STEIN: Talentschmiede für die Region

Das Musical «Peter Pan» bietet singfreudigem Nachwuchs eine ideale Plattform. Für die Projektleiter Matthias Ammann und Daniel Koller ist es eine Talentschmiede für die Region Obertoggenburg.

Adi Lippuner
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Die «verlorenen Jungs» proben und werden unterstützt von den beiden Choreografinnen Sabrina Alpiger und Lea Diethelm, eine Szene aus dem Musical «Peter Pan». (Bilder: Adi Lippuner)

Die «verlorenen Jungs» proben und werden unterstützt von den beiden Choreografinnen Sabrina Alpiger und Lea Diethelm, eine Szene aus dem Musical «Peter Pan». (Bilder: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

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Musicalfreunde müssen noch bis gegen Ende Mai warten, um die Premiere von «Peter Pan» in der Tennishalle Unterwasser erleben zu dürfen. Bis zu diesem Zeitpunkt stehen für die Akteure, es sind Schülerinnen und Schüler aus dem Obertoggenburg sowie junge Solistinnen und Solisten, noch zahlreiche Probetage an. Wie beim Besuch einer Intensivprobe am Sonntag in der Mehrzweckhalle Stein zu erfahren war, trifft sich die Truppe an insgesamt 27 Tagen zum gemeinsamen Üben. Dazu kommen noch einige Abendproben.

Matthias Ammann, Projektidee/musikalischer Leiter, und Daniel Koller, Regie, nehmen in der Region bereits das vierte Musical in Angriff. Den beiden Musikern und Theaterschaffenden, beide sind in Unterwasser aufgewachsen, ist es ein Anliegen, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Region eine Plattform zu bieten. «Es ist eine eigentliche Talentschmiede, das hat sich schon beim Casting gezeigt. Die Jüngsten haben die Älteren bewundert und werden angespornt, sich weiter zu entwickeln und an sich zu arbeiten», bringt Matthias Ammann seine Erfahrungen auf den Punkt.

Die fantastische Welt von Peter Pan

Bisher hat das Duo Ammann/Koller im Obertoggenburg bereits drei Produktionen realisiert. Was ganz bescheiden begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einem professionellen Projekt entwickelt. «Wir wollen sowohl technisch als auch künstlerisch den hohen Erwartungen des Publikums und der Mitwirkenden gerecht werden», so Matthias Ammann. «Die Gesamtinszenierung durch Musik, Tanz, Kostüme und Bühnenbild soll die Besucher in die fantastische Welt von Peter Pan eintauchen lassen.» Und das Besondere am Projekt: Einheimische Talente stehen im Mittelpunkt, sie sind es, welche das Publikum mit ihren Stimmen und dem schauspielerischen Können begeistern werden.

Noch war an der Probe nichts von den Kostümen und wenig vom zu erwartenden Genuss zu sehen. Spürbar war aber, mit welcher Begeisterung die Kinder und Jugendlichen dabei sind. Immer und immer wieder wurde, aufgeteilt in Gruppen, jede Szene geprobt. Dabei ging es darum, die Akteure zu ermutigen, sich gekonnt in Szene zu setzen. «Ihr dürft, ja müsst sogar übertreiben, sonst sieht das Publikum die Gesten zu wenig», so Lea Diethelm, Wattwil, eine der beiden Choreografinnen. Zusammen mit Sabrina Alpiger, aufgewachsen in Alt St. Johann, zeigt sie dem Nachwuchs, worauf es bei jedem einzelnen Auftritt ankommt.

«Verlorene Jungs» und Piratengruppe

Da ist einmal die Gruppe rund um Peter Pan, es sind die «verlorenen Jungs», mehrheitlich von starken Mädchen aus der Region gespielt. Sie treten selbstbewusst auf, um aber genau diese Wirkung zu erzielen, wird bei der Probe an jeder Bewegung, jeder Geste und vor allem auch an der Betonung des Textes gefeilt. Ihre Gegenspieler sind der Pirat Kapitän Hook und seine Gefährten. Auch bei dieser Szene werden die Jugendlichen ermuntert, sich als die Bösewichte zu präsentieren, die sie auf der Bühne darstellen sollen. Alle sind mit Einsatz, grossem Eifer und Freude dabei. Singen, Theater spielen – und dies mit Gleichgesinnten – macht der jungen Truppe Freude.

Um das ambitionierte Projekt realisieren zu können, sind die Initianten auf breite Unterstützung angewiesen. Bis heute haben sich diesbezüglich gegen 70 Firmen und Private aus der Region sowie Stiftungen engagiert.

www.musical-toggenburg.ch.