Stein für einmal mit Defizit

Um die Finanzen ging es an der öffentlichen Versammlung in Stein. Die Jahresrechnung zeigt ein Minus, das ist ein Novum. Der Gemeinderat hat Stellung genommen.

Esther Ferrari
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Verabschiedet: Gemeindepräsident Christoph Scheidegger dankte Zita Glaus für ihren Einsatz. (Bild: ef)

Verabschiedet: Gemeindepräsident Christoph Scheidegger dankte Zita Glaus für ihren Einsatz. (Bild: ef)

STEIN. Die Gemeinde Stein hat interessierte Bürger. Dies zeigt jeweils die gut besuchten öffentlichen Versammlungen, so auch am Mittwoch im Restaurant der Schaukäserei.

Seit vielen Jahren weist Stein wieder negative Zahlen aus. Nicht im Budget sein bedeute, dass sich etwas bewege. Geld sei weder schlecht noch gut, Geld sei ein Symbol für den Austausch von Leistungen, sagte Gemeindepräsident Christoph Scheidegger.

Unerwartete Ausgaben

Sorgen braucht sich Stein nicht zu machen. Viel Unerwartetes war angefallen. Beim Tiefbau waren es Kabelschäden, die Reinigung des Sportplatzes und die Installierung von LED-Lampen zur öffentlichen Beleuchtung, die etwas ins Gewicht fielen. Etwas aus dem Konzept gehauen wurde das Budget durch eine Meteowasserleitung, die umgehend ersetzt werden musste, weil die alten Blechrohre verrostet waren. Im Schulwesen war die Besoldung höher als budgetiert, weil wegen Unfall, Krankheit und Schwangerschaft vermehrt Stellvertretungen gesucht werden mussten. Inserate kosten Geld. Die Sanierung der Schulhausfassade mit 290 000 Franken fiel allerdings besser aus als geplant. Die Menge Abfall liegt im Rahmen, 280 Tonnen Kehricht wurden im Jahr 2012 entsorgt.

Zita Glaus verabschiedet

Ein weiterer Punkt, der ins Gewicht fiel, war das Sozialwesen. Ein grosser Posten sind allgemeine Unterstützungen ausserkantonaler Bürger ohne festen Wohnsitz und die Betreuung von Asylsuchenden. Zita Glaus von der Sozialkommission, die nach zehn Jahren ihr Amt niederlegt, hatte auch Erfreuliches zu melden. Der Jugendtreff laufe gut dank Helfern und anständigen Jugendlichen.

Begehrter Boden

Stein hat viele Anfragen wegen Bodenkauf. Der Bau von ein paar Mehrfamilienhäusern wurde bereits in Angriff genommen. Allgemein sind vermehrt Aktivitäten im Bau zu verzeichnen, doch die Kanalisation kommt in die Jahre. Die 16 000 Franken Defizit des Altersheims sind darauf zurückzuführen, dass wegen sechs Todesfällen Anfang Jahr die Plätze nicht besetzt waren. Nach detaillierten Erklärungen der zuständigen Ressortverantwortlichen, begann unter den Anwesenden eine rege Diskussion. Im Zentrum standen das Altersheim und das Schulwesen. Wo kann man sparen? Wie soll es weitergehen? Der Gemeinderat wird Strukturen erarbeiten und den Stimmbürgern vorlegen. Über den Tisch wurde geraten, das Büchlein mit der detaillierten Jahresrechnung gut durchzulesen und aufzubewahren.

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