STEIN: «Das Mehl hat hohe Qualität»

Soll aus einem Korn ein hochwertiges Mehl entstehen, so muss es auch entsprechend gemahlen werden. Mit der Zentrofanmühle ist das möglich, weil diese das Korn optimal mahlt.

Martin Brunner
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Ruth Meier mahlt hochwertige Mehle in Stein. (Bild: Martin Brunner)

Ruth Meier mahlt hochwertige Mehle in Stein. (Bild: Martin Brunner)

Martin Brunner

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Die Mühle von Ruth Meier in Stöcken in Stein ist einfach, aber trotzdem beeindruckend. Die Müllerin gibt Körner in einen Trichter. Durch einen Dosierer fallen sie in den Mittelpunkt der Mühle. «Hier braucht es etwas Fingerspitzengefühl für die richtige Einstellung», sagt sie. Danach werden die Körner mit einem Luftstrom an die Innenfläche des stehenden Natursteins aus Basaltlava geblasen. Dadurch entsteht ein feines Vollmehl, das von einem spiralförmig kreisenden Luftstrom sofort in den Filtersack transportiert wird. Dort wirbelt es zuerst nach oben, dann fällt es nach unten. Das entspricht der anthroposophischen Philosophie von Demeter, nach der die spiralförmige Bewegungskraft als Reinigung und Veredelung betrachtet wird.

Ein wertvolles Mehl

Ruth Meier ist auch nach 30 Jahren Beschäftigung mit der Zentrofanmühle immer noch begeistert von diesem Prinzip. Sie engagiert sich mit Herzblut dafür. «Durch diese Methode haben die Mehle eine sehr hohe Qualität», betont sie. «Das schätzt meine Kundschaft. Trotzdem sind diese Erzeugnisse ein Nischenprodukt.» Sie weiss zudem, dass Mehle, die mit der Zentrofanmühle gemahlen wurden, eine gute Haltbarkeit aufweisen. «Kommt dazu, dass unsere Produkte zwar teurer sind als herkömmliche Mehle, dafür aber noch ihre ganze Dynamik enthalten und viel ausgiebiger sind.» Dinkel, Hirse, Weizen, Roggen, Gerste und ähnliche Getreide, alle in Demeterqualität, lassen sich mit der Zentrofanmühle verarbeiten. Nicht möglich sind ölhaltige Körner. Die Rohstoffe bezieht Ruth Meier vorwiegend von einem Demeter-Betrieb in Schaan.

Entwickelt hat die Zentrofanmühle der Ingenieur und Tüftler Wilhelm Schulte aus Berlin. «Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges suchte er nach einer Möglichkeit, nicht nur seine eigene Familie, sondern auch andere gesund zu ernähren», erzählt Ruth Meier. «Zudem fand er mit dem hochwertigen Mehl die Lösung, um viele Kinder in einem Berliner Spital vor dem Hungertod zu bewahren.» Der Zufall wollte es, dass Ruth Meiers Mann Hansueli vor fast 30 Jahren diese Methode und dieses Gerät kennenlernte. Dadurch befasste er sich immer mehr mit der Demeter-Philosophie. «Schon bald konnten wir eine Zentrofanmühle anschaffen und betrieben sie als Nebenbeschäftigung. Dafür wurden wir früher ab und zu auch belächelt, weil wir der Zeit etwas voraus waren», erzählt Ruth Meier schmunzelnd. Seit 2011 kümmert sie sich alleine um die Mühle, da sich ihr Mann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr engagieren kann. Ruth Meier will aber noch nicht aufhören. Da ihr die Zentrofanmühle und die Arbeit damit nach wie vor Freude bereiten, wird sie diese noch einige Zeit weiter betreiben. Geht alles gut, so dürfte dereinst eine Tochter das kleine Unternehmen weiterführen.

Hinweis

Weitere Infos auf folgender Website: www.dinkel-stein.ch

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