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STEIN: Herzblut für Viehzucht

Martin Preisig war 13 Jahre lang Präsident der Appenzeller Viehzüchter. Vergangenes Wochenende ist der Viehexperte zurückgetreten. Ein Blick zurück auf seine Amtszeit.
Simon Roth
Martin Preisig begutachtet an einer Zuchtfamilienschau die Kühe. (Bild: Donato Caspari)

Martin Preisig begutachtet an einer Zuchtfamilienschau die Kühe. (Bild: Donato Caspari)

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

Die Schweiz ist ein Kuhland. Jede Region hat ihre eigene Rasse. Und die wird regelmässig an Viehschauen gefeiert. Im Appenzellerland ist es das Braunvieh. Rund 800 Mitglieder zählt der Kantonalverband Appenzellischer Viehzuchtgemeinschaften. 13 Jahre lang hat der Steiner Landwirt Martin Preisig dessen Geschicke als Präsident geleitet. Er ist stolz auf die Appenzeller Züchter: «In der Verbandsgeschichte gibt es über 200 Kühe, die in ihrem Leben über 100000 Liter Milch gegeben haben.» Eine enorme Leistung. «Das geht nur, wenn den Tieren viel Sorge getragen wird.»

Die Zucht von Braunvieh begann im 15. Jahrhundert im Kloster Einsiedeln. Bis heute tüfteln die Züchter an einer Zauberformel, um die perfekte Kuh zu entwerfen. Gerade die genomische Selektion habe die Viehzucht markant verändert, sagt Preisig. Ob man die neuen Möglichkeiten und Hilfsmittel nun nutze oder sie links liegen lasse, spielt für den Landwirt keine Rolle: «Hauptsache die Zucht ist auf Langlebigkeit und Funktionalität ausgerichtet.» Nur so trage man auch dem Wohl der Tiere Rechnung.

Von klein auf von Viehzucht begeistert

Schon als kleiner Bub faszinierten Martin Preisig Tiere. Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen, war die Berufswahl von vornherein klar. Die Lehre absolvierte er auf einem Betrieb mit «sehr hoch stehender Zucht». «Schon beim Schnuppern haben mich die Kühe derart beeindruckt, dass ich keinen anderen Betrieb anschauen musste.» Bald hatte der Steiner seinen eigenen Betrieb, nahm selber an Viehschauen teil und konnte erste Erfolge feiern. «Es wurde immer intensiver, bis ich mich rundum mit sämtlichen Themen der Viehzucht befasst habe.» Seit 20 Jahren ist Martin Preisig Viehexperte, in der letzter Zeit vorwiegend für den nationalen Verband, mit Beurteilen von Zuchtfamilien und Vorschauen für Auktionen beschäftigt. Er weiss, worauf es bei einer schönen Kuh ankommt: Rahmen, Becken, Fundament, Euter und Zitzen. Und jeder Bewertungspunkt ist in weitere Unterkategorien unterteilt: Höhe, Länge, Breite, und so weiter. «Die Zucht ist ein langer Prozess», sagt Preisig. Wichtig sei es, ein Ziel vor Augen zu haben und dieses bis weit in die Zukunft hinaus zu verfolgen.

Immer klare Meinung vertreten

Martin Preisig blickt auf viele Höhepunkte in seiner Zeit als Präsident zurück. Sogar eine Europameisterin ist mit der Kuh Gordon Belinda aus dem Kanton zu verzeichnen. Preisig war OK-Mitglied bei der Weltkonferenz der Braunviehzüchter im Jahr 2012, wie auch an Kantonalschauen. Doch der Hauptteil seiner Tätigkeit besteht aus Basisarbeit. Man müsse alle Mitglieder gleich behandeln – «solange sie die Bestimmungen eingehalten», sagt Preisig. Er habe immer eine klare Linie vertreten und nicht gescheut, seine Meinung zu äussern. «Man kann es nicht immer allen Recht machen.» Deshalb sei es wichtig, akzeptiert zu sein. Ein breites Wissen über Viehzucht sei von Vorteil, um stichhaltige Argumente in die Diskussion einzubringen.

Preisig ist zuversichtlich dass der neue Präsident Jakob Fuster den Kantonalverband im gleichen Stil weiterführt. Als Dank für seinen Dienst am Verein schenkten die Delegierten ihrem abtretenden Präsidenten die Ehrenmitgliedschaft. Zwar hatte Preisig die Viehzuchtgemeinschaften nur im Nebenamt als Präsident geführt, doch hat er jetzt wieder mehr Zeit, sich um den eigenen Hof zu kümmern. Mit 25-30 Kühen und einigem Jungvieh, 450 Mastsauen und gut 26 Hektar Land wird es ihm auch in Zukunft nicht langweilig.

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