STEIN: Altern im Paradiesli

Im Schachen soll ein Gebäude mit Alterswohnungen sowie einem Alters- und Pflegeheim entstehen. Investor sind der Grundeigentümer sowie eine Genossenschaft. Betrieben wird das Alterszentrum von Auswärtigen.

Mea Mc Ghee
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Grundriss des geplanten Gebäudes für Wohnen und Pflege im Alter im Gebiet Paradiesli in Stein. (Bild: Grafik: PD)

Grundriss des geplanten Gebäudes für Wohnen und Pflege im Alter im Gebiet Paradiesli in Stein. (Bild: Grafik: PD)

Mea Mc Ghee

mea.mcghee@appenzellerzeitung.ch

Das Thema Wohnen und Pflege im Alter bewegt die Gemeinde Stein seit mehr als einem Jahrzehnt. Nachdem der Ausbau des Altersheims Büel sowie ein Neubau mit privatem Investor gescheitert sind, zeichnet sich nun eine Lösung ab: Knapp hundert Personen liessen sich am Mittwoch an der Orientierungsversammlung in der Mehrzweckanlage über das neue Projekt informieren. Als Ersatz für das nicht mehr zeitgemässe Altersheim Büel soll im Paradiesli eine Anlage mit Alterswohnungen sowie einem Alters- und Pflegeheim entstehen. Als Mieterin und Betreiberin ist die Stiftung Alters­betreuung Herisau vorgesehen. Diese führt in Herisau vier Häuser. «Ziel ist es, dass die Steinerinnen und Steiner auch im Alter in der Gemeinde wohnen können», sagte Gemeindepräsident Siegfried Dörig.

Seit Anfang Jahr hat eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Arnold Zellweger die Planung der Altersstruktur Stein vorangetrieben. Der Teilzonen- sowie der Gestaltungsplan sind zur Vorprüfung beim Kanton. Planerin Astrid Haller stellte den dreiteiligen z-förmigen Gebäudekomplex vor. Die ganze Infrastruktur befinde sich unter einem Dach, das ermögliche optimale betriebliche Abläufe. Geplant sind 15 Alterswohnungen auf drei Geschossen mit jeweils 2,5 oder 3,5 Zimmern. 32 Plätze soll das neue Alters- und Pflegeheim bieten, das sind neun mehr als heute. Alle Zimmer verfügen über eine Loggia. Im lichtdurchfluteten Erdgeschoss des Mittelteils sind unter anderem die öffentliche Cafeteria, die Küche, Büros sowie Aktivierungsräume untergebracht. Von hier aus ist der Aussenbereich mit Gartenrestaurant und Spazierweg zugänglich. Das Gebäude verfügt über eine Tiefgarage sowie über oberirdische Parkplätze für Besucher. Der Baukörper nehme in der Gestaltung Elemente anderer Gebäude im Dorf auf und die Fassade werde in Holz ausgeführt, so Astrid Haller.

Abstimmung frühestens Anfang 2018

Anschliessend erläuterte Ortsplaner Heini Forrer die Planungsinstrumente. Ein Sondernutzungsplan hält alle Details fest. Gegen den Quartier- und Gestaltungsplan Paradiesli könnten Nachbarn und Grundeigentümer Einsprache erheben.

Gemeindepräsident Dörig ­informierte über die nächsten Schritte. Es gebe zwei Bauherren: Für die Alterswohnungen ist dies Grundeigentümer Paul Preisig, für das Alters- und Pflegeheim eine Genossenschaft. Erst wenn die Finanzierung des Alters- und Pflegeheims gesichert ist, wird dem Stimmvolk der Teilzonenplan zur Abstimmung vorgelegt (siehe Kasten). Dies dürfte Anfang des nächsten Jahres der Fall sein. Frühestens 2020 könnten die ersten Bewohner einziehen, beantwortete Dörig eine Frage aus dem Publikum. Er sagte: «Nun braucht es die Bevölkerung, die hinter dem Projekt steht.»