SC Herisau verliert in Frauenfeld und scheidet aus

Nach dem 2:5 in Frauenfeld endet für den Erstligisten Herisau die Saison. Mit dem jetzigen Trainer will er verlängern.

David Scarano
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Christian Strasser ist seit Januar Trainer des SC Herisaus. Noch ist unklar, ob er dies auch in der kommenden Saison sein wird.

Christian Strasser ist seit Januar Trainer des SC Herisaus. Noch ist unklar, ob er dies auch in der kommenden Saison sein wird.

Bild: PF

Zum dritten Mal zeigte der Erstligist SC Herisau in diesen Playoffs eine gute Leistung. Zum dritten Mal reichte es gegen den Favoriten aus Frauenfeld aber nicht zum Sieg. Die Thurgauer ziehen nach dem 5:2-Heimsieg am Samstagabend ohne Niederlage in das Halbfinale ein. Für die Ausserrhoder endet die Saison vorzeitig.

Die Gäste waren vor rund 400 Zuschauern in der 13. Minute durch Timo Koller 1:0 in Führung gegangen. Die Thurgauer glichen kurz vor Drittelsende (19.) in doppelter Überzahl durch Mario Haldenstein aus. Im zweiten Abschnitt wiederholte sich das Bild: Zunächst legte der SCH mit James Bommeli in der 36. Minuten zum 2:1 vor. Der Ausgleich Frauenfelds kam diesmal fast postwendend. Nur 90 Sekunden später jubelte Oskar Lattner über seinen Treffer zum 2:2. Die Entscheidung zu Gunsten der Hausherren fiel im Schlussabschnitt. Mit seinem zweiten Treffer des Abends schoss Mario Haldenstein sein Team in der 44. Minute im Powerplay das erste Mal in Front (3:2). Captain Nino Fehr legte für Frauenfeld in der 48. Minute nach (4:2). In der 60. traf Eric Geiser schliesslich ins leere Tor zum Endstand von 5:2.

«Wir hatten uns sehr viel vorgenommen»

Der Spielverlauf passe zur Saison, meinte der Herisauer Sportchef Matthias Popp nach der Niederlage und dem schnellen Playoff-Aus. Die Ausserrhoder stellten sich in den entscheidenden Szenen teils ungeschickt an, etwa vor dem Gegentreffer zum 1:1. «Gegen so Klassespieler dürfen wir nicht in doppelte Unterzahl geraten», meinte Popp. Der Ausserrhoder beklagte sich zudem über fehlendes Glück: Frauenfeld glich mit einem Volleyschuss zum zweiten Mal aus– ein höchst seltenes Ereignis im Hockey.

Das Ausscheiden gegen die Thurgauer ist aber sicherlich keine Schande. Sie waren das beste Team der Regular Season. Sie haben 25 der bislang 30 Begegnungen gewonnen. Dennoch erhoffte sich der Sportchef des SC Herisau gesamthaft mehr von der Saison. «Wir hatten uns sehr viel vorgenommen. Aber es war vor allem ein Auf und Ab», sagte er. Der Meisterschaftsstart sei miserabel gewesen, wegen Verletzungen und Formtiefs habe dann die Kontinuität gefehlt. Und möglicherweise kam der Trainerwechsel zu spät. Im Januar trennte sich der SC Herisau nach diversen schwachen Auftritten von Trainer Markus Rechsteiner. «Es war 5 vor 12», sagte Popp. Mit Christian Strasser, dem ehemaligen HC-Thurgau- und Pikes-Spieler, ging es wieder aufwärts. «Die Mannschaft schien festgefahren. Strasser hat wieder das Feuer entfacht», sagte der Herisauer Sportchef.

Strassers Vertrag läuft nun aus. Popps Wunsch ist klar: Die Zusammenarbeit mit dem 36-Jährigen fortsetzen. Die Verhandlungen laufen. Es brauche aber noch Überzeugungsarbeit. Der Aufwand, eine 1.-Liga-Mannschaft in Herisau zu trainieren, ist gross. Und Strasser wohnt in Uttwil, ist Vater dreier Kinder und trainiert weiterhin die U9-Mannschaft der Pikes. Darüber hinaus steht laut Popp das Gros des Kaders für die nächste Saison. 15 Spieler hätten bereits zugesagt, Namen nannte er nicht. Gesucht werden noch ein «Knipser» und ein spielstarker Verteidiger. Und wie in den vergangenen Jahren will der SCH wieder auf junge Spieler setzen.