Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Sünden und Ärgernisse der Raumplanung

Im Anschluss an die Vorstellung des Raumkonzepts haben unter der Leitung des Redaktors Hansruedi Kugler der Immobilientreuhänder Benno Zoller, der Denkmalpfleger Pierre Hatz und der Raumplaner Beat Rey über Aspekte der Entwicklung von Wohnraum diskutiert.
Matthias Giger

EBNAT-KAPPEL. Hansruedi Kugler hat sich auf unkonventionelle Weise auf das Podium zum Schlüsselprojekt «Modellentwicklung für die Sanierung und den Ersatz bestehender Bausubstanz» vorbereitet. «Ich bin drei Tage lang durchs Toggenburg gefahren und habe vermeintliche Bausünden, bisher ungenutzte, zentrumsnahe Flächen und renovationsbedürftige Bauten fotografiert», sagte er. Die Fotos dienten ihm als Beispiel für Fragen an die drei Fachleute.

Hochhäuser in Wattwil

Von Raumplaner Beat Rey, der bereits von verschiedenen Toggenburger Gemeinden mit der Raumplanung betraut wurde, wollte Hansruedi Kugler wissen, ob man auch heute noch Hochhäuser in Wattwil oder beispielsweise Bütschwil bauen könnte. «Nachdem in den vergangenen 20 Jahren der Bau von Hochhäusern verpönt war, wird heute wieder vermehrt in die Höhe gebaut», sagte er. Pierre Hatz, Leiter der Denkmalpflege des Kantons St. Gallen widersprach: «Hochhäuser sind keine idealen Gebäude für das touristische Toggenburg.» Der Immobilientreuhänder Benno Zoller wiederum sagte: «In Wattwil gibt es rund 13 Hochhäuser und sie fügen sich ausserordentlich gut ins Dorfbild ein.»

Dorfzentren verfaulen

Moderator Hansruedi Kugler erzählte, dass ihm Raumplaner Beat Rey am Telefon gesagt hatte, die Zentren einiger Dörfer des Toggenburgs würden innen verfaulen während sie von aussen schön anzusehen sind und fragte: «Wer ist daran schuld, Herr Rey?» Dieser sagte, das liege nicht an der mangelnden Nachfrage seitens von Investoren, sondern daran, dass der emotionale Wert von Häusern weit höher ist als der errechnete. Viele Hausbesitzer könnten sich nicht damit abfinden, dass ihr altes, dem Abbruch geweihtes Haus keinen Wert mehr besitzt und liessen sie deshalb einfach stehen, so Beat Rey. Hinzu komme, dass Dorfzentren nicht den attraktivsten Wohnraum darstellen. Hansruedi Kugler wollte von Benno Zoller wissen, wann der Schandfleck, das Eckhaus gegenüber des Casablanca endlich renoviert werde. Dieser sagte, die Denkmalpflege müsste sich entweder finanziell weit stärker beteiligen, damit sich die Aussen- und Innensanierung lohnt und die Mietpreise nicht in sphärische Höhen schnellen. Denkmalpfleger Pierre Hatz erwiderte, dass der Erhalt denkmalgeschützter Bauten auch Investoren etwas wert sein sollte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.