STEIN: Ein Fest für Hornkühe

Folklore, Brauchtum und natürlich Kühe mit Hörnern prägten das 7. Schweizer Hornfest. In der Schaukäserei erfuhren die rund 80 Gäste, wie die Milch zu Appenzeller Käse verarbeitet wird.

Martin Brunner
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Der Initiant der Hornkuh-Initiative, Armin Capaul, mit den Jodlern des Jodelchörlis Urnäsch (Bild: Martin Brunner)

Der Initiant der Hornkuh-Initiative, Armin Capaul, mit den Jodlern des Jodelchörlis Urnäsch (Bild: Martin Brunner)

Martin Brunner

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Ob die Hornkuh-Initiative von Armin Capaul Erfolg haben wir, konnten die Gäste am Sonntag am 7. Schweizer Hornfest in der Schaukäserei in Stein erst mutmassen. Sicher war aber, dass sie sich dafür einsetzen werden, wie zum Beispiel am 7. Schweizer Hornfest. Dieses war ausgerichtet auf eine gehörige Portion Folklore mit Jodelliedern des Jodelchörlis Urnäsch und Appenzeller Musik. Und was anderes könnte sich als Mittagessen eignen als Hörnli mit Gehacktem.

Hörner pflegen, damit sie richtig wachsen

Zu den Gästen gehörte der Landwirt und Jodler Martin Rusch aus Urnäsch. Auf seinem Hof leben 16 behornte Kühe. Für ihn als Appenzeller Bauer gehört das Horn zu einer Kuh. «Das spielt vor allem bei der Ausmarchung der Rangordnung in der Herde eine entscheidende Rolle», sagte er. «Die Kühe kommunizieren aber auch sonst über ihre Hörner.» Mit seiner Milch tränkt er die Kälber und produziert Alpkäse. So gelangt sie in einen eigenen Kreislauf. Die Initiative befürwortet er nicht wegen des Geldes, sondern wegen der Bedeutung für die Tiere. «Die Hornkuh symbolisiert unsere Schweiz mit ihren Qualitätsprodukten. Das müssen wir erhalten.»

Für den pensionierten Landwirt Christian Vetsch aus Gams sind Kühe mit Hörnern seit seiner Kindheit eine Selbstverständlichkeit. «Als Bergbauer und Älpler sind Kühe mit Hörnern unser ganzer Stolz», erzählte er. «Zudem sind Hornkühe weniger scheu und viel besser zu führen.» Allerdings betont er, dass man Hörner pflegen muss, insbesondere damit sie richtig wachsen. Seine Begeisterung hat er weitergegeben, denn sein Sohn führt den Betrieb mit Hornkühen weiter. Zwei Töchter leben ebenfalls auf Landwirtschaftsbetrieben mit Hornkühen.

«Hornkühe gehören in unserer Familie zur Tradition», sagte der Landwirt Rudolf Kummer aus Limpach im Kanton Bern. «Ich bin aber auch überzeugt, dass sie die bessere Milch geben.» Er beobachtete zudem, dass Kühe mit Hörnern in einer Herde besser funktionieren. Er hofft, dass die Initiative nicht auf allzu grosse Opposition stösst.

Die Echtheit überprüfen

Bei der Führung in der Schaukäserei erfuhren die Gäste, dass dort pro Tag drei bis fünf Chargen à 6000 Liter zu Appenzeller Käse verarbeitet werden. Das macht pro Jahr 500 Tonnen in Stein, total aber 9000 Tonnen in 50 Käsereien. Der Bioanteil beträgt fünf bis zehn Prozent.

Besonderes Augenmerk legte die Führerin Agnes Wüst auf die Durchsetzung der Markenrechte. Das lohne sich, denn der Appenzeller Käse stehe auf der Liste der Chinesen, sagt sie. Deshalb wird ein spezielles Milchsäurebakterium eingesetzt, das im Käse klar nachgewiesen werden könne. Werde auch dieses dereinst nachgeahmt, so müsse man dieses Bakterium wechseln. Für die Überprüfung der Echtheit setze die Sortenorganisation eine ganze Arbeitsstelle ein.

Initiant spürt Zustimmung in der Bevölkerung

Armin Capaul war mit dem Fest rundum zufrieden. «Ich hoffe, dass nach dem Ständerat auch der Nationalrat die Initiative ablehnt», sagte er. «Der Grund dafür ist einfach. Nur so geht es vorwärts und das Volk kann Stellung nehmen.»

Für diese Abstimmung, der Termin ist noch nicht festgelegt, ist er zuversichtlich, weil er aus der Bevölkerung immer wieder viele positive Zeichen und Zustimmung hört.