Strategie durchgewunken

Ohne Diskussion genehmigte die Hauptversammlung des Vereins Appenzellerland Tourismus AI das neue Strategiepapier, das Bewährtes, verbunden mit Emotionen, ins Zentrum stellt. Frau Hauptmann Lydia Hörler ist neues Vorstandsmitglied.

Monika Egli
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appenzell. Ruedi Ulmann als Präsident des Vereins Appenzellerland Tourismus AI (VAT AI) wies in seiner Begrüssung zur Hauptversammlung auf die wiederum fast durchwegs gesteigerten Zahlen hin. So sind beispielsweise die Appenzeller Gutscheine (einlösbar in Gastrobetrieben, bei den vier Luftseilbahnen und in den Dorfläden des Vereins Dorf Appenzell), aber auch die Rugguusseli-Kurse, Gruppenangebote und Führungen Erfolgsgeschichten. Einzig bei den Logiernächten musste nach Jahren des stetigen Wachstums ein Rückgang um drei Prozent in Kauf genommen werden. Als «geniales Verkaufsinstrument» rühmte Ulmann den letztes Jahr aufgeschalteten Internetauftritt (unter www.appenzell.info). Seinem Dank an Geschäftsführer Guido Buob und dessen Team liess er die Ermahnung an die Mitglieder folgen, die zahlreichen, gratis erbrachten Marketing- und anderen Leistungen des VAT AI nicht einfach als selbstverständlich zu betrachten. Und wohl in Vorbereitung auf das Haupttraktandum – Abstimmung über die Strategie 2011 bis 2016 – sagte der Präsident, Erfolg sei abhängig von verschiedenen Faktoren, auch von der Freundlichkeit und vom Humor. Mehr als 100 Personen nahmen an der Versammlung teil, 54 davon als Stimmberechtigte. Die Anzahl der Gäste war demnach gross. Besonders begrüssen konnte Ulmann – nebst anderen – Landammann Daniel Fässler, Ständerat Ivo Bischofberger und praktisch alle Innerrhoder Hauptleute.

2011 ohne Alpsteinpass

Geschäftsführer Guido Buob konnte in seinem Geschäftsbericht aus dem vollen schöpfen: Waren es 2009 noch 1000 Führungen, haben diese im vergangenen Jahr um 17 Prozent zugenommen. Trotz des Rückgangs der Logiernächte von 170 750 (2009) auf 165 197 im vergangenen Jahr gelte 2010 als das drittbeste Tourismusjahr aller Zeiten. Von Februar bis Dezember wurden auf www.appenzell.info 140 000 Besucher mit einer Verweildauer von mehr als drei Minuten verzeichnet, und mehr als 9000 Gäste profitierten letztes Jahr von der Ferienkarte. Obwohl der Alpsteinpass mit 2800 Teilnehmenden auf grosses Echo stiess, verzichten die Bergwirte heuer auf eine weitere Ausgabe. «Das ist so zu akzeptieren», sagte Buob, obwohl er das Angebot als Paradebeispiel für erfolgreiches Marketing betrachte. Schliesslich konnte er noch eine neue Wanderkarte, die gratis abgegeben wird, präsentieren und anhand eines filmischen Zusammenschnitts zeigen, dass «Appenzell» 2010 in aller Welt präsent war.

Strategie durchgewunken

Die «Strategie 2011 bis 2016» war zwar das Haupttraktandum, ging aber zügig über die Bühne. Ruedi Ulmann und Strategieberater Emil Koller legten noch einmal kurz die wichtigsten Punkte dar (s. Ausgabe vom 6. April, «AI setzt auf Emotionen»). Die Stimmberechtigten hiessen die Strategie ohne Diskussion gut. Am Ende der Versammlung sollte sich dann aber noch ein Votant melden, der davor warnte, als eine Art Heimatschutzkommission aufzutreten und sich zu oft in die Siedlungspolitik einzumischen. Hier brauche es Sensibilität.