Elektronische Steuererklärung leicht gemacht: Ausserrhoden bietet Workshops an

Der erste Workshop fand in Herisau statt. Weitere folgen in Heiden und Teufen. Diese bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit, das Programm von Grund auf kennenzulernen oder konkrete Fragen mit Fachpersonen zu besprechen. 

Stephanie Häberli
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Individuelle Fragen der Anwesenden werden in kleinen Gruppen durch eine Fachperson der Steuerverwaltung geklärt.

Individuelle Fragen der Anwesenden werden in kleinen Gruppen durch eine Fachperson der Steuerverwaltung geklärt.

Bild: Stephanie Häberli

Das Sitzungszimmer im Regierungsgebäude in Herisau ist bis auf den letzten Platz besetzt. Das Interesse an der bevorstehenden Veranstaltung zum Thema «Elektronische Steuererklärung» scheint vor allem bei den höheren Altersgruppen gross zu sein. Ein Ziel des Nachmittags ist, die Möglichkeiten des Programms «E-Steuern» kennen zu lernen und auszuprobieren. Zudem sollen die Teilnehmer den Umgang mit der App «oBeam» erlernen. Diese ermöglicht eine elektronische Übermittlung der Steuerbelege. Bis anhin mussten die Dokumente, auch wenn die Steuererklärung online ausgefüllt wurde, noch per Post versendet werden.

Erste Veranstaltung in dieser Form

Der Leiter der kantonalen Steuerverwaltung Jaques Oberli ist erfreut über die vielen Anwesenden:

«Wir haben nicht gewusst, mit wie vielen Teilnehmern wir rechnen können. Es ist das erste Mal, dass wir etwas in dieser Art durchführen.»

In Herisau fand letzten Mittwoch der erste von drei Workshops statt. In den kommenden Wochen wird dieser auch in Heiden (5.März) und Teufen (12. März) angeboten. Die Erwartungen der Anwesenden an den Nachmittag sind hoch. «Ich hoffe, dass ich mich danach sicher genug fühle, die nächste Steuererklärung elektronisch zu erledigen», sagt ein Besucher.

Die Veranstaltung beginnt mit einer kleinen allgemeinen Einführung. Kurz darauf werden die Anwesenden in zwei Gruppen aufgeteilt. Der ersten werden alle Personen ohne Vorerfahrung mit dem Programm zugewiesen. In der zweiten Gruppe sind jene, die mit elektronischen Steuererklärungen bereits vertraut sind. Sie haben die Möglichkeit, den anwesenden Fachpersonen konkrete Fragen zu stellen.

Auch Erfahrene nutzen das Angebot

Hans Egli, ein Teilnehmer, hat bereits viel Erfahrung mit elektronischen Steuererklärungen. Er habe schon vor Jahren für Familienmitglieder, die in anderen Kantonen wohnen, die Steuererklärungen elektronisch ausgefüllt. «Seit dies auch hier möglich wurde, nutze ich die Chance. Der Papierkram hat mich aber immer aufgeregt. Ich bin froh, dass dank der neuen App der ganze Papierkrieg wegfällt.» Die App ist auch der Grund, warum er am Workshop teilnimmt. Egli sieht in der elektronischen Steuererklärung viele Vorteile. Der Aufbau sei praktisch und übersichtlich gestaltet. Zudem werden gewisse Angaben nach dem ersten Ausfüllen für die Zukunft gespeichert. Dies vereinfache vieles.

Genügend Wissen für den Alltag

Doch fühlen sich die Teilnehmer nach der Veranstaltung genug sattelfest, um das Gelernte anzuwenden? «Versuchen werden wir es elektronisch. Wir sind sehr motiviert. Falls es nicht klappen sollte, machen wir es halt wie bisher», so die Teilnehmerinnen Maria Wild und Maria Wildhaber nach der Veranstaltung. Laut den Fachpersonen sei das elektronische Ausfüllen der Steuererklärung im Kanton Appenzell Ausserrhoden schon seit 2017 möglich. Alessio Proietto, ein Mitarbeiter der Steuerverwaltung, sagt:

«Bereits 65 Prozent aller Steuererklärungen wurden 2018 elektronisch ausgefüllt. Tendenz leicht steigend»

Laut Jaques Oberli sei das Ziel sogar, irgendwann keinerlei Formulare mehr zu versenden. Er erklärt: «Wir arbeiten daran, die digitalen Möglichkeiten weiterzuentwickeln.»