Suche nach einem neuen Kopf

Eine Findungskommission der Ausserrhoder FDP hält Ausschau nach einer neuen Parteileitung. In ihren Reihen gibt es einige profilierte Köpfe. Im Hinblick auf kommende nationale Wahlen ist das Amt nicht zu unterschätzen.

Patrik Kobler/Monika Egli
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Persönlichkeiten, welche sich unsere Zeitung als FDP-Präsidenten oder Präsidentin vorstellen könnte: Andreas Schmidheini, Daniela Merz, Andrea Caroni, Katrin Alder, Urs Alder, Annette Joos, René Rohner, Monika Bodenmann, Roger Sträuli (von oben links).

Persönlichkeiten, welche sich unsere Zeitung als FDP-Präsidenten oder Präsidentin vorstellen könnte: Andreas Schmidheini, Daniela Merz, Andrea Caroni, Katrin Alder, Urs Alder, Annette Joos, René Rohner, Monika Bodenmann, Roger Sträuli (von oben links).

AUSSERRHODEN. Die FDP muss einen neuen Präsidenten oder eine Präsidentin suchen, nachdem das Co-Präsidium Willi Eugster und Monica Sittaro den Rücktritt erklärt hat. Dafür wird eine Findungskommission eingesetzt; wer sie präsidiert, wird noch nicht bekanntgegeben.

Ideale Integrationsfigur

Weit suchen nach dem optimalen Kandidaten muss die FDP nicht: Ständerat Andrea Caroni dürfte zuoberst auf der Wunschliste stehen. Er wäre die ideale Integrationsfigur, die der Ausserrhoder FDP wieder auf die Beine und zu Ausstrahlung verhelfen könnte. Sein eloquentes Auftreten und seine exzellenten Verbindungen wären unschlagbare Trümpfe. Zwar hat er es rigoros abgelehnt, in das Rennen um das Parteipräsidium der FDP Schweiz zu steigen. Sein Leben sei mit der Familie, mit dem Ständeratsmandat und dem Beruf mehr als ausgefüllt. Das Präsidium der FDP Schweiz erfordere, wolle man es gut machen, einen bedingungslosen Einsatz, quasi «sieben Tage pro Woche, 24 Stunden pro Tag». Einen solchen immense Arbeits- und Zeitaufwand muss der FDP-AR-Präsident jedoch nicht leisten. Und dass es von Vorteil ist, seinen Präsidenten gleichzeitig im National- oder Ständerat zu haben, beweisen zahlreiche Beispiele aus der ganzen Schweiz.

Die Kandidatinnen

Die FDP AR hat aber auch Frauen in ihren Reihen, denen man das Amt ohne weiteres übergeben dürfte. Die beiden Herisauerinnen Katrin Alder und Daniela Merz haben sich in der Vergangenheit politisch, beruflich und – im Fall von Katrin Alder – im Präsidium einer grösseren Institution schon mehrfach profiliert. Sie haben «Pfupf», ein gutes, authentisches Auftreten und sind im richtigen Alter. Beide wurden schon mehr als einmal ins Spiel gebracht, wenn es um politische Ämter ging. Man könnte sich Katrin Alder und Daniela Merz durchaus auch «in Bern» vorstellen. Sollten solche Ambitionen vorhanden sein, wäre jetzt der Zeitpunkt für Aufbauarbeit gekommen. Ein gut geführtes Parteipräsidium wäre bei den nächsten Wahlen von Vorteil.

Weitere valable Kandidatinnen wären auch die Herisauerin Annette Joos und Monika Bodenmann aus Waldstatt. Beide verfügen über grosse Erfahrung, kennen sie doch sowohl die Arbeit im Gemeinde- als auch Kantonsrat. Annette Joos ist Präsidentin der FDP-Kantonsratsfraktion und seit zehn Jahren Schulpräsidentin von Herisau. Überdies ist sie Mitglied der Steinegg Stiftung. Auch Monika Bodenmann ist ein engagiertes Parteimitglied. Die Kantonsrätin gehört der Staatswirtschaftlichen Kommission an und präsidiert den Verwaltungsrat der Appenzellerland Tourismus AG.

Die Kandidaten

Aber auch an fähigen Männern mangelt es in der FDP keineswegs. Genannt sei vorab Andreas Schmidheini. Er ist zwar weder Gemeinde- noch Kantonsrat, dafür ist der Varioprint-Chef ein Unternehmer, der weiss, wie man erfolgreich führt. Dem gut vernetzten Vorstandsmitglied des Industrievereins AR wäre es zuzutrauen, die FDP wieder auf die Erfolgsspur zurückzuführen. Mit Urs Alder wäre ein weiteres Vorstandsmitglied des Industrievereins ein geeigneter Kandidat für die FDP-Spitze. Der Teufner Kantonsrat hat sich unlängst von den Parteiunabhängigen verabschiedet und sich offiziell der FDP angeschlossen. Als ehemaliges Konzernleitungsmitglied und Personalchef von Huber+Suhner verfügt er über ausgewiesene Führungserfahrung. Profilierte Köpfe wären zudem alt Kantonsrat Roger Sträuli aus Rehetobel – der als umtriebiger Kopf der IG Starkes Ausserrhoden auffällt – sowie alt Kantonsratspräsident René Rohner, auch wenn er bereits als Gewerbepräsident vorgesehen ist. Ausserordentliche Situationen erfordern indes zuweilen ausserordentliche Massnahmen. Rohner hat bereits bewiesen, dass er anpacken kann.

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