Stolz darauf, Toggenburger zu sein

Einer breiteren Öffentlichkeit ist Johannes Näf als neuer OK-Präsident der Wattwiler Stierenschau bekannt. Hauptberuflich ist der gebürtige Neckertaler Landwirt und betreibt seinen Hof zusammen mit Ehefrau Vroni.

Adi Lippuner
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Johannes Näf bei der Nachbearbeitung der Stierenschau, obwohl der Hemberger Bauer lieber im Stall oder im Freien im Einsatz ist. (Bild: Adi Lippuner)

Johannes Näf bei der Nachbearbeitung der Stierenschau, obwohl der Hemberger Bauer lieber im Stall oder im Freien im Einsatz ist. (Bild: Adi Lippuner)

HEMBERG. Drei Kilometer ausserhalb des Dorfzentrums Hemberg, auf dem Hof Unterschlatt, haben Johannes und Vroni Näf im Jahr 2003 ihr neues Daheim gefunden. Der Neckertaler konnte das 16 Hektaren grosse «Heimet» kaufen und hat sich damit den Grundstein für die Existenz als Vollerwerbsbauer gelegt. Mit der Heirat am 16. Oktober 2004 entschieden sich die Hemberger Bauerntochter und der Neckertaler Bauernsohn für den gemeinsamen Lebensweg. Fünf Kinder, drei Buben und zwei Mädchen mit den Jahrgängen 04, 06, 08, 12 und 13, machen das Familienglück komplett. Für Johannes Näf war bereits während der Schulzeit klar, dass er Bauer werden wollte. «Wir wurden schon als Kinder vom bäuerlichen Umfeld und den Traditionen geprägt. Deshalb trage ich auch heute meine Tracht und das Edelweisshemd mit Freude. Ich bin stolz darauf, Toggenburger zu sein», ist bei einem Besuch auf dem Hof zu erfahren.

Arbeiten und organisieren

Mit 30 Milchkühen und Jungvieh, dazu einem eigenen Stier hat das Ehepaar Näf ein gerüttelt Mass Arbeit zu bewältigen. «Wir konnten unseren Betrieb im Laufe der vergangenen Jahre auf 36 Hektaren vergrössern», so Johannes Näf. Dies bedeute aber viel Arbeit und verlange nach umsichtiger Organisation. Organisieren scheint Johannes Näf zu liegen, denn für die Durchführung der ersten Stierenschau unter seiner Leitung gab's viel Lob. «Wir hatten im Februar die erste Sitzung und haben die anstehenden Aufgaben verteilt. Ich konnte mich zu jeder Zeit auf meine OK-Mitglieder verlassen und so wurden die Arbeiten termingerecht fertig.» Bei der Administration habe er Hilfe von der Gemeinde Wattwil und von Reto Grünenfelder, Sekretär des St. Galler Braunviehzuchtverbands erhalten. «Aber die Fäden für die gesamte Vorbereitung sind bei mir zusammengelaufen und es gab einige Bürostunden zusätzlich.» Dies sagt ein Mann, der eigentlich lieber draussen oder im Stall arbeitet als im Büro. «Doch ich habe die Aufgabe als OK-Präsident gerne übernommen, denn die Stierenschau hatte sich bereits unter dem Vorgänger-OK gut etabliert, und wir können nun die Erfolgsgeschichte weiterführen.»

Es liegt ihm im Blut

Bereits auf dem elterlichen Hof in der Brunnadner Furth wurden Stiere gehalten. «So gesehen, liegt mir dies im Blut,» meint Johannes Näf auf die Frage, weshalb er einen eigenen Stier halte. «Das gehört zu unserem Hof, und wenn der Charakter des Stiers stimmt, bereitet die Haltung auch Freude», sind sich Vroni und Johannes Näf einig. Zudem gelte es, dem Stier ohne Angst, aber mit Respekt zu begegnen. Bei der eigenen Viehzucht setzt Johannes Näf sowohl auf den Natursprung als auch auf die künstliche Besamung. Eine möglichst gute, gesunde braune Kuhherde und ab und zu eine Auszeichnung an der Gemeindeviehschau sind Ziele, die vom engagierten Braunviehzüchter verfolgt werden. «Aber auch die anderen Züchter unserer Gemeinde wollen vorne dabei sein und deshalb wird die Konkurrenz immer härter.» Angesprochen auf die Vorzüge des Natursprungs, sagt Johannes Näf: «Diese Lösung ist preisgünstiger, zudem merkt der Stier, wenn die Kuh für die Besamung bereit ist.» Und der Vorteil der künstlichen Besamung? «Der Bauer hat eine grössere Auswahl und kann den passenden Stier aussuchen. Ohne eigenen Stier muss die Kuhherde aber noch besser beobachtet werden.»

Familie im Mittelpunkt

Die fünf Kinder sind für Johannes und Vroni Näf ihr ganzes Glück. Wenn die beiden nicht Arbeiten auf dem Hof zu erledigen haben, verbringen sie die Zeit gerne mit dem Nachwuchs. «Im Sommer ein Alpbesuch oder eine Wanderung sind für uns erholsame Stunden. Oder einfach mit den Kindern zusammen sein und die freie Zeit geniessen, dies bedeutet uns sehr viel», sind sich die Eltern einig. Das Ehepaar teilt die Freude an den Traditionen und der Brauchtumspflege. Während Johannes Näf in der Trachtengruppe mitwirkt, ist Vroni im Heimatchörli Hemberg aktiv. Fotos über dem Esstisch zeigen, dass auch die Kinder an festlichen Tagen Tracht tragen. «Das gehört bei uns ganz selbstverständlich dazu,» betont Johannes Näf.