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Steinböcke leiden an Schafkrankheit

OBERTOGGENBURG. In den vergangenen Wochen mussten Jäger vier Steinböcke aus der Alpstein-Kolonie abschiessen. Sie litten an der Moderhinke, welche die Hufe auflöst. Die kranken Tiere können dann nicht mehr laufen.
Sabine Schmid
Die schmerzhafte Krankheit greift die Hufen der Steinböcke an.

Die schmerzhafte Krankheit greift die Hufen der Steinböcke an.

Dem Wildhüter Urs Büchler und den Jägern bot sich ein trauriges Bild: Der prächtige Steinbock lag abgemagert und abgesondert neben der Herde. Er versuchte aufzustehen. Doch er stellte sich nicht auf die Hufen, er belastete die Gelenke. Die Jäger erlösten den Steinbock von seinen Qualen. Die anschliessende Untersuchung zeigte, dass das Tier an der Moderhinke erkrankt war. «Dies ist eine Krankheit, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Diese greifen die Hufe an und lösen sie langsam auf. Für das Tier wird jeder Schritt zur Qual», beschreibt Urs Büchler den Krankheitsverlauf.

Bakterien auch bei Schafen

Schon 1996 grassierte die Moderhinke in der Steinbock-Kolonie im Alpstein. Damals waren elf Tiere erkrankt. «Wir haben aufgrund von Untersuchungen damals herausgefunden, dass die Steinböcke durch den selben Erreger infiziert waren wie auch die Schafe, die an der Moderhinke litten», sagt Urs Büchler.

Beim aktuellen Befall von Moderhinke – bisher mussten vier befallene Steinböcke abgeschossen werden – kommen auch Schafe als Überträger in Frage. Auf vielen Alpen, auf denen Schafe sömmern, ist es zwar vorgeschrieben, dass die Tiere saniert sind. Das heisst, vor der Sömmerung müssen die Klauen der Schafe durch ein Bad desinfiziert werden. Im Kanton St. Gallen besteht diesbezüglich aber kein Obligatorium. Daher gibt es immer wieder Schafe, die zu wenig behandelt und von den Bakterien befallen werden.

Gerade an Stellen, wo sich Steinwild und Schafe treffen, ist das Risiko für den Befall gross. Urs Büchler schiebt den Grund für die aktuellen Moderhinke-Fälle nicht ausschliesslich erkrankten Schafen zu. «Das nasse Wetter in diesem Sommer hat die Ausbreitung sicher begünstigt», ist Urs Büchler überzeugt. Denn dadurch sind die Hufe weicher und die Bakterien können leichter in sie hineindringen.

Tendenziell sei es so, dass das Steinwild in den Nordalpen häufiger von Moderhinke betroffen sei als im Süden, da die Böden nasser seien, erklärt der Wildhüter.

Überleben den Winter nicht

Seitdem die ersten Krankheitsfälle in der Alpstein-Kolonie aufgetreten sind, ist Urs Büchler häufig unterwegs und beobachtet die Tiere. «Es ist wichtig, jede Neuerkrankung möglichst früh zu erkennen, damit sich nicht noch mehr Tiere anstecken», sagt er.

Erkennbar sind die erkrankten Steinböcke unter anderem daran, dass sie hinken und sich vom Rudel absondern. Zu Beginn des Krankheitsverlaufs sind vorerst zwei Hufe betroffen. Ist das Tier geschwächt, befallen die Bakterien alle vier. «Die Krankheit verläuft tödlich, denn die Tiere können nicht mehr laufen und dadurch auch nicht mehr fressen», erklärt Urs Büchler. Ein Steinbock, der an Moderhinke erkrankt ist, überlebt den Winter auf keinen Fall. «Ich hoffe sehr, dass diese Seuche sich nicht weiter ausbreitet», sagt der Wildhüter.

Denn die Moderhinke befällt aus unbekannten Gründen vor allem dominante Böcke, die für die Weiterführung des Bestandes verantwortlich sind. Fallen diese weg, wirkt sich das negativ auf die Steinbock-Kolonie aus.

Männliche Steinböcke im besten Alter sind von der Moderhinke betroffen – die Jäger müssen die erkrankten Tiere abschiessen. (Bilder: Urs Büchler)

Männliche Steinböcke im besten Alter sind von der Moderhinke betroffen – die Jäger müssen die erkrankten Tiere abschiessen. (Bilder: Urs Büchler)

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