Streit um Salt-Antenne

WALZENHAUSEN. Anwohner wehren sich gegen den Bau einer Mobilfunkantenne auf dem Grundstück der Weiss AG in Walzenhausen. Sie werfen deren Inhaber Hans Altherr ein rücksichtsloses Verhalten vor. Der Ständerat kontert die Vorwürfe.

Jesko Calderara
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Noch steht erst das Visier: Der Mobilfunkanbieter Salt plant auf dem Gelände der Weiss AG eine Antenne. (Bild: cal)

Noch steht erst das Visier: Der Mobilfunkanbieter Salt plant auf dem Gelände der Weiss AG eine Antenne. (Bild: cal)

Auf dem Gelände der Firma Weiss AG in Walzenhausen soll eine Mobilfunkantenne aufgestellt werden. Das Telekommunikationsunternehmen Salt Mobile SA hat Mitte Juni bei der Gemeinde das Baugesuch eingereicht. Zurzeit steht unmittelbar neben dem Betriebsgebäude ein acht Meter hohes Visier. Inhaber der Weiss AG ist der Ausserrhoder Ständerat Hans Altherr. Gegen das Vorhaben regt sich allerdings Widerstand. So sind insgesamt 13 Einsprachen eingegangen, wobei eine davon mehrere Personen unterschrieben haben. Rekursberechtigt waren alle Grundstückeigentümer, die in einem Umkreis von 390 Metern leben. «Der Standort der geplanten Mobilfunkantenne liegt mitten in einem Wohnquartier», sagt Armin Bayard, der zu den Einsprechern gehört. Die betreffenden Liegenschaften würden bei einem Bau der Antenne bis zu 30 Prozent an Wert verlieren.

Angst vor Strahlenbelastung

Die Gegner fürchten zudem die gesundheitlichen Risiken der Funkstrahlen. Im Fokus ihrer Kritik steht Hans Altherr. Es sei inakzeptabel, dass dieser ohne Rücksicht auf Mensch und Natur Hand zum Bau der Antenne biete, bemängelt Bayard. Er unterstellt Altherr, nur aus finanziellen Gründen seinen Boden zur Verfügung zu stellen. Keine Freude an einer Mobilfunkantenne in seiner Nachbarschaft hat auch der Heilpraktiker Richard Kellenberger. «Elektrosmog kann zu Schlafstörungen, Burn-out oder Hyperaktivität bei Kindern führen.» Namhafte Wissenschafter machten zunehmend auf solche Gefahren aufmerksam. «Diese werden allerdings von den Behörden meistens ignoriert», sagt Kellenberger. Er bezweifelt darüber hinaus, dass alle in Walzenhausen von einem besseren Empfang profitieren. «Salt geht es wohl eher darum, einen Teil des Gebiets um den Bodensee abzudecken.»

Strenge Grenzwerte

Der Anstoss zu einer neuen Mobilfunkantenne in Walzenhausen ging von Salt aus. «Die Vertreter des Unternehmens kamen auf die Weiss AG zu, weil sie den Standort als geeignet einstufen», sagt Hans Altherr. Er habe sich schon früher bei der Swisscom für einen besseren Mobilfunkempfang in Walzenhausen eingesetzt. Für ihn sei deshalb klar gewesen, die Anfrage des Mobilfunkanbieters positiv zu beantworten. Angst vor der Strahlung der Antenne hat Altherr keine. Die Schweiz habe weltweit die strengsten Grenzwerte festgelegt. Diese müssten eingehalten werden, gibt Altherr zu bedenken. Auch den Vorwurf, mangelhaft kommuniziert zu haben, lässt er nicht gelten. «Dies ist Sache der Bauherrschaft.» Er könne bezüglich der technischen Gegebenheiten nicht kompetent Auskunft geben, sagt der Ständerat. Als Miete bezahlt Salt der Weiss AG monatlich 500 Franken. Das Geld habe bei seinem Entscheid keine wesentliche Rolle gespielt, betont Altherr.

Laut Bauherrin Salt wird sich der Empfang in der Region Walzenhausen mit der neuen Antenne verbessern. «Die Reichweite kann jedoch nicht genau eingegrenzt werden», sagt Salt-Mediensprecherin Elvira Bruggmann. Die Konzessionen verpflichteten die Mobilfunkbetreiber zum Aufbau eines entsprechenden Netzes. Der Bedarf dafür steige durch die Verbreitung von Smartphones und anderen mobilen Geräten stark an.

Der Walzenhauser Gemeindepräsident Hansruedi Bänziger wollte sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht zum Antennen-Projekt äussern.

Armin Bayard Anwohner und Einsprecher (Bild: cal)

Armin Bayard Anwohner und Einsprecher (Bild: cal)