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Sündenregister Juli 2012

In Ferien-Monaten hat man bekanntlich Zeit. Da passt es, statt «der Sünde des Monats» einmal ein «Sündenregister Juli 2012» vorzulegen. Ihr ganz persönliches mögen Sie selbst anlegen, im Wissen um den biblisch bezeugten «Balken im eigenen Auge».

In Ferien-Monaten hat man bekanntlich Zeit. Da passt es, statt «der Sünde des Monats» einmal ein «Sündenregister Juli 2012» vorzulegen. Ihr ganz persönliches mögen Sie selbst anlegen, im Wissen um den biblisch bezeugten «Balken im eigenen Auge». Aufgeräumt aus den Ferien zu kommen, wäre doch ein Ziel! – Die Suche nach «Splittern im fremden Auge» gilt als einfacher. Und so heiss war der Juli 2012, ausser nun gegen Ende, ja nicht, dass sich nicht Haarsträubendes erinnern liesse. Schicken Sie mir doch Ihre Version des «Fremd-Sündenregisters Juli 2012».

Hier folgt meines:

• Am Anfang: Schweizer Handgranaten, die – nicht mehr nur vermutet – in Syrien eingesetzt werden. Und Pilatus-Flugzeuge für Golfstaaten; fürs Training gedacht, einfach umzurüsten für Kampfeinsätze.

• Dann: die Syrien-Berichterstattung des Schweizer Fernsehens. Es weiss, dass Chinesen und Russen keine Ahnung haben, und verbreitet endlos Rebellen-Handy-Aufnahmen als Dokumentarberichte; wie wenn da nicht ein rabiater Bürgerkrieg im Gange wäre, gefüttert von vielerlei einander widerstreitenden ausländischen Interessen!

• Dazu: die Bombenattentate im Irak gegen schiitische Muslime, obwohl oder weil gerade Ramadan ist.

• So viel: zur Situation in Bürgerkriegsländern des Mittleren Ostens nach dem Abzug «demokratiefördernder, friedenstiftender ausländischer Truppen»; oder ging es doch primär um anderes?

• Beigefügt: der Entscheid des Zürcher Kinderspitals, keine religiös begründeten Beschneidungen von Buben mehr durchzuführen – und erst dann über seine bisherige Praxis nachzudenken.

• Andauernd: die internationale Spekulation gegen die Eurozone, auf dass es keine alternative Weltwährung neben dem kränkelnden Dollar gebe. – Zwei Währungsräume kann nicht einmal China retten. Wer wird das Glücksspiel der Investoren und Banken bezahlen?

All dem füge ich zwei Sünden an, die im Juli entdecken konnte, «wer Augen hat zu sehen»:

• Die eine hat die Waadtländer Kantonsregierung ans Licht befördert, als sie beschloss, Transparenz bei der Unternehmensbesteuerung zu schaffen. Neu gelten Steuererleichterungen nicht mehr als «Recht, sondern als Möglichkeit» (Pascal Broulis). Und sie werden nach Regeln gewährt, die «Start-up-Unternehmen» bevorzugen, also Firmen-Neugründungen, die mit einer Hochschule oder einem wissenschaftlichen Institut zusammenarbeiten. In zweiter Linie werden Produktionsbetriebe gefördert; erst dann Dienstleistungszentren und zuletzt Hauptsitze. Die erhalten Steuernachlass nur noch, wenn sie während 10 Jahren mindestens 40 Arbeitsplätze schaffen, pro Jahr 400 000 Franken Miete bezahlen oder Investitionen in der Höhe von mindestens 4 Millionen Franken tätigen. Wer Waffen produziert oder die Umwelt schädigt, wird nicht berücksichtigt.

Wie ist es möglich, dass über Jahre Steuererleichterungen und Pauschalbesteuerung gewährt wurden ohne solche Regeln? Wo blieb der einfache Grundsatz, dass jede Person und Firma nach ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit Steuern bezahlen soll?

• Die andere verdeckte Sünde hat das deutsche Bundesverfassungsgericht im Juli an den Tag gebracht. Es verlangt für Deutschland, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner, auch alle Asylsuchenden, Anspruch auf das Existenzminimum haben. – Was hat in diesem Zusammenhang der Nationalrat mit Unterstützung von freiem Sinn und angeblichen Christen dieses Frühjahr beschlossen?

Hans Jörg Fehle, Wattwil

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