Stein fürchtet um den Anschluss an die Appenzeller Bahnen

Der geplante Umstieg in der Lustmühle ist gefährdet. Die Gemeinde Stein will dafür kämpfen, denn die Postautos nach St.Gallen stehen zu oft im Stau.

Karin Erni
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Ab der Liebegg stecken die Postautos der Linie 180 stadteinwärts oft im Stau.

Ab der Liebegg stecken die Postautos der Linie 180 stadteinwärts oft im Stau.

Ralph Ribi (18. 7. 2018)

Wer mit dem Postauto von Herisau über Stein nach St.Gallen fährt, braucht in den Stosszeiten Geduld. Wegen verschiedener Lichtsignalanlagen an der Teufenerstrasse kommt der Verkehr–und mit ihm das Postauto–zeitweise nur noch im Schritttempo voran. Daher beabsichtigte der Kanton, die Postautolinie 180 attraktiver zu machen und nicht mehr bis zum Hauptbahnhof zu führen, sondern nur noch bis in die Lustmühle. Dort sollten die Fahrgäste auf die Bahn umsteigen und so pünktlich in St.Gallen ankommen. Geplant war, bei der Haltestelle Lustmühle einen Wendeplatz für die Postautos zu schaffen.

Doch dies soll nun nicht mehr so sein, wie der Steiner Gemeindepräsident Siegfried Dörig herausgefunden hat.

«Im neuen ÖV-Konzept ist die Verkürzung der Postautolinie nicht mehr vorgesehen, weil die Züge der Appenzeller Bahnen im Grundtakt nicht mehr in der Lustmühle kreuzen werden. Somit ist ein schlanker Umstieg zwischen Bahn und Bus nicht möglich.»

Dörig kann das nicht verstehen. «Wenn der Autoverkehr weiterhin zunimmt und dereinst die geplante Pförtner-Anlage in der Liebegg in Betrieb ist, wird sich das Problem weiter verschärfen und Pendler haben keine Fahrplansicherheit mehr.» Die Gemeinde Stein habe 100000 Franken in die Durchmesserlinie investiert, so Dörig weiter. «Das taten wir in der Annahme, dass die Einwohner von Stein von verkürzten Fahrzeiten in die Stadt und besseren Anschlüssen profitieren können. Besteht keine Fahrplansicherheit, geht auch kein Nutzen für die Bevölkerung hervor.» Stattdessen werde vom Kanton auch eine strassenseitige Lösung mit einer separaten Busspur geprüft. Ein Unsinn, findet Dörig: «Da müssten wir ein zweites Mal bezahlen.» Bis jetzt sei die Gemeinde noch gar nicht offiziell informiert worden. Man habe nun aber mit den zuständigen Stellen auf den 19. März einen Besprechungstermin vereinbart.

Für Appenzeller Bahnen hat Postautoanschluss keine Priorität

Die Appenzeller Bahnen (AB) erklären auf Anfrage, bei der Ausarbeitung von Fahrplankonzepten stünden die Kundenbedürfnisse im Zentrum. Anhand dieser werde für die Fahrplanplanung eine Priorisierung erstellt. Aufgrund der grossen Anzahl Reisenden mit der S-Bahn oder mit dem Fernverkehr ab St.Gallen hätten diese Anschlüsse eine übergeordnete Priorität. Im Weiteren versuchen die AB, möglichst viele weitere Bedürfnisse zu erfüllen, wie schlanke Anschlüsse zwischen Postauto und AB in der Lustmühle herzustellen. Mit den Bestellern, das heisst Kanton und Gemeinde, würden in den nächsten Monaten die Fahrplanvarianten mit den entsprechenden Infrastrukturausbauten besprochen. Nachgelagert findet mit dem Amt für öffentlichen Verkehr der Kantone AR und SG sowie der betroffenen Gemeinde eine Sitzung statt. Inhalt der Sitzung ist, wie die Linie Herisau–Hundwil–Stein–Lustmühle mittels schlanker Anschlüsse in Lustmühle an die AB optimiert werden kann.