Subaru-Mechaniker peilt Podest an

Der Kirchberger Ivo Schönenberger bestreitet am 11. November die Subaru-Mechaniker-WM in Tokio. In der japanischen Hauptstadt möchte er die Schweiz würdig vertreten und einen Podestplatz holen. Um dieses Ziel zu erreichen, bereitet er sich mit viel Aufwand vor.

Timon Kobelt
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Ivo Schönenberger ist gelernter Automechaniker. Mit viel Leidenschaft setzt er sich dafür ein, defekte Autos zurück auf die Strasse zu bringen. (Bild: Timon Kobelt)

Ivo Schönenberger ist gelernter Automechaniker. Mit viel Leidenschaft setzt er sich dafür ein, defekte Autos zurück auf die Strasse zu bringen. (Bild: Timon Kobelt)

KIRCHBERG. Er verspüre bereits «ein Kribbeln», wenn er sich die Videos und Bilder der vergangenen Subaru-Mechaniker-WM anschaue. Ivo Schönenberger hat sich im Juni für die Weltmeisterschaften der Subaru-Mechaniker qualifiziert. Indem er die Schweizer Meisterschaft gewann, löste er das Ticket für Tokio.

Zweifacher Schweizer Meister

Bereits im Jahr 2009 hatte Ivo Schönenberger die Schweizer Meisterschaft der Subaru-Mechaniker für sich entschieden. Ärgerlicherweise fand ausgerechnet in diesem Jahr die Weltmeisterschaft in Tokio nicht statt. Sie fiel der grossen Weltwirtschaftskrise zum Opfer. «Natürlich fand ich es sehr schade, dass 2009 die WM nicht ausgetragen werden konnte», sagt Ivo Schönenberger. Allerdings sei er damals mit 26 Jahren auch noch extrem jung gewesen und zum ersten Mal Vater geworden. «Ich hatte zu jener Zeit auch sonst sehr viel zu tun und konnte die Zeit meinem Sohn widmen», sagt der Schweizer Meister. Dieses Jahr könne er sich nun völlig ohne Ablenkung auf die grosse Aufgabe vorbereiten. «Dabei sein reicht mir nicht.» Er wolle unbedingt den ersten Podestplatz für die Schweiz holen.

Intensive Vorbereitung

Für dieses Ziel kommt der Toggenburger nicht umhin, sich seriös vorzubereiten. Schliesslich wird er sich mit den besten Subaru-Mechanikern der Welt messen. «Eine Woche vor Abflug treffe ich mich mit einem Vertreter von Subaru Schweiz. Er ist für Schulungen verantwortlich und wird mich die ganze Woche bestmöglich auf die verschiedenen Aufgaben vorbereiten.» Doch schon vor dieser Zeit ist Ivo Schönenberger mit der Vorbereitung beschäftigt. «Ich arbeite vor allem theoretische Fragebögen durch. Diese sind von der Schwierigkeit her nicht zu unterschätzen», sagt der 32-Jährige. Auch gewisse praktische Dinge könne er zu Hause üben.

In Tokio entsteht wegen des zahlreichen Publikums eine neue Situation. «Bei den Schweizer Meisterschaften waren nie viele Leute anwesend», sagt Ivo Schönenberger. Dies werde eine ganz neue Herausforderung. Um sich optimal darauf einzustellen, wird der Mechaniker mit dem prominenten Mentaltrainer Rinaldo Manferdini zusammenarbeiten. Dieser hat schon Athleten wie Beat Hefti (Bob) oder Nadja Styger (Ski alpin) zu Erfolgen verholfen. Die mentale Komponente sei an einem Wettkampf eminent wichtig. «Ich will gut vorbereitet sein, falls es zu Unterbrüchen oder ähnlichen unerwarteten Vorfällen kommt», sagt Ivo Schönenberger weiter.

Vielfältige Aufgaben

Das Mentaltraining dürfte auch bei der Bewältigung der Aufgaben hilfreich sein. Es warten verschiedene Herausforderungen auf den Kirchberger, der bei der Apollo Garage in Schwarzenbach arbeitet. Zunächst gibt es einen Theorieteil, bei dem sich Wissensfragen, Lückentexte und Multiple-Choice-Fragen abwechseln. Des weiteren wird er sich praktisch beweisen müssen. Beispielsweise muss er bei einem defekten Subaru die fehlbaren Teile finden und korrekte Diagnosen abgeben. Auch elektronisch fordern ihn die Organisatoren. Ivo Schönenberger muss zuerst elektronische Schaltungen theoretisch korrekt anwenden. Auf einem Blatt gilt es, leere Positionen zu ergänzen und die Schaltung danach mit elektronischen Teilen und Kabeln zu installieren. «Der Zeitdruck verkompliziert diese Aufgaben. Man darf sich nicht ablenken lassen, wenn man sieht, dass ein Kontrahent schneller vorankommt», sagt Ivo Schönenberger. Gewisse Aufgaben, wie die Schaltungen, kann der Toggenburger zu Hause üben.

Von klein auf trainiert

Zugute kommt ihm, dass er sich bereits in jungen Jahren mit Autos befasst hat. «Seit der fünften Klasse schraube ich an Modellautos herum», sagt Ivo Schönenberger. Immer wenn er etwas Motorisiertes bekommen habe, habe er es auseinander nehmen müssen. «Schon wenn man Modellautos auseinander nimmt, kann man sehr viel lernen», sagt der 32-Jährige. Sein Hobby habe er sich selber finanzieren müssen. «Dies war eine wichtige Lektion, die es zu lernen galt. Meine Eltern haben immer gesagt, dass ein teures Hobby selbst bezahlt werden muss», sagt Ivo Schönenberger. Gelegenheit, dieses Geld zu beschaffen, gab ihm sein Vater, der ihn in den Ferien mit auf den Bau nahm. Somit hat Ivo Schönenberger von klein auf die Voraussetzungen, um an der WM einen Podestplatz zu holen.