Steuerfuss–Senkung in Lütisburg

Um zehn Prozent soll der Steuerfuss gesenkt werden, geplant für drei Jahre. Folge: Ein Budgetdefizit von ca. 1/2 Mio./Jahr. In 3 Jahren werden also 1,5 Mio. der 6,5 Mio. Reserven aufgelöst. Die Hoffnung auf bessere Abschlüsse ist, Zukunft aus Kaffeesatz zu lesen.

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Um zehn Prozent soll der Steuerfuss gesenkt werden, geplant für drei Jahre. Folge: Ein Budgetdefizit von ca. 1/2 Mio./Jahr. In 3 Jahren werden also 1,5 Mio. der 6,5 Mio. Reserven aufgelöst. Die Hoffnung auf bessere Abschlüsse ist, Zukunft aus Kaffeesatz zu lesen. Wer die Materie kennt, weiss, dass bei steigender Arbeitslosigkeit die Steuererträge mit ca. zweijähriger Verspätung sinken.

Wäre Lütisburg top in der Infrastruktur-Ausrüstung, oder wenn die Reserven durch frühere Überschüsse entstanden wären, könnte man darüber diskutieren. Die Reserven sind zu etwa 90 Prozent das Resultat verkaufter Vermögensteile (Bauland, Elektra). Sinnvoller wäre, das vorhandene Kapital für Investitionen einzusetzen. Bedarf wäre da. Die dringend nötige Erweiterung der Turnhalle wäre so problemlos zu finanzieren.

Reihum werden Möglichkeiten für betreutes Wohnen im Alter erstellt. In Lütisburg gilt, wer alt wird, muss weg. Eine Lösung dazu ist nicht einmal im Gespräch. Ob das Gerücht stimmt, dass im Gemeindehaus der Satz gefallen sei, es sei sowieso besser, wenn die Alten gehen – die kosteten ja nur? Dann gilt: Kommentar überflüssig. Unsere Behörde hat erst vor kurzem ein strukturelles Defizit in der Rechnung festgestellt, ein langfristiges Problem. Jetzt eine Steuerfuss-Senkung – wo ist da die Logik? Will man die Gemeindefusion noch etwas hinauszögern und in dieser Zeit aus Steuerfussgründen Reserven verbrennen? Eine Finanzpolitik für Jung und Alt sieht anders aus. Das ist so intelligent und nachhaltig wie ein Bauer, der einen Teil seines Bodens verkauft, um mal so richtig in die Ferien zu gehen. Was bringt die Steuerfuss-Reduktion? Bei den Steuern für Gemeinde, Schule, Kirche macht das gut fünf Prozent auf den Betrag aus. Wer jetzt Hunderte Franken oder mehr einspart, der zahlt die Steuern wirklich mit links. Für die meisten ergibt sich ein ziemlich kleiner Betrag, der sich im Vergleich zu den resultierenden Mängeln in unserer Infrastruktur nicht lohnt.

Christoph Rieser

Bergli, 9604 Unterrindal

Neu Gewählte fehlen an der Abstimmung?

Die Abstimmung vom 1. März im St. Galler Kantonsrat liess auch mich wie viele andere ratlos und traurig zurück. Enorm ist die Welle an Leserbriefen und Gesprächsstoff. Das Thema Klanghaus wühlt auf und macht betroffen. Nun werde ich aber öfters angesprochen, warum ich denn nicht abgestimmt hätte an jenem verhängnisvollen Dienstag. Frisch gewählt und schon abwesend? Ich möchte klarstellen, dass die Neugewählten erst ab der Junisession ins Geschehen eingreifen werden. Auch in der Aufräumsession im April wird noch das «alte» Parlament tagen. Unter www.ratsinfo.sg.ch kann übrigens immer transparent nachgeschaut werden, wer Ja oder Nein gestimmt, wer sich enthalten hat und wer gar abwesend war. Ich freue mich unheimlich auf meine neuen Aufgaben und werde mich auch mit Vollgas für das Klanghaus einsetzen, das unserer Region einen Riesenschub geben wird und ja nicht aus den Augen verloren werden darf. Das Klanghaus gehört ins Toggenburg, basta.

Martin Sailer Rotenbrunnenstrasse 2,

9657 Unterwasser

Sagt mir, wo die Gesetzgeber waren?

Was Magglingen die Sportschule für den Sport, hätte in Unterwasser das Klanghaus für die Musik sein können. Schon Napoleon soll einmal gesagt haben, Musik habe von allen Künsten den tiefsten Einfluss auf das Gemüt. Die Gesetzgeber sollten sie deshalb am meisten unterstützen. Sag mir, wo diese Gesetzgeber an jenem Dienstag bei der Abstimmung über das Klanghaus waren? Wo sind sie geblieben? Was ist geschehen? Wann wird man je verstehen, wann wird man je verstehen? Die Sportschule in Magglingen gibt es schon lange. Übrigens vom Bund mitfinanziert. Jugend und Sport gibt es schon lange. Seit kurzem hat nun auch Jugend und Musik seinen wohlverdienten Platz gefunden. Jetzt fehlt nur noch das entsprechende Haus dafür, das eben vom Kanton oder vielleicht sogar noch vom Bund mitfinanziert wird. Das wäre nicht mehr als gerecht, wenn auch die musikbegeisterten Menschen davon profitieren könnten.

Magda Brändle

Dörflistrasse 25,

9656 Alt St. Johann

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