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STEIN: Ein besonderer Besuch

Gestern weilte der bekannte Fernsehproduzent Max Sieber im Appenzellerland. Die Gegend weckt Erinnerungen: Früher sei er öfter mit Kurt Felix im Alpstein unterwegs gewesen und habe neue Ideen ausgeheckt.
Karin Erni
Kurt Felix und Max Sieber waren jahrzehntelang das Dream-Team der Schweizer TV-Unterhaltung.Bild: SF

Kurt Felix und Max Sieber waren jahrzehntelang das Dream-Team der Schweizer TV-Unterhaltung.Bild: SF

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Das Gesicht kommt einem bekannt vor. Max Sieber sitzt im Restaurant der Schaukäserei Stein und lässt sich eine «Südwoorscht mit Chäsmagrone» schmecken. Der 73-Jährige weilt zu Besuch bei Beat Müller, dem Inhaber der Agentur Star Productions in Waldstatt, den er von verschiedenen Musikveranstaltungen her kennt.

Als Produzent hatte Sieber zwar nicht die gleich hohe Bildschirmpräsenz wie sein Partner Kurt Felix, mit dem er 75 Sendungen von «Verstehen Sie Spass?» produziert hat. Siebers Platz war eher hinter als vor der Kamera. Doch sein Name ist vielen Schweizern ein Begriff und untrennbar verknüpft mit dem Schweizer Fernsehen, für das er 40 Jahre tätig war.

Er habe in fünf Ländern produziert, erinnert sich Max Sieber. Ein Engagement habe das nächste ergeben. «Es war wie ein Dominospiel.» Regisseur war bereits als Jugendlicher sein Berufsziel. Auf Wunsch des Vaters absolvierte er aber zuerst eine kaufmännische Ausbildung. Sieber stiess 1965 zum Schweizer Fernsehen und wurde zum Regisseur und Sendeleiter ausgebildet. Er arbeitete 28 Jahre lang in der Abteilung Unterhaltung. Ab dem Jahr 2000 war er interimistischer, von 2001 bis 2004 deren Leiter.

Kurt Felix und Max Sieber waren jahrzehntelang das Dream-Team der Schweizer TV-Unterhaltung.Bild: SF

Kurt Felix und Max Sieber waren jahrzehntelang das Dream-Team der Schweizer TV-Unterhaltung.Bild: SF

Max Sieber war Regisseur bei vielen Samstagabendsendungen von ARD, ZDF, RTL, Bayerischem und Süddeutschem Rundfunk. Ebenso führte er Regie in der Show Holiday on Ice für BBC London. In den 80er-Jahren war er Regisseur in internationalen Sendungen wie Stars in der Manege oder Spiel ohne Grenzen und in den Filmen «Hotel» und «Die Grafen» mit Rolf Knie und Gaston Häni. Nach der Pensionierung im Jahr 2005 blieb er als freier Produzent für die Sendung Benissimo tätig. Mit deren Absetzung endete die Fernsehtätigkeit. Sieber wurde Regisseur von Musicals wie «Titanic» auf dem Thunersee oder «die kleine Niederdorfoper» und realisierte das Lustspiel «Stägeli uf – Stägeli ab» im Bernhardtheater. Eine Komödie für das Kino zu drehen, blieb ihm versagt. Das Filmprojekt scheiterte an der Finanzierung.

Jetzt will er seine Pension geniessen und vermehrt Besuche wie diesen machen. «Ich hole jetzt nach, was ich verpasst habe.» Das Appenzellerland sei ja gar nicht so weit weg. Fünfviertelstunden habe er gebraucht, von Zürich nach Stein. Er werde einen Grund finden, um wiederzukommen, sagt er. «Mir gefallen die schönen Dörfli. Da stimmt noch alles.» Beständigkeit sei etwas Wichtiges. Wenn man seine Wurzeln verlasse und auf jeden Trend aufspringe, entstehe Heimatlosigkeit, so Sieber. «Ich bin überzeugt, die Globalisierung braucht einen Gegenpol.»

Besuche im Appenzellerland will der ehemalige Fernsehproduzent Max Sieber in Zukunft öfter machen. (Bild: Karin Erni)

Besuche im Appenzellerland will der ehemalige Fernsehproduzent Max Sieber in Zukunft öfter machen. (Bild: Karin Erni)

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