Steuerzahler einspannen

Leserbrief zum Interview mit Roger Meier, Geschäftsführer Toggenburg Tourismus, im Toggenburger Tagblatt vom 9. Februar. Das mutige Voranschreiten ohne Angst vor Fehlern des neuen Geschäftsführers von Toggenburg Tourismus ist vorbildlich und macht Freude.

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Leserbrief zum Interview mit Roger Meier, Geschäftsführer Toggenburg Tourismus, im Toggenburger Tagblatt vom 9. Februar.

Das mutige Voranschreiten ohne Angst vor Fehlern des neuen Geschäftsführers von Toggenburg Tourismus ist vorbildlich und macht Freude.

Nachdem einer der bekannteren Hotelbesitzer aus der Region der scheidenden Vorgängerin von Roger Meier im Herbst 2012 öffentlich nochmals so richtig nahe getreten ist, ist das nicht selbstverständlich. Der betreffende Herr Hotelier hat vermutlich bis heute nicht bemerkt, dass er mitten im Auge des Sturmes sitzt, während um ihn herum nicht nur in Fachkreisen gerade über seine Hotels nur noch gelacht wird – so antiquiert und bünzlig kommen sie daher. Hotels aus einer längst untergegangenen Epoche, wie sie im Toggenburg die Regel sind.

Umso befremdlicher mutet nun an zu erfahren, dass der neue Geschäftsführer von Toggenburg Tourismus bereits kurz nach Amtsantritt von seinen wichtigsten Partnern – den Hoteliers – desavouiert und durch schnöde Abwesenheit sabotiert wurde. Wie soll ein Tourismusdirektor so jemals seine Ziele erreichen? Was muss denn noch passieren, damit auch dem letzten die Augen aufgehen, dass es so höchstens noch ein paar Jahre halbwegs weitergehen kann? Wartet man womöglich nur darauf, dass es noch schlimmer wird, damit man dann bei der öffentlichen Hand bettelnd vorstellig werden kann?

Wie man es anstellt, die Steuerzahler geschickt einzuspannen, haben wir ja neulich beim Alterswohnprojekt in Unterwasser gesehen. Ohne öffentliche Gelder in Höhe fast des gesamten nötigen Eigenkapitals wäre das an sich erfreuliche Projekt kläglich gescheitert. Die Appelle an die eigenverantwortliche Solidarität, den Zusammenhalt und den Gemeinsinn der Obertoggenburgerinnen und Obertoggenburger haben der Genossenschaft gerade mal ein paar Almosen eingebracht. Die anderen haben lieber für sich geschaut und die Finanzierung des privaten Projektes der öffentlichen Hand aufgeladen.

Dass in diesem Klima auch keine innovativen Hotel- und Gastroprojekte gedeihen und alle nur wie gebannt darauf warten, welche Wundertaten der neue Tourismusdirektor nun zu vollbringen in der Lage ist, erstaunt nicht.

Ebenfalls nicht erstaunen würde es, wenn der gute, fleissige Mann in ein paar Jahren mit Schimpftiraden aus dem Tal gejagt würde. Der nächste Direktor, der wird unseren Tourismus retten. Oder spätestens der übernächste.

Samuel Scherrer

dipl. arch. eth sia

Rain, 9656 Alt St. Johann

und Herrenvogel, 3052 Zollikofen