Weissbad: Ein Kuhweg wird ohne Bewilligung zu einer Strasse erweitert - WWF erhebt Einsprache

Der WWF erhebt eine weitere Einsprache gegen ein nachträglich eingereichtes Baugesuch.

Margrith Widmer
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Der WWF bekämpft in Weissbad die illegale Erweiterung von Kuhwegen zu Strassen.

Der WWF bekämpft in Weissbad die illegale Erweiterung von Kuhwegen zu Strassen.

Bild: APZ

Illegaler Strassenbau im Naturschutzgebiet und nachträgliche Baugesuche scheinen in Appenzell Innerrhoden Schule zu machen. Zum dritten Mal innert kurzer Zeit erhebt der WWF Einsprache gegen einen bereits erstellten Weg in Weissbad, für den jetzt ein nachträgliches Baugesuch gestellt wurde.

Bereits im November hatte die Umweltschutzorganisation gegen zwei «vorgezogene» Strassenbauten in Weissbad Einsprachen erhoben. Es handelt sich immer um dasselbe Vorgehen: Ein Kuhweg wird mit dem Bagger ohne Bewilligung illegal zu einer Strasse erweitert - und dann - wenn die Behörden davon Kenntnis bekommen haben - ein Baugesuch gestellt.

Die Sanierung, beziehungsweise Neuerstellung dieses Bewirtschaftungswegs erfolgte innerhalb des Gebiets des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler(BLN) Nummer 1612 «Säntis», eines Landschaftsschutzgebiets von nationaler Bedeutung. BLN-Gebiete sind laut der entsprechenden Verordnung ungeschmälert zu erhalten. Bei BLN-Gebieten handelt es sich um die wertvollsten Landschaften der Schweiz.

Baubewilligung soll verweigert werden

«Das vorliegende Vorhaben, insbesondere der ohne Bewilligung neu erstellte Fahrweg von drei Metern Breite und zirka 150 Metern Länge stellt einen schwerwiegenden Eingriff in die landschaftliche Eigenart des Objekts dar und ist unseres Erachtens nicht bewilligungsfähig», schreibt der WWF in seiner Einsprache an die Bauverwaltung Inneres Land. «Aufgrund der Aufnahmen im Geoportal AI/Orthofoto ist klar ersichtlich, dass der Bewirtschaftungsweg neu erstellt, beziehungsweise verlängert wurde», heisst es weiter. Der WWF beantragt, die Bewilligung für das Bauvorhaben zu verweigern und den Rückbau des bereits erfolgten Eingriffs zu verfügen.

Gleiche Anträge bereits einmal gestellt

Identische Anträge hatte der WWF Mitte November bereits im Fall zweier weiterer illegaler Strassenbauten, ebenfalls in Weissbad, gestellt. Eines der Grundstücke befindet sich auch innerhalb des BLN-Gebiets «Säntis», das andere sogar im eidgenössischen Jagdbanngebiet Säntis.

Reduktion der Beweidungsintensität

Schon im Rahmen des Konzeptes «Wild und Wald» hätten die Umweltverbände die Reduktion der Beweidungsintensität im Jagdbanngebiet und damit die Schaffung eines ausreichenden Äsungsangebots verlangt. Im Jagdbanngebiet sei dies eine der wirksamsten Massnahmen, um die Wald-Hirschproblematik zu entschärfen, schreibt der WWF weiter.

Die Umweltverbände hatten einem Abschuss von 40 Hirschen pro Jahr im Jagdbanngebiet nur zugestimmt, weil von Seiten des Appenzell Innerrhoder Landwirtschaftsamts versprochen worden war, auch in der Landwirtschaft Massnahmen zu ergreifen, um die Situation von Wild und Wald zu verbessern.