Steuerverwaltung setzt auf Fairness

Reto Müller, Leiter der Ausserrhoder Steuerverwaltung, stellt den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern im Kanton ein gutes Zeugnis aus. Er erklärt, weshalb es sich lohnt, die Steuern rechtzeitig zu bezahlen und wie Nachzahlungen entgegengewirkt werden kann.

Patrik Kobler
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HERISAU. Gut 300 Millionen Franken nimmt die Ausserrhoder Steuerverwaltung in diesem Jahr ein. Das Geld kann sie freilich nicht selbst behalten. Vielmehr leitet sie es ans Finanzamt weiter, das es dann auf die einzelnen Körperschaften aufteilt. Die Steuerverwaltung erhebt nämlich nicht nur die Kantons-, sondern auch die Bundes- und Gemeindesteuern, die Feuerwehrersatzabgaben und die Kirchensteuern. Nur knapp die Hälfte der Einnahmen bleiben letztlich beim Kanton. Mit diesen werden die laufenden Ausgaben und Investitionen bezahlt. Ein Grossteil entfällt etwa auf die Löhne der Kantonsangestellten.

Gute Zahlungsmoral

Die Zahlungsmoral der Ausserrhoder Steuerzahlerinnen und -zahler sei gut, sagt Reto Müller, der seit 16 Jahren die Steuerverwaltung leitet. Konjunkturelle Unterschiede würden sich kaum auswirken. «Wir sind den Leuten dankbar, die ihre Steuern rechtzeitig bezahlen.» Einen guten Drittel der gesamten Einnahmen nimmt die Steuerverwaltung jeweils in den ersten drei Monaten des Jahres ein. Nicht zuletzt deshalb, weil bei Bezahlung der gesamten Rechnung per 31. März ein Skonto von 0,5% gewährt wird. Dies entspricht einer Verzinsung von 2% pro Jahr. Den Steuerzahlern steht die Möglichkeit offen, die Rechnung in drei Raten zu bezahlen, wobei in diesem Fall kein Skonto gewährt wird. Die drei Ratenzahlungen sind per 31. März, 30. Juni und 30. September zu leisten. Leuten, die merken, dass es ihnen Mühe bereiten wird, die Steuern zu bezahlen, rät Reto Müller sich bei der Steuerverwaltung zu melden. Es bestehe die Möglichkeit, die Rechnung in bis zu elf Raten zu bezahlen.

Nachzahlungen entgegenwirken

Im Februar wird jeweils die vorläufige Steuerrechnung versendet. Diese basiert auf der letzten Steuerveranlagung. Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse können sich verändert haben. Wer erwartet, dass er mehr bezahlen muss als im Vorjahr, kann von sich aus eine Rechnungsanpassung verlangen. Dadurch können Nachzahlungen vermieden werden. Die zu erwartende Steuerbelastung kann beispielsweise mit dem Steuerrechner auf der Kantonshomepage (www.ar.ch) ermittelt werden. Mit dem Ausgleichszinssatz – zurzeit 1,5 Prozent – wird sichergestellt, dass alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, bezogen auf die definitive Steuerschuld, finanziell gleichmässig behandelt werden. Dies unabhängig davon, ob sie nun eine zu hohe, zu tiefe oder exakt zutreffende vorläufige Rechnung erhalten und bezahlen. Keine Möglichkeit ist es allerdings, das Geld aufgrund der guten Zinsen bei der Steuerverwaltung anzulegen. «Wenn wir das feststellen, schicken wir das Geld zurück», so Müller.

Auf Abzüge hinweisen

Tips für Steuerschlupflöcher hält der Chef der Steuerverwaltung keine bereit. «Es gibt klare Regelungen, was abgezogen werden darf und was nicht», sagt er. Wenn jemand offensichtlich vergessen habe, einen Abzug geltend zu machen, weise ihn die Steuerverwaltung darauf hin. Reto Müller: «Wir sind an einem fairen Verhältnis gegenüber dem Bürger interessiert.»