Strassen-Knick soll Parkplätze retten

WATTWIL. Am 7. März entscheiden die Wattwiler über die Neugestaltung der Bahnhofstrasse. Das Referendumskomitee hat vor den Medien Kritik und Gegenvorschlag präsentiert. Mit einer geknickten Bahnhofstrasse soll der Kreisel verschoben werden. Wieder auf der Wunschliste: Die Unterführung.

Hansruedi Kugler
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Alois Oberlin (links) und Urs Keller erläutern viele rote «Mängel» der geplanten Neugestaltung des Bahnhofplatzes. (Bild: Hansruedi Kugler)

Alois Oberlin (links) und Urs Keller erläutern viele rote «Mängel» der geplanten Neugestaltung des Bahnhofplatzes. (Bild: Hansruedi Kugler)

Die Mängelliste ist eindrücklich – 24 rote Pfeile haben die vier Mitglieder des Referendumskomitees auf das Kantonsprojekt zur Neugestaltung der Bahnhofstrasse geheftet. Die meisten davon haben allerdings die Gestaltung des Bushofes im Visier. Diese ist aber nicht Gegenstand der Vorlage, über die am 7. März abgestimmt wird. Der Kredit für die Neugestaltung des Bahnhofplatzes und des Bushofes wird in den Voranschlag für das Gemeindebudget 2010 aufgenommen. Stimmt die Bürgerschaft diesem Voranschlag zu, ist das gemeinderätliche Projekt beschlossene Sache.

Ein spezielles Gutachten wird es voraussichtlich dazu nicht geben. Die Neugestaltung der Bahnhofstrasse und des Bahnhofplatzes sind aber eng miteinander verknüpft. Voraussetzung für den Bushof auf dem Bahnhofplatz ist der Bau eines Kreisels, der das Wenden der Gelenkbusse und die direkte Zufahrt auf den Bahnhofplatz ermöglicht. Am 7. März wird nun zuerst über den Gemeindeanteil zum Kantonsprojekt der Neugestaltung der Bahnhofstrasse und des Kreisels abgestimmt.

«Schlamassel wie in Wil»

Aus den 24 «Mängeln» des Referendumskomitees ragt die Diskussion rund um den Kreisel heraus. Das Referendumskomitee findet diesen Kreisel schlecht platziert. Vor den lokalen Medien kritisierten die beiden pensionierten Wattwiler Unternehmer Urs Keller und Alois Oberlin vor allem, dass durch den Kreisel «mehrere Geschäfte die Parkplätze vor der Türe» verlieren. Dass der Gemeinderat die Parkplätze andernorts kompensieren wolle, sei nur eine halbe Lösung.

Zudem bemängeln sie, dass sich der Fussgängerstreifen zu nahe beim Kreisel befindet und dass insgesamt die Verkehrssicherheit leide. «Mit der Versetzung des Fussgängerstreifens von der Apotheke hin zum Kreisel bekommen wir denselben Schlamassel wie in Wil», meint Alois Oberlin. Er befürchtet, dass der Kreisel wegen des Rückstaus öfters gefährlich verstopft sei.

Deshalb hat das Referendumskomitee einen Gegenvorschlag ausgearbeitet, der nach Ansicht von Alois Oberlin sowohl die Wendemanöver der Gelenkbusse ermögliche, wie auch die Interessen der anliegenden Geschäfte schütze. Die Lösung heisst: Knick in der Bahnhofstrasse. Der Kreisel müsste nach seinem Vorschlag rund sieben Meter gegen den Bahnhof hin versetzt werden.

Als Folge davon müsste die Bahnhofstrasse vor dem Mode Weber Richtung Norden einen leichten Knick bekommen, damit sie wieder ordentlich im Kreisel einmündet.

Wieder die Idee Unterführung?

Die «gefährliche Nähe des Fussgängerstreifens zum Kreisel» lässt auch eine weitere Idee des Komitees wieder aufleben: Die Weiterführung der Bahnhofunterführung unter der Bahnhofstrasse hindurch. In ihrem «konstruktiven Gegenvorschlag» ist die Unterführung wieder eingezeichnet.

Darauf beharren will Urs Keller aber nicht. Schliesslich ist er mit dieser Idee schon einmal gescheitert: Die Gemeindeinitiative, welche den Bau einer solchen Unterführung ermöglichen sollte, scheitert an den komplizierten Verhältnissen beim Grundeigentum. Darum wurde sie als rechtlich nicht zulässig erachtet. Der Gemeinderat wollte von einer Unterführung auch deshalb nichts wissen, weil er sie für viel zu teuer und nicht zweckmässig erachtete.

«Mängelliste» beim Bushof

Auf der «Mängelliste» des Referendumskomitees befinden sich zusätzlich viele Details und Gegenentwürfe, welche die Gestaltung des Bushofes betreffen. So hat Urs Keller beim vom Gemeinderat vorgesehenen Bushof grundsätzliche Bedenken. Während für die Bahnkunden optimale Bedingungen geschaffen werden, bleibe der Bushof einiges schuldig: Keine windgeschützten und erst noch zu kleine Wartehäuschen, keine fixen Standplätze für die Busse, Verwirrung wegen des notwendigen Nachrücken der Busse an der Bus-Kante.

Urs Keller schlägt deshalb vor, die Bus-Kante versetzt zu bauen, so dass man fixe Standplätze für die Busse schaffen könne. Zudem möchte er eine vom Bahnhof durchgehend bis zu den Bus-Haltestellen überdachte Fussgängerzone.

Folgen weitere Initiativen?

Etwas überrascht reagierte das Referendumskomitee allerdings, dass am 7. März nicht über ein Gesamtpaket «Bahnhofstrasse» und «Bahnhofplatz» abgestimmt wird.

Grundsätzlich hält Urs Keller aber seine Ideen für die Gestaltung des Bushofes auch dann für realisierbar, wenn er in der Volksabstimmung verliert. Ob er an der Bürgerversammlung einen Antrag stellen wird, lässt er noch offen.

Der Gemeinderat Wattwil informiert am Mittwoch, 17. Februar, über seine Sicht des Kantonsprojekts Neugestaltung Bahnhofstrasse. Die Veranstaltung findet um 20 Uhr im Thurpark Wattwil statt.

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