen Mosnang und Hemberg mit je rund 56 Prozent. Knapp dahinter liegen Oberhelfenschwil, Wildhaus-Alt St. Johann, Nesslau und Ebnat-Kappel mit Werten von 54 bis 52 Prozent. In Bütschwil-Ganterschwil, Kirchberg und Wattwil geht rund jeder zweite Stimmbürger an die Urne oder wirft das Stimmcouvert ein. In Neckertal sind es 48,2 Prozent und in Lichtensteig 45,6 Prozent. Lütisburg weist die dritthöchste Wahlbeteiligung im Kanton auf, nach Mörschwil und Berg mit 60 und 59 Prozent (jeweils Nationalrat).

Keller-Sutter überall vorne

Bei der Ständeratswahl kandidierte diesmal kein Toggenburger, im Gegensatz zu 2011, als Toni Brunner angetreten war. Im Wahlkreis Toggenburg liegt Karin Keller-Sutter (FDP, bisher) mit 11 244 Stimmen weit vorne. Sie hat in allen Toggenburger Gemeinden am meisten Stimmen erhalten. In einigen Gemeinden sind es doppelt so viele wie der zweitplazierte Kandidat. Paul Rechsteiner (SP, bisher) und der drittplazierte Thomas Müller (SVP, neu) liegen mit 5748 respektive 5704 Stimmen im Toggenburg jedoch fast gleichauf. Damit bestätigt sich der starke Rückhalt der SVP im Toggenburg, denn auf gesamtkantonaler Ebene erzielt Paul Rechsteiner gut 20 Prozent mehr Stimmen als Thomas Müller. In den Gemeinden Wildhaus-Alt St. Johann, Nesslau, Oberhelfenschwil, Neckertal, Hemberg und Mosnang liegt Thomas Müller vor Paul Rechsteiner. In vielen Gemeinden ist der Abstand aber klein, ausser in Wattwil, wo Paul Rechsteiner (1174) Thomas Müller um fast 300 Stimmen distanziert. Alle übrigen Ständeratskandidaten bleiben im Toggenburg unter 2000 Stimmen und sind damit weit abgeschlagen.

Wahlplakate an der Wilerstrasse in Wattwil. (Bild: Martin Knoepfel)

Wahlplakate an der Wilerstrasse in Wattwil. (Bild: Martin Knoepfel)