Die ETH zu Besuch in Trogen: Wie die Elite-Uni den Ausserrhoder Kantonsschülern die Angst vor der Mathematik nehmen will

An der Kantonsschule Trogen informieren Studenten der ETH die Lernenden über das Studienangebot.

Stephanie Häberli
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Die Lernenden dürfen an den Informationsständen verschiedene Experimente ausprobieren.

Die Lernenden dürfen an den Informationsständen verschiedene Experimente ausprobieren.

Bild: Stephanie Häberli

Das Foyer im Hauptgebäude der Kantonsschule Trogen (KST) ist kaum wiederzuerkennen. Dort, wo sonst kleine Bistrotische die Schüler zum Verweilen einladen, sind am Mittwoch zahlreiche Infostände aufgebaut. Die Wanderausstellung der eidgenössischen technischen Hochschule «ETH unterwegs» ist bereits zum dritten Mal in Trogen zu Besuch. Die zuständige Prorektorin der Kantonsschule Trogen, Daniela Weber, sagt:

«Wir möchten die Lernenden für die Naturwissenschaften und Technik im Allgemeinen sowie für die gesellschaftliche Relevanz dieser Themen sensibilisieren.»

Am Dienstagabend fand in der Aula der Kantonsschule die Auftaktveranstaltung statt. ETH-Rektorin Sarah Springmann verriet am Beispiel ihrer eigenen Laufbahn als Ingenieurin, Spitzensportlerin und Rektorin, worauf es ankommt: «Talent, Ziele und Fleiss sind die Erfolgsfaktoren», sagte sie. Im Anschluss an das Referat hatten Interessierte die Gelegenheit, ihr persönliche Fragen zu stellen. Auch Landammann Alfred Stricker, Regierungsrat Dölf Biasotto und Urs Alder, der Präsident des Industrievereins, waren anwesend.

Einblick in die Studiengänge

Am Mittwoch erhalten die Schüler an zahlreichen Infoständen die Möglichkeit, sich individuell über die Studienrichtungen der technischen Hochschule zu informieren. Zudem sind Studierende des jeweiligen Fachbereichs vor Ort, um Fragen zu beantworten. «Die Schüler sollen ein realistisches Bild der Studiengänge bekommen» erklärt Gaby Kläy von der Studienorientierung der Hochschule. Um das zu erreichen, haben die Lernenden auch die Möglichkeit, selber Experimente durchzuführen.

Die Studienrichtung Mathematik leide, laut den Studenten, oft unter dem Ruf, zu theoretisch zu sein. Sie möchten den Besuchern anhand von praktischen Beispielen das Gegenteil beweisen. Der Mathematikstudent Timon Maag erklärt:

«Wir wollen die Relevanz von Mathematik im täglichen Leben aufzeigen. Weiter versuchen wir, den Lernenden die Angst vor dem Fach zu nehmen»

Auch Marc Kummer, Rektor der Kantonsschule, sagt, dass die Mathematik viele vor einem ETH-Studium abschreckt. «Wir versuchen, den Lernenden zu helfen, diese Hürde zu überwinden und die Wichtigkeit von Wissenschaft und Technologie deutlich zu machen.» Der Tag scheint dem Grossteil der Lernenden zu gefallen. «Ich kann mir nun besser vorstellen, einmal an der ETH zu studieren. Vorher war diese für mich immer eine Elite-Elite-Uni, mit welcher ich nichts anfangen kann», sagt Schüler Marc Alexander Strauch. Zudem sei ihm aufgezeigt worden, dass man neben dem Studium auch ein tolles Sportangebot habe, fährt der Schüler fort.

Ein Tag mit vielen Eindrücken

Auch für jene, die sich nicht für ein Studium an der Hochschule interessieren, ist der Tag spannend: «Wir haben gerade eben ein tolles Experiment gemacht. Es ist interessant zu sehen, welche Studienrichtungen es gibt. An der ETH studieren, möchte ich aber nicht», sagt Tobija Dörig. Parallel zur Ausstellung läuft ein Programm in der Aula. Ehemalige der Kantonsschule, die heute an der ETH studieren, teilen ihre Erfahrungen mit den Lernenden. Später präsentieren Professoren und Professorinnen der Hochschule aktuelle Forschungsthemen und die konkreten Lösungsversuche, um diesen Problemen entgegenzuwirken. Vermutlich wird «ETH unterwegs» auch in Zukunft Gast der KST sein. Daniela Weber erklärt: «Der nächste Anlass in dieser Form ist im Jahre 2024 geplant.»