Subhani will in den Hungerstreik treten

HERISAU. Abdul Ali Subhani hat sich gestern in Herisau mit einem Protestplakat vor dem Haus, wo sich die Büros der Sozialen Dienste befinden, niedergelassen. Es geht ihm um seine drei Kinder, die fremdplaziert sind. Er werde nichts mehr essen.

Monika Egli
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Abdul Ali Subhani gestern morgen vor dem Haus zum Baumgarten. «Meine Kinder haben Verletzungen. Ich brauche Hilfe», steht unter anderem auf dem Plakat. Der geschiedene Mann aus Afghanistan protestiert gegen die Fremdplazierung seiner drei Kinder. (Bild: eg)

Abdul Ali Subhani gestern morgen vor dem Haus zum Baumgarten. «Meine Kinder haben Verletzungen. Ich brauche Hilfe», steht unter anderem auf dem Plakat. Der geschiedene Mann aus Afghanistan protestiert gegen die Fremdplazierung seiner drei Kinder. (Bild: eg)

Eine Nachbarin machte die Redaktion per Telefon aufmerksam: «Seit 8 Uhr heute morgen sitzt ein Mann mit einem Plakat vor dem Gemeindehaus. Er kämpft um seine Kinder.» Vor Ort dann zeigte sich, dass sich Abdul Ali Subhani, ein Asylsuchender aus Afghanistan, auf dem Bänkli vor dem Haus zum Baumgarten eingerichtet hatte. In diesem Haus befinden sich auch die Büros der Sozialen Dienste Herisau.

«Ich brauche Hilfe»

Abdul Ali Subhani lebt nach eigenen Aussagen seit fünf Jahren in Herisau und ist geschieden. Seine drei Kinder im Alter von 6, 7 und 8 Jahren wurden laut seiner Darstellung (er spricht nur gebrochen Deutsch) in einer Familie in einer anderen Ortschaft plaziert. Unter Tränen erzählte er, dass er sie vermisse und nun in einen Hungerstreik trete. Auf dem Plakat steht unter anderem: «Ich brauche Hilfe. Die Gemeinde Herisau entzieht meine Kinder.»

«Seit Wochen im Gespräch»

Cornelia Abderhalden, stellvertretende Bereichsleiterin Sozialhilfe, beantwortet an Ort und Stelle keine Fragen. Ansprechperson ist Jolanda Oelke, Präsidentin der Kesb AR (Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden). Man sei, sagt sie, seit Wochen im Gespräch mit Abdul Ali Subhani. Er sei – mit Dolmetscher – über seine Rechte aufgeklärt worden, habe aber wohl von seinem kulturellen Hintergrund her eine andere Sicht der Dinge. Vertreter von der Kesb und der Sozialen Dienste seien bereits vor Ort gewesen. Man habe ihm Getränke gebracht und versucht, ihn zum Heimgehen zu bewegen. Solange Abdul Ali Subhani nicht randaliere, sehe die Gemeinde keinen Grund, die Polizei einzuschalten. Über Einzelheiten des Falls gibt es keine Auskünfte.

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