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Stellenabbau führt zu guten Zahlen beim Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden

Der Geschäftsbericht des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden lässt Zuversicht aufkommen. Dass der Verlust um über drei Millionen Franken gesunken ist, hat einen gewichtigen Grund.
Der Geschäftsbericht 2018 und die Jahresrechnung 2018 des Spitalverbunds weist bessere Zahlen als in den Vorjahren aus. (Bild:Benjamin Manser)

Der Geschäftsbericht 2018 und die Jahresrechnung 2018 des Spitalverbunds weist bessere Zahlen als in den Vorjahren aus. (Bild:Benjamin Manser)

Der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden befindet sich, wenn man den Geschäftsbericht 2018 und die Jahresrechnung 2018 betrachtet, wieder in ruhigeren Gewässern. Wie Regierungsrat Matthias Weishaupt an der gestrigen Kantonsratssitzung ausführte, hat sich der Verlust von 3,9 Millionen Franken im Jahr 2017 auf 700000 Franken im vergangenen Geschäftsjahr reduziert. Das Ergebnis ist unter anderem auf die verbesserte Auslastung im stationären Bereich zurückzuführen. «Der bessere Abschluss konnte nur durch eine deutliche Reduktion des Personalbestands erreicht werden», sagte Gesundheitsdirektor Weishaupt. Das Betriebsergebnis stieg auf 6,4 Millionen Franken.

Zum Spitalverbund gehören die beiden Spitäler Herisau und Heiden sowie das Psychiatrische Zentrum AR. Die Zahl der Mitarbeitenden wurde im vergangenen Jahr von 1010 auf 949 reduziert. Wurden 2017 noch 111 Lernende im Spitalverbund ausgebildet, sind es heute noch deren 92.

Die guten Zahlen wurden auch von der Finanzkommission goutiert. «Im vergangenen Jahr wurde vieles geleistet. Nun ist wieder Licht am Ende des Tunnels sichtbar», sagte Iwan Schnyder. Der SVAR verfolge die gesetzten Ziele konsequent und man spüre, dass es vorwärtsgehe.

«Wir blicken verhalten optimistisch in die Zukunft.»

Mehr Fälle aber weniger Personal

Die Zahlen aus der Jahresrechnung vermochten allerdings nicht vollends zu überzeugen. Der Spitalverbund sei noch nicht über den Berg, waren sich die Fraktionen am Montag im Rat einig. Urs Alder (Teufen) sprach im Namen der FDP-Fraktion trotzdem von einer beeindruckenden Leistung: 2015 habe der Verlust noch 9,7 Millionen Franken betragen und dieser habe Jahr für Jahr reduziert werden können. Die Fallzahlen seien 2018 sogar noch um 200 auf 8340 angewachsen. Alder gab zu bedenken: «Diese Fälle mussten mit weniger Personal bewältigt werden.»

Die Wachstumsstrategie der letzten Jahre sei verfehlt gewesen, erklärte Ueli Rohner (Heiden) im Namen der SP-Fraktion. Dies sei auf Kosten des Personals gegangen:

«Das Personal ist das wichtigste Kapital eines Unternehmens und auch des Spitalverbunds.»

Auch die Parteiunabhängigen bedauern den Stellenabbau. «Vor allem die zwölf abgebauten Ausbildungsplätze sind bedauerlich», sagte Andreas Zuberbühler (Rehetobel). Er wirft der Regierung vor, mit einem solchen Vorgehen entgegen den eigenen Zielen im Regierungsprogramm zu handeln.

Die Verbesserungen seien auf dem Rücken der Mitarbeitenden erzielt worden, meinte auch der Sprecher der CVP/EVP-Fraktion, Werner Rüegg. Das Sparpotenzial sei ausgeschöpft. Rüegg stellte die Frage in den Raum, ob und wie der Spitalverbund es künftig schaffe, selbstständig zu bleiben.

Zu reden gaben auch die Veränderungen im Gesundheitswesen. Die medizinische Spezialisierung nehme zu, erklärte der Sprecher der SVP-Fraktion, Alex Rohner. Davor verschliesse der SVAR die Augen. Der kumulierte Verlust habe sich noch erhöht. In der Akutmedizin, dem Kerngeschäft des Spitalverbunds, hätten die Erträge 2018 stagniert. Aber genau diese Kernbereiche würden zu einem guten Ergebnis führen. Stattdessen herrsche ein Investitionsstau, so Rohner. Und auch Zuberbühler bemerkte:

«Investitionen könnten noch nicht aus eigener Kraft bewältigt werden.»

Die Idee einer Spitalregion Ostschweiz dürfte nicht begraben werden. Die neusten Meldungen aus St. Gallen seien aber beunruhigend. Der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden tätigte 2018 Investitionen von 600000 Franken. Wie auch Weishaupt ausführte, eine zu tiefe Quote. Der abtretende SP-Regierungsrat:

«In den nächsten Jahren müssen höhere Investitionen getätigt werden.»

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