Steinfels: Aus Brauerei wird Praxis

Anja Leitz hat im Steinfels eine Praxis für Neurofeedback und Magnetresonanz eingerichtet. Ihr Ansatz: Die kleinste Einheit muss gesund sein. Daher arbeitet sie an der Gesundheit der Zellen. Und in ihrer weltweit ersten «Intelligent Wellness Lounge» kann das sogar jeder für sich selbst tun.

Barbara Anderegg
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Ebnat-Kappel. Auf die kleinste Einheit kommt es an, davon ist Anja Leitz überzeugt. Dieses Prinzip stand beim Umbau des Hauses Steinfels, das sie zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern im Januar bezogen hat, im Vordergrund. Wenn die kleinen Details stimmen, komme auch das grosse Ganze gut, so Anja Leitz.

Kleinste Einheit: Zelle

Diese Auffassung liegt auch Anja Leitz' therapeutischem Ansatz zugrunde. Im Anbau ihres Hauses, in der ehemaligen Brauerei, hat sie das Therapiezentrum Steinfels eingerichtet, wo sie Neurofeedback- sowie Magnetresonanz-Therapie anbietet. «Für die Gesundheit des Ganzen muss auch bei unserem Körper die kleinste Einheit, sprich die Zelle, gesund sein», sagt die erfahrene Therapeutin, die bereits an ihrem früheren Wohnort in Jona eine Praxis betrieb. Für sie als Therapeutin stelle sich dabei die Frage: Wie kann ich auf die Zellen im Körper, beziehungsweise auf die Neuronen im Gehirn, Einfluss nehmen?

Individuelles Gehirnmuster

Die Kommunikation der Neuronen ist in Form elektrischer Ströme messbar; sie zeigen die Zellaktivität im Gehirn. Anja Leitz setzt den Schwerpunkt deshalb auf die Neurofeedback-Therapie. «Das Gehirn steuert letztlich alle Funktionen im Körper», begründet sie. Bei dieser Therapieform geht es zum einen darum, die Sprache der Neuronen zu verstehen und zum anderen, zu ihnen zu «sprechen», das heisst, ihnen ein Feedback zu geben. Damit soll die allenfalls gestörte Kommunikation der Neuronen angeregt respektive wieder hergestellt werden. Konkret geschieht das folgendermassen: Der Patient schildert Anja Leitz seine Beschwerden. Anschliessend misst die Therapeutin mittels EEG die Gehirnströme im entsprechenden Teil des Gehirns. «Die elektrischen Ströme, die auf dem Bildschirm erscheinen, zeigen mir das individuelle Gehirnmuster des Patienten. Über dieses kann ich erkennen, was zu den entsprechenden Funktionsstörungen geführt hat (oder noch führen kann). Da kein Gehirn dem anderen gleicht, wird hier sehr individuell vorgegangen», erklärt Anja Leitz.

Film als Hilfsmittel

Um die festgestellten Funktionsstörungen zu korrigieren, werden bei der Neurofeedback-Therapie zum Beispiel Filme eingesetzt, denn Filme sind eines der Hilfsmittel, die eine Spiegelung unbewusster Vorgänge im Körper und Gehirn ermöglichen. Der Patient darf sich bei jeder Sitzung einen Film auf DVD heraussuchen, – egal ob Dokumentar- oder Spielfilm – der dann mit den Gehirnströmen verknüpft wird. Die Therapeutin kann nun ganz individuell einstellen, welche Gehirnrhythmen «belohnt» und welche gehemmt werden sollen. Sobald das Gehirn sich an die gewünschten neuen Muster anpasst, läuft der Film. Ansonsten stoppt er oder Ton und Format des Films verändern sich. Die individuellen Gehirnrhythmen steuern also den Film. Für ein erfolgreiches Umstellen wird das Gehirn mit einem guten Bild belohnt, erhält also positives Feedback und ist so ständig motiviert, seine Leistung zu verbessern.

«Im Prinzip ist jedes Gehirn willig, seine Muster zu verbessern oder falsch angelernte oder durch Krankheit verschlechterte Muster zu verändern. Man muss dem Gehirn nur zeigen, wie es das zu machen hat», erklärt Anja Leitz. Die Therapie kann bei unterschiedlichsten Funktionsstörungen wie zum Beispiel Konzentrations- oder Schlafstörungen, ADS, Parkinson, Migräne oder Epilepsie erfolgreich angewendet werden. «Ich kann zwar nicht jeden Patienten absolut beschwerdefrei machen, aber nach der Therapie geht es jedem Patienten wesentlich besser», so die Therapeutin.

Magnetresonanz als Wellness

Je nach Bedarf unterstützt Anja Leitz ihre Therapie zusätzlich mit Magnetresonanz. «Die Behandlung mit Neurofeedback ist verlangsamt, wenn der Zellstoffwechsel nicht gut funktioniert. Diesen kann ich aber mittels Magnetresonanz anregen», sagt Anja Leitz. Dazu legt sich der Patient auf eine Matte, die durch niederfrequente Magnetfelder alle 80 Millionen Zellen im Körper simultan aktiviert. «Durch die Schwingungen wird der Zellstoffwechsel angeregt, die Durchblutung gefördert. Das vereinfacht mir die Arbeit bei der Neurofeedback-Therapie. Zudem fördert die Magnetresonanz die Gesundheit der Zellen allgemein», sagt Anja Leitz. Dies sei insofern ein wichtiger Aspekt als dass die Zellen sich ja immer wieder teilten. «Daher ist es umso wichtiger, dass die Zellen bei der Zellteilung in einem guten Zustand sind», erklärt sie.

Erste Wellness Lounge

Deshalb empfiehlt sie Magnetresonanz nicht nur Personen, die offensichtlich Beschwerden haben, sondern sie sieht das regelmässige Liegen auf der Magnetresonanz-Matte als «Intelligent Wellness». «Intelligent daher, weil ich damit meinem Körper tiefgehender und längerfristiger Gutes tue als mit einem Wellness-Urlaub», ist sie überzeugt. «Grundsätzlich könnte sich jeder eine Matte kaufen und das zu Hause machen. Aber das ist nicht jedem möglich. Da ich aber von der Wirkung der Magnetresonanz überzeugt bin, möchte ich deren Nutzung allen ermöglichen», sagt sie. Aus diesem Grund hat sie zusammen mit dem Hersteller der Matten im Haus Steinfels eine «Intelligent Wellness Lounge» eingerichtet. In einem grossen Raum stehen insgesamt drei Liegen zur Verfügung, die für die Magnetresonanz eingerichtet sind. Eine Sitzung dauert zwischen fünf und dreissig Minuten. Erhältlich sind auch Zehner-Abos.

Von diesem Konzept war Anja Leitz schon lange überzeugt. Nun hat sie mit dem Haus Steinfels auch die räumliche Möglichkeit gefunden, dieses umzusetzen und damit im Toggenburg die erste von weiteren geplanten Lounges weltweit eingerichtet.

Therapiezentrum Steinfels Steinfelsstrasse 10, Ebnat-Kappel Telefon 071 990 07 77 E-Mail: anjaleitz@hotmail.com

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