Stelldichein der Züchter

WATTWIL. Im Toggenburg braucht kein Vollblutzüchter, keine Jungzüchterin und kein Viehschau-Fan am Ende einer Schausaison traurig zu sein. Die schönste Schau steht ja jeweils noch bevor.

Merken
Drucken
Teilen
Die «Miss Toggenburg 2015», Pelux Malve, hier mit Christian Alder, Wattwil, trägt ein Jahr lang den begehrten Titel in der Braunviehzucht-Szene. (Bild: pd)

Die «Miss Toggenburg 2015», Pelux Malve, hier mit Christian Alder, Wattwil, trägt ein Jahr lang den begehrten Titel in der Braunviehzucht-Szene. (Bild: pd)

Auch dieses Jahr wartete so manch ein Züchter gespannt, was an der Toggenburger Herbstschau präsentiert werden wird. Auch Geissen sind jeweils an der Herbstschau willkommen und werden rangiert.

Bereits früh am Morgen fuhren die ersten Züchter bei der Markthalle vor, um ihre Tiere entweder im Zelt oder an der «Missen-Latte» anzubinden. Die jeweilige «Miss» jeder der siebzehn Gemeindeviehschauen im Toggenburg darf am Wettbewerb um den Titel «Miss Toggenburg» teilnehmen. Zudem organisiert das initiative Organisationskomitee um Andreas Wittenwiler aus Nesslau jeweils einen Vereinscup, bei dem jeder Viehzuchtverein vier Tiere bringen darf. Ausserdem wurden dieses Jahr fünf weitere Preise verliehen, nämlich für die schönsten Euter bei jüngeren, bei älteren und bei Original Braunvieh Kühen, sowie «Miss Genetik» bei den Brown Swiss und auch bei den Original Braunvieh Kühen.

Die Schönsten der Abteilungen

Um 10 Uhr ging es mit der Rangierung der 1. Abteilung los. Mit Mario Fritsche aus Marbach und Markus Dörig aus Appenzell waren zwei kompetente Experten auf dem Platz. Den Anfang im Ring machten die jungen erstlaktierenden Brown Swiss Kühe. Die Rangliste bei den erstlaktierenden Kühen führte die Kuh Norwin Jara von Hansueli Rechsteiner aus Hemberg an, gefolgt von Payssli Petra aus dem Stall von Andreas Kurath in Libingen. Den dritten Rang belegte hier Easy Elina von Hans und Thomas Gemperle aus St. Peterzell. In der zweiten Abteilung gewann Nepal Nena von Alfred Forrer und Anna Gasser, Lichtensteig. Auf dem zweiten Platz stand Reiko Bruna von Peter Truniger, gefolgt von Blooming Zebrina von Hansueli und Andrea Huser aus Neu St. Johann.

Schon ging es zur dritten Abteilung. OK-Präsident Andreas Wittenwiler konnte sich in dieser Abteilung mit seiner Kuh Jongleur Laura den ersten Platz sichern. An diesem erfolgreichen Brown Swiss Stier war auch an dieser Schau kein Vorbeikommen, gewannen doch zwei weitere Jongleur-Töchter den zweiten und auch den dritten Platz. Sie heissen Java von Fredi Louis aus Ennetbühl und Silber von Walter Giezendanner aus Ebnat-Kappel. Einen faszinierenden Einblick in die Viehzucht bieten jeweils die älteren Kühe in der vierten und letzten Abteilung. Sie haben in ihrem Leben schon einiges geleistet und sind in der Regel ein besonderer Stolz der betreffenden Bauernfamilien. Benito Bettina von Ueli Wickli aus Ennetbühl hiess hier die Siegerin. Den zweiten Platz belegte Wurl Wilma von Rolf und Ursula Mock aus Lichtensteig, gefolgt von Topboy Berna von Peter Bösch, Alt St. Johann

Schöneuterpreise vergeben

Die Schöneuterpreise bei den jüngeren Kühen gingen dieses Jahr an Andreas Kurath, Libingen, mit seiner Payssli Petra sowie an Alfred Forrer aus Lichtensteig mit der Nepal-Kuh Nena. Den dritten Platz belegte wieder eine Kuh von Andreas Kurath, nämlich Blooming Dorina.

Das schönste Euter bei den älteren Kühen hatte an diesem Tag Jongleur Laura von Andreas Wittenwiler, Nesslau. Das für die Richter zweitschönste Euter gehört der Kuh Juleng Orchidee von Raphael Ott aus Kirchberg. Ebenfalls freuen dürfte sich Reto Holenstein an seiner Wido Iren. Sie durfte den dritten Platz im Schöneuterwettbewerb entgegennehmen.

Die Kühe Vento Vanessa und Vento Vera mit dem schönsten beziehungsweise drittschönsten Euter bei den Original Braunvieh Kühen stehen im Stall von Niklaus und Chantal Looser in Ulisbach, das zweitschönste Braunvieheuter gehört dem Tier Winzer Waldi von Hansruedi Aemisegger aus St. Peterzell. Vento Vanessa ist zudem die «Miss Genetik» bei den Original Braunvieh Kühen.

Der Preis der «Miss Genetik» zielt auf die Erbsubstanz und deren Vererbung auf die nächsten Generationen der betreffenden Kühe ab. Ganz vorne steht hier Pelux Malve von Emil und Silvia Alder-Schlegel aus Wattwil. Sie ist auch die diesjährige «Miss Wattwil». Die Original Braunviehzüchter Walter und Daniela Rhyner aus Ricken können stolz auf ihre «Vize-Miss Genetik» Vinzenz Romy sein. Gespannt wartete man nun auf die Rangverkündigung des Vereinscups. Nicht vom Podest wegzukriegen ist seit Jahren der Viehzuchtverein Nesslau, der heuer den ersten Platz belegte. Nicht nur geographisch, sondern auch rangmässig folgte der Viehzuchtverein Ennetbühl, welcher den zweiten Rang belegte. Besonders viel Freude über den dritten Rang konnte man beim Viehzuchtverein Oberhelfenschwil ausmachen.

Auch Gitzi rangiert

Ein besonderer Leckerbissen war wie jedes Jahr die Präsentation und Rangierung der schönsten Toggenburger Gitzi. Die Rangliste bei den älteren Gitzi führt das neunmonatige Tier Bettina von Raphael Aerne an. Die gleichaltrige Coline von Sandro Looser belegte den zweiten und Gitzi Katty von Andreas Graf den dritten Platz.

Die Tiere in der Abteilung «Jüngere» Gitzi sind im Schnitt ein bis zwei Monate jünger als die der «älteren» Abteilung. Den ersten Platz belegte hier Therese von Matthias Schuler, gefolgt von Edelweiss von Bruno Götte. Resi von Markus Gämperle aus Libingen ist das drittschönste jüngere Gitzi. Den Cup der 6 Ziegenzuchtvereine in der Region führt der Ziegenzuchtverein Wattwil an. Den zweiten Platz belegt hier Nesslau vor dem drittplazierten Verein Wiesen-Mosnang.

Alles von Experten abverlangt

Der absolute Höhepunkt dieser Schau ist selbstredend die Wahl der schönsten Toggenburger Kuh, die «Miss Toggenburg». Von den Richtern Fritsche und Dörig wurde noch einmal alles abverlangt. Es sind Nuancen, welche die Entscheidung für ein bestimmtes Tier begünstigen. Stolze Siegerin wurde Emil und Silvia Alders Pelux Malve, die drittlaktierende «Miss Wattwil 2015», welche sowohl durch ihr Euter als auch vom Format her besticht. «Vize-Miss» wurde Jongleur Valetta, «Miss Nesslau 2015». Den dritten Podestplatz belegte Blooming Dorina, «Miss Mosnang 2015», von Andreas Kurath, Libingen.

Die Toggenburger und Toggenburgerinnen dürfen zu Recht mit ihrer Zucht der braunen Kühe zufrieden sein. (pd)

Dorina von Andreas Kurath (Platz 3), «Miss Toggenburg» Malve von Emil Alder und «Vize-Miss Toggenburg» Valetta von Fredi Louis (von links).

Dorina von Andreas Kurath (Platz 3), «Miss Toggenburg» Malve von Emil Alder und «Vize-Miss Toggenburg» Valetta von Fredi Louis (von links).