Eine Sozialfirma sorgt für Sternstunden im Alltag

Der Sternenznacht rundete das Adventsprojekt der Evangelischen Kirche Herisau ab.

Nadine Küng
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Christoph Härter von der «Dreischiibe» beschreibt, wie das Leben unerwartete Wendungen nehmen kann.

Christoph Härter von der «Dreischiibe» beschreibt, wie das Leben unerwartete Wendungen nehmen kann.

Bild: Nadine Küng

Am Abend des Dreikönigstags lud die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Herisau zum Sternenznacht ein. Der Anlass bildete den Abschluss des Adventsprojekts zum Thema «Wir folgen einem Stern».

Der vergangene Advent stand zum zweiten Mal unter einem Motto. Dieses Mal hiess es «Wir folgen einem Stern». Pfarrerin Anna Katharina Breuer sagte: «Gemeint ist damit nicht nur der Stern von Bethlehem, sondern auch die persönlichen Ziele und Visionen.» Das Thema solle dazu anregen, sich Gedanken darüber zu machen, was im Leben wirklich wichtig ist und wohin der eigene Weg gehen soll.

Der Sternenznacht stellte den letzten Teil dieses Projekts dar. Beim gemeinsamen Suppenessen war Platz für Diskussionen aller Art. Wie bei den Anlässen im Advent wurde zum Abschluss erneut gesungen.

Sternstunden für Personen mit Beeinträchtigung

Passend zum Thema sprach Christoph Härter, Geschäftsleiter des sozialen Unternehmens Dreischiibe, über Sternstunden in seinem Alltag. Das Unternehmen bietet Arbeitsplätze für Personen mit einer psychischen Beeinträchtigung. Härter erzählte von einem Mann, der sich durch seine Arbeit gebraucht fühlt und zu einem sinnerfüllten Leben zurückgefunden hat. Als zweites Beispiel nannte er eine junge Frau, die in der Dreischiibe ihre dritte Berufslehre anfing und diese als Jahrgangsbeste abschloss.

Momente wie diese seien für die Mitarbeitenden sowie für ihn wunderbar. «Wir begegnen unseren Mitarbeitern so, wie wir selber behandelt werden wollen. Das macht Mut, das schafft Perspektiven», sagte Härter mit der Bitte, es genauso zu tun. Denn so würden im Alltag Sternstunden entstehen.

Die Kollekte war während des ganzen Advents für die Dreischiibe bestimmt. Beim Sternenznacht wurde ein Cheque über 2500 Franken an Christoph Härter übergeben, wofür dieser herzlich dankte.

Die Auflösung des Adventswettbewerbs war ein weiterer Programmpunkt. Die Frage lautete, wie viele Sterne die Kirche schmückten. Die Lösung war 309. Mit seiner Schätzung lag der Sieger Ueli Ritter nahe an dieser Zahl und erhielt einen Gutschein von 100 Franken von der Dreischiibe.

Zum Abschluss trug Pfarrerin Esther Furrer einen Text zum Thema Sterne vor und dankte fürs Kommen, denn «am heutigen Tag geht es um drei Könige, die genau das getan haben – sie sind aufgebrochen».